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Abwehrmann Marvin Compper (l.) spielt seit 2008 bei 1899 Hoffenheim © getty

Bayer dreht nach schwacher Anfangsphase das Spiel gegen Hoffenheim und hält die Konkurrenz auf Distanz. Kadlec sorgt für die Wende.

Leverkusen - Bayer Leverkusen hat für die 1:5-Pleite bei Bayern München Wiedergutmachung betrieben und seinen Anpruch auf einen direkten Champions-League-Platz für die kommenden Saison untermauert.

Eine Woche nach dem blamablen Auftritt beim deutschen Rekordmeister gewann die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes etwas schmeichelhaft mit 2:1 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim und hielt damit Verfolger Hannover 96 auf Distanz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Hoffenheim unterlag im viertletzten Spiel unter seinem scheidenden Trainer Marco Pezzaiuoli dagegen zum fünften Mal in Folge auf fremden Platz und befindet sich weiter im Niemandsland der Tabelle.

Hoffenheim, das noch nie ein Ligaspiel gegen die Werkself gewinnen konnte, war in der 28. Minute durch Gylfi Sigurdsson in Führung gegangen. In der 40. Minute gelang Michal Kadlec nach einer Ecke von Arturo Vidal noch das glückliche 1:1. In der 51. Minute nutzte dann Arturo Vidal einen katastrophalen Patzer von Ryan Babel zur erstmaligen Führung für Bayer.

Hoffenheim legt gut los

Die Gastgeber versuchten vor 29.313 Zuschauern zwar von Beginn an, Hoffenheim unter Druck zu setzen, spielten aber viel zu umständlich, um für Gefahr zu sorgen.

Die Gäste aus dem Kraichgau, die sich keineswegs versteckten, hatten die erste Möglichkeit. In der vierten Minute scheiterte Peniel Mlapa mit einem Schuss an Nationaltorwart Rene Adler. Anschließend nahm Bayer aber das Heft immer mehr in die Hand, was nicht zuletzt dem sehr couragierten Michael Ballack zu verdanken war.

Starke klärt blitzschnell

Die erste gute Gelegenheit ergab sich für Leverkusen in der 13. Minute, als Renato Augusto einen Eckball auf das kurze Eck zirkelte, der ehemalige Bayer-Schlussmann Tom Starke im Hoffenheimer Tor aber prima reagierte.

Nachdem David Alaba Sekunden zuvor einen Freistoß aus 20 Meteren über das Leverkusener Tor geschossen hatte, scheiterte dann Ballack in der 21. Minute in aussichtsreicher Position.

Starke rettete in der 36. Minute zudem gegen Stefan Kießling, zwei Minuten später traf Sigurdsson auf der anderen Seite mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze nur den Pfosten 386023(DIASHOW: Der 31. Spieltag).

Probleme trotz Vidals Tor

Auch in Durchgang zwei konnten die Leverkusener zunächst nur selten umsetzen, was sie sich vorgenommen hatten. Auch der zehnte Saisontreffer von Vidal brachte keine Sicherheit ins Leverkusener Spiel.

Sidney Sam vergab in der 55. Minute das mögliche 3:1, Stefan Kießling ließ in der 68. Minute eine Riesenchance ungenutzt, und Starke bewies wenig später bei einem Kopfball von Sami Hyypiä noch einmal seine Klasse. Hoffenheim brachte seinerseits kaum noch gute Aktionen in der Offensive zustande.

Pezzaiuoli hadert

Entsprechend enttäuscht zeigte sich Kapitän Andreas Beck bei "Sky": "In der zweiten Halbzeit waren wir zu behäbig und Leverkusen zu dominant. In der Rückrunde ist es uns schwer gefallen, eine Konstante in unser Spiel zu bringen."

1899-Trainer Pezzaiuoli haderte mit den Chancen: "Wir haben gegen die beste Mannschaft der Rückrunde gespielt, und jeder im Stadion konnte sehen, dass wir gut vorbereitet waren. Nach unserer Führung hätten wir den Deckel auf den Topf machen müssen, haben aber leider nur den Pfosten getroffen."

Hermann mit offenen Worten

"Das 1:1 durch Kadlec war natürlich sehr wichtig für uns, danach haben wir hochverdient gewonnen", sagte Leverkusens Co-Trainer Peter Hermann. Zu Dortmunds Titelchancen gab sich Hermann sehr offen: "Ich kucke nur auf Hannover und Bayern. Gegen Dortmund haben wir keine Chance, sie sind einfach zu gut. Das muss man ganz klar sagen."

Mit Hyypiä in der Startelf

Bayer-Trainer Jupp Heynckes, der vor seiner Rückkehr zu Bayern München zum vorletzten Mal bei einem Heimspiel auf der Leverkusener Bank saß, hatte personelle Konsequenzen aus der Niederlage bei seinem künftigen Arbeitgeber gezogen.

Stefan Reinartz, Hanno Balitsch, Gonzalo Castro und Derdiyok fanden sich bei den Ersatzspielern wieder. Dafür schickte Heynckes Hyypiä, Kadlec, Lars Bender und Stefan Kießling von Beginn an ins Rennen.

In einem über weite Strecken durchschnittlichen Bayer-Team konnten der nimmermüde Kadlec, Renato Augusto, Arturo Vidal und mit Abstrichen Ballack überzeugen.

Bei den stark ersatzgeschwächten Gästen, die nur mit 16 Spielern angereist waren, verdienten sich Starke und Sigurdsson gute Noten.

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