Der Abgang des Schalkers gen Bayern ist logisch - und hat mit Verrat wenig zu tun. Eines muss jedoch auch Neuer einsehen.

Sehen wir es doch mal ganz nüchtern:

Mit Manuel Neuers So-gut-Wie-Wechsel vom FC Schalke 04 zum FC Bayern (Bericht) geht der beste deutsche Torhüter zum besten Fußballverein des Landes.

Das klingt logisch, und das ist es letztlich auch.

Der hierzulande unumstrittene Ballfänger ist 25 Jahre alt, steht in den Blüte seines Fußballer-Lebens und möchte folgerichtig nun den nächsten Schritt seiner Karriere machen. So what?!

[image id="6afa1128-647c-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Es ist höchst töricht, Neuer seine Ambitionen vorzuwerfen, sich in Diensten des deutschen Rekordmeisters fortan mit den Besten der Besten messen zu wollen.

Obendrein - im Gegensatz zu Schalke - mit der Aussicht auf die regelmäßige Champions-League-Teilnahme.

Dass Neuers Abschiedsankündigung beim königsblauen Anhang derart ungewöhnlich stark emotionalisiert, ist dennoch nachvollziehbar.

Wie kaum ein anderer hatte der gebürtige Gelsenkirchener in den vergangenen Jahren schließlich immer wieder seine Verbundenheit mit Königsblau betont, die Knappen als Herzensangelegenheit verkörpert:

Neuer trug unter seinem Trikot ein Shirt der Fan-Grupp "Buerschenschaft", mit der er einst selbst die Schalker Akteure anfeuerte:

Neuer wirkte immun gegen alle Klub-Verlockungen aus dem In- und Ausland.

Und gerade mit den Bayern schien Neuer so gar nichts gemein haben zu können, nachdem er vor einigen Jahren Oliver Kahn mit seiner Eckfahnen-Jubel-Pose durch den Kakao zog. Und er in München unlängst im DFB-Pokal nachgerade feindlich empfangen wurde ("Koan Neuer").

Wer Neuer nun - auch wegen seiner Tränen - Verrat vorwirft, denkt allerdings zu schlicht und fällt in die Kategorie Sentimentalität mit Wut:

Der Youngster hat in den vergangenen Monaten trotz des Wirbels um seine Person zumeist Topleistungen gebracht, sich hochprofessionell verhalten. Und nicht zuletzt dank Neuer steht S04 im Halbfinale der Königsklasse.

Einen Söldner muss sich Neuer keineswegs schimpfen lassen.

Eines indess muss auch Neuer akzeptieren: Einen Status als Integrationsfigur wie auf Schalke wird er niemals wieder erreichen. Trotz aller sportlichen wie finanziellen Verlockungen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel