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Jürgen Klopp trat als Trainer von Borussia Dortmund die Nachfolge von Thomas Doll an © getty

Der BVB-Trainer analysiert die Pleite in Gladbach, schützt aber seine Spieler. Gladbachs Coach Favre stellt eine Forderung.

Von Mathias Frohnapfel

München - Ein Ausrutscher - mehr nicht.

Über die Bewertung der 0:1-Niederlage in Gladbach (Bericht) ist man sich bei Borussia Dortmund einig.

Angst, den Titel auf der Zielgerade zu verspielen, zeigt auch Jürgen Klopp nicht (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir brauchen jetzt nicht ewig, uns wiederaufzubauen", sagte der BVB-Trainer auf "sky".

Die unerwartete Pleite beim Tabellenletzten analysierte er nachdenklich, nahm seine Spieler aber ausdrücklich in Schutz vor allzu harscher Kritik.

"Gefühlt 8.000 Zweikämpfe gewonnen"

Das galt auch für Antonio da Silva und Neven Subotic, die beim Gegentor durch Mohamadou Idrissou keine gute Figur gemacht hatten 386023(DIASHOW: Der 31. Spieltag).

"Ich habe Fehler beim Spiel in die Spitze gesehen, Gladbach hat auf Konter gespielt, da kann mal einer durchrutschen", erklärte er im "ZDF".

Und fügte demonstrativ an: "Ich werde nicht anfangen, bei Jungs, die gefühlt 8.000 Zweikämpfe im Jahr gewonnen haben, mir einen raussuchen und sagen: 'Da hast du Scheiße gebaut'."

Subotic hofft auf Besserung

Innenverteidiger Subotic gab sich ohnehin einsichtig.

"Das war ein Ausrutscher von mir und der Mannschaft", meinte er. "Ich denke, in den nächsten Spielen wird es besser."

Sein Trainer hatte indes schon den Blick auf die Partie gegen 1. FC Nürnberg gerichtet, der noch kräftig im Rennen um die Europa League mitmischt.

"Wir haben schon die ganze Zeit Stress", sagte Klopp angesprochen auf einen Endspurt, der trotz fünf Punkten Vorsprung vor Bayer Leverkusen noch höchst delikat werden könnten. "Nürnberg möchte in die Europa League, das wird intensive Arbeit."

[kaltura id="0_udjnm8gd" class="full_size" title="Klopp Wer nerv s wird dem ist nicht zu helfen "]

Taktgeber Sahin fehlt

In Gladbach vermisste sein Team vor allem den verletzten Mittelfeldtaktgeber Nuri Sahin schmerzhaft.

Klopp nannte aber auch einen psychologischen Grund für eine zerfahrene erste Hälfte: "Wir haben zu schnell versucht, in die Spitze zu spielen. Das hängt damit zusammen, dass man es gleich regeln möchte."

"Klare Reaktion" gefordert

Erst nach der Pause habe sein Team besser die Flügel besetzt und "Riesendruck" aufgebaut.

Für die Schwarz-Gelben soll diese zweite Hälfte auch Vorlage für das Nürnberg-Spiel sein, für das Subotic eine "klare Reaktion" ankündigte.

Und Jungspund Kevin Großkreutz zeigte sich gegenüber den Reportern ebenfalls betont lässig und verkündete: "Wir holen die nötigen vier Punkte, dann werden Sie sehen, was hier los ist."

Gladbach will noch sechs Punkte holen

Auf sechs Zähler in den letzten drei Spielen hofft indes Borussia Mönchengladbach nach dem Coup gegen den Spitzenreiter.

"Die Hoffnung ist da. Es sind noch drei Spiele, und neun Punkte sind zu vergeben. Wir müssen mindestens sechs Punkte holen, um den Relegationsplatz zu erreichen", forderte Trainer Lucien Favre.

Erstmals seit dem zwölften Spieltag gab die Borussia die Rote Laterne ab.

Für den Kopf und die Moral sei es sehr wichtig, vom letzten Platz weg zu sein, sagte Mitteldmann Roman Neustädter, der das Erfolgsgeheimnis gegen Dortmund einfach zusammenfasste: "Hinten keinen reinlassen, vorne einen reinwürgen."

"Jeder war für jeden da"

Gladbach zeigte zudem Kampf, Laufbereitschaft und Siegeswille. "Es war jeder für jeden da. So wünschen wir uns die letzten drei Spiele, dann schaffen wir es", befand Torschütze Idrissou.

Ihr neues Selbstvertrauen wollen die Gladbacher auch bei Hannover zeigen.

Der Aufschwung der Borussia lässt sich auch an Torhüter Marc-Andre ter Stegen festmachen. Der 18-Jährige bot in seinem dritten Bundesligaspiel eine ganz souveräne Leistung, strahlte viel Ruhe aus und gab der Hintermannschaft Sicherheit.

"Er spielt sehr gut mit und ist schon ziemlich abgezockt", meinte Martin Stranzl, der fest an die Rettung glaubt: "So eine Mannschaft, so ein Klub mit solchen Fans darf nicht absteigen. Es wird schwierig, aber wir arbeiten daran."

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