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DFL-Geschäftsführer Christian Seifert (l.) und der DFL-Präsident Reinhard Rauball © getty

Die ARD-"Sportschau" berichtet künftig auch sonntags über das aktuelle Bundesliga-Geschehen. Ansonsten bleibt Vieles beim Alten.

Frankfurt - Alte Partner, Salami-Spieltage und sogar ein bisschen mehr Geld: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat im Millionen-Poker um die TV-Rechte für die kommenden vier Spielzeiten ganze Arbeit geleistet und in schwierigen Zeiten ein gutes Ergebnis erzielt.

Die DFL wird bis 2013 weiter mit Premiere, ARD, ZDF und DSF zusammenarbeiten und dadurch pro Saison 412 Millionen Euro einnehmen.

Insgesamt werden es in den kommenden vier Jahren 1,65 Milliarden Euro sein. Dies bestätigte die DFL nach der Mitgliederversammlung der 36 Erst- und Zweitligisten in Frankfurt.

Der befürchtete Verlust blieb damit aus, es sprang sogar etwas mehr heraus. In den vergangenen drei Jahren hatte die Liga im Mittelwert 405 Millionen Euro pro Saison kassiert. Entsprechend zufrieden waren die Entscheidungsträger.

"Wir haben in einer schwierigen Lage für den Profi-Fußball ein vorzeigbares Ergebnis erzielt", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball: "Angesichts der Tatsache, dass wir uns in einem äußerst schwierigen Medienmarkt bewegen und zudem durch unverständliche Vorgaben des Kartellamtes benachteiligt werden, sind die Wachstumsmöglichkeiten für die Bundesliga begrenzt."

Hinzu käme laut Rauball eine gesamtwirtschaftliche Abwärtsentwicklung mit einer weltweiten Finanzkrise, die auch den Medien-Unternehmen zu schaffen mache.

"Das war kein Selbstläufer"

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hielt die Ergebnisse "unter den gegebenen Umständen für ausgezeichnet".

Eintracht-Frankfurt-Boss Heribert Bruchhagen, Vorstandsmitglied des Ligaverbandes, zollte dem DFL-Team um Geschäftsführer und Chef-Unterhändler Christian Seifert höchsten Respekt: "Das war kein Selbstläufer und verdient große Anerkennung."

Seifert selbst war froh, dass die Pokerrunde beendet ist: "Es waren sehr turbulente Wochen. Wir haben das herausgeholt, was der deutsche Medienmarkt in letzter Konsequenz hergibt. Große Wachstumssprünge waren auch mit Blick auf die Vorgaben des Kartellamtes einfach nicht drin."

Klage gegen die Kartellbehörde

Die DFL-Verhandlungsposition war durch die internationale Finanzkrise, finanzieller Probleme beim Hauptpartner Premiere und dem Veto des Bundeskartellamts gegen den bereits perfekten 500-Millionen-Euro-Vertrag mit der durch Medien-Mogul Leo Kirch kontrollierten Firma Sirius geschwächt.

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Am Freitag kündigte die DFL eine Klage gegen die Kartellbehörde an, die im Februar die Geschäftsräume von DFL und DFB durchsucht und Akten beschlagnahmt hatte.

Weiter alle Spiele bei Premiere

Der Pay-TV-Sender Premiere, der mit 225 Millionen (2009/2010) bis 275 Millionen Euro (2012/13) der mit Abstand größte Geldgeber bleibt, wird weiterhin alle Spiele der Bundesliga und Zweiten Liga live übertragen.

Die ARD bleibt mit der vom Bundeskartellamt vor 20 Uhr geforderten zusammenfassenden Berichterstattung im Free-TV am Samstag bei der DFL im Boot. Das neue Livespiel am Samstag um 18.30 Uhr läuft ausschließlich bei Premiere.

Die ersten Bilder dieser Begegnung sind im Free-TV am Samstagabend im "ZDF-Sportstudio" zu sehen. Das Bundesliga-Wochenende im Fernsehen wird die ARD mit einer weiteren "Sportschau" am Sonntagabend nach dem "Tatort" ab 21.45 Uhr beenden.

Zweite Liga zumeist im DSF

Die ARD berichtet darin über die beiden Sonntagsspiele in der Bundesliga, die ab der kommenden Saison zu unterschiedlichen Zeiten (15.30 und 17.30 Uhr) angepfiffen werden.

Dieser Sendeplatz wird im Moment noch von der Talkrunde "Anne Will" belegt. Das DSF, das derzeit noch am Sonntagabend über die beiden Sonntagsspiele als Erstverwerter im Free-TV berichtet, wird ab der kommenden Saison nur noch Spiele der Zweiten Liga in der Zusammenfassung senden.

Die neuen Samstagsspiele der Zweiten Liga jedoch zeigt die ARD im Rahmen der Bundesliga-Highlight-Zusammenfassung. Die ARD kommt außerdem auch weiter als Live-Sender zum Zuge.

Relegationsspiele in der ARD

Neben den Eröffnungsspielen der Hin- und Rückrunden überträgt "das Erste" auch die künftigen Relegationsspiele zwischen dem Bundesliga-Drittletzten und dem Zweitliga-Dritten.

Im Bereich IPTV bleibt die Deutsche Telekom ebenso am Ball wie bei den Mobilfunk-Rechten. Im Web-TV überträgt künftig ebenfalls Premiere. Die Entscheidung der Mitgliederversammlung erfolgte nur eine Woche nach Abgabe der Gebote.

Die abgeschlossene Ausschreibung ist damit die frühzeitigste in der Geschichte der DFL. Erstmals wurden die Rechte bereits im November vor der ausgeschriebenen Rechteperiode vergeben.

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