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VfB-Stürmer Cacau (l.) erzielte gegen den Hamburger SV sein sechstes Saisontor © getty

Der VfB überrennt zunächst den HSV, verpasst aber eine höhere Führung. Als Hamburg zulegt, sorgt Stuttgart für die Entscheidung.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat im Abstiegskampf der Bundesliga einen Big Point gelandet und den Hoffnungen des Hamburger SV auf die Europa League einen herben Dämpfer versetzt.

Die Schwaben kamen gegen den HSV dank eines Doppelpacks des überragenden Nationalsstürmers Cacau (6./88.) und des Treffers von Christian Gentner (79.) zu einem verdienten 3:0 (1:0) und schraubten ihren Punktestand auf 36. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der HSV, der im fünften Spiel die erste Niederlage unter Coach Michael Oenning kassierte, hat mit weiter 43 Zählern in den verbliebenen drei Spielen kaum noch eine realistische Chance auf den Einzug in den Europapokal.

Oenning bedient

"Wichtig war, das wir alle geschlossen auftreten", lobt Trainer Bruno Labbadia nach der Partie beim "LIGA total!", "nicht nur auf dem Platz, sondern der ganze Verein".

Sein Gegenüber Michael Oenning war nach der Pleite bedient: "Wir haben uns nach dem 0:2 total hängen lassen und zurecht verloren. Das ist enttäuschend."

VfB spielt den HSV schwindelig

Vor 39.000 Zuschauern auf der ausverkauften Baustelle Mercedes-Benz-Arena spielte der VfB mit den herausragenden Offensivkräften Cacau und Tamas Hajnal die Gäste eine halbe Stunde lang schwindlig.

Hamburg wirkte mitunter völlig desorientiert, zwischen der Abwehrkette und dem defensiven Mittelfeld klafften unerklärlich große Lücken. 386023(DIASHOW: Der 31. Spieltag)

Nach der Pause brachte HSV-Trainer Michael Oenning deshalb mit Robert Tesche einen weiteren defensiven Mittelfeldspieler, der das Hamburger Spiel neben David Jarolim stabilisieren sollte.

Zu diesem Zeitpunkt hätte Hamburg bereits höher zurückliegen können.

Cacau profitiert von Abwehrlücke

Vor dem 1:0 hatte Cacau per Kopfballrückgabe eine Chance für Hajnal vorbereitet, doch der schoss aus elf Metern vorbei (4.). Bei der Führung profitierte der VfB von der besagten Lücke im Hamburger Defensivverbund.

HSV-Kapitän Heiko Westermann war aus der Viererabwehrkette ins Mittelfeld aufgerückt, weil sich dort sonst keiner für den langen Pass von Georg Niedermeier auf Martin Harnik zuständig fühlte - doch Westermann kam zu spät.

Harnik spielte Cacau frei, der frei vor Torwart Frank Rost aus elf Metern eiskalt verwandelte.

Damit hatte sich für den VfB die Entscheidung von Trainer Bruno Labbadia bezahlt gemacht, Cacau nach guter Leistung in Köln den Vorzug vor dem nach einer Gelbsperre zurückgekehrten Pawel Pogrebnjak zu geben.

Hajnal verpasst höhere Führung

Cacau bereitete eine weitere Möglichkeit für Shinji Okazaki vor, doch HSV-Verteidiger Dennis Diekmeier verhinderte das 2:0 im letzten Moment (9.). Hajnal hätte ebenfalls erhöhen können (14./18.), schoss aber zweimal vorbei.

Hamburg vermisste seine Stützen Ruud van Nistelrooy, Marcell Jansen, Joris Mathijsen und Jonathan Pitroipa, die allesamt verletzt ausfielen.

Die erste gute Gelegenheit war so ein Zufallsprodukt: Nach einer verunglückten Flanke von Änis Ben-Hatira grätschte Tunay Torun den Ball an die Latte (29.).

Wenig später traf Torun das rechte Außennetz (34.), Mladen Petric brachte es fertig, das Tor nach Ecke von Ben-Hatira aus drei Metern per Kopf zu verfehlen (38.).

Weniger Tempo nach der Pause

Nach der Pause neutralisierten sich beide Mannschaften zunächst. Stuttgart musste sich nun vorwerfen lassen, zu wenig auf das zweite Tor zu drängen.

Der HSV tat sich weiter schwer, richtig gute Gelegenheiten blieben selten. In der 63. Minute aber tauchte Ben-Hatira nach Flanke des kurz zuvor eingewechselten Paolo Guerrero alleine vor Sven Ulreich auf, schoss dem VfB-Torhüter jedoch aus fünf Metern ans Bein.

In der 79. Spielminute war es dann der eingewechselte Gentner, der nach Hajnals Vorarbeit alles klar machte. Kurz vor dem Abpfiff ließ Cacau noch seinen zweiten Treffer folgen (88.).

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