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Lukas Podolski hat in dieser Saison zwölf Tore für den FC geschossen © imago

Noch drei Spiele, dann wird abgerechnet - wer muss runter? SPORT1 nimmt Form und Restprogramm der Abstiegskandidaten unter die Lupe.

Von Tobias Hlusiak

München - Man wähnte sich in Köln schon gerettet.

Dann kam die 1:4-Niederlage beim VfL Wolfsburg und der FC ist wieder mittendrin im Abstiegskampf.

Doch was dann folgte, dürfte bei jedem FC-Fan die Angst vor dem Abstieg nur noch vergrößern.

Trainer Frank Schaefer erklärte seinen sofortigen Rücktritt - Sportdirektor Volker Finke übernimmt.

Fans platzt der Kragen

Damit wird das Chaos rund um den FC noch größer. Die Fans machten der Mannschaft und dem Vorstand ohnehin schon die Hölle heiß.

"Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot", war als Graffiti auf einer Werbebande zu lesen (DATENCENTER: Bundesliga).

Jetzt, wo der beliebte Trainer und vielleicht einzige Hoffnungsträger vom Hof gejagt wurde, könnten in Köln bald alle Dämme brechen.

Wichtige Siege für Konkurrenten

Denn im Gegensatz zu Köln fuhr die Konkurrenz wichtige "Dreier" ein.

Am Freitagabend siegte der VfL Wolfsburg mit 1:0 bei Werder Bremen (Bericht), der 1. FC Kaiserslautern verabschiedete sich durch 2:0-Sieg gegen den FC St. Pauli (Bericht) praktisch aus dem Abstiegskampf.

SPORT1 zeigt das Restprogramm der Abstiegskandidaten und analysiert die aktuelle Form der Kellerkinder. (SERVICE: Der Tabellenrechner)

1. FC Kaiserslautern (11. Platz, 40 Punkte, Tordifferenz -5):

Form: Durch den Sieg gegen St. Pauli schaufelte der 1. FC Kaiserslautern 40 Punkte auf die Habenseite.

Noch nie ist ein Team mit dieser Punktzahl abgestiegen, die Chancen, dass die "Roten Teufel" doch noch absteigen sollten, sind nur noch rein mathematischer Natur.

Restprogramm: Wolfsburg (A), Werder (H)

SV Werder Bremen (12. Platz, 38 Punkte, Tordifferenz 15):

Werder schien schon fast gerettet, nun beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch vier Punkte.

Dazu muss Bremen in der nächsten Partie zuhause gegen Dortmund ran.

Trotzdem: Es müsste schon alles gegen Bremen laufen, damit die Elf von Thomas Schaaf doch noch absteigt.

Restprogramm: Dortmund (H), Kaiserslautern (A)

VfB Stuttgart (13. Platz, 36 Punkte, Tordifferenz 0):

Form: Wie immer setzte der VfB die Hinrunde gründlich in den Sand, steht aber in der Rückrundentabelle auf Rang sechs. Das 3:0 gegen den HSV (Bericht) war bereits der siebte Sieg im Jahr 2011.

Rückkehrer Cacau avancierte mit einem Doppelpack zum Matchwinner.

Nach dem Sieg in Köln feierte der VfB den zweiten Erfolg in Folge. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nun schon vier Punkte.

Für das Team von Bruno Labbadia spricht auch die beste Tordifferenz aller Abstiegskandidaten. Beim Blick auf die kommenden Aufgaben wird aber klar: Der VfB sollte in der kommenden Woche in Hoffenheim etwas holen. Sonst könnte es nochmal eng werden.

Restprogramm: Hoffenheim (A), Hannover (H), Bayern (A)

VfL Wolfsburg (14. Platz, 35 Punkte, Tordifferenz -6):

Form: Der VfL Wolfsburg ist der Gewinner der letzten beiden Spieltage. Mit den ersten beiden Siegen unter Felix Magath drängen die "Wölfe" mit Macht aus dem Keller.

In der aktuellen Form nehmen die Niedersachsen klar Kurs auf ein Happy End nach einer verkorksten Saison.

Restprogramm: Kaiserslautern (H), Hoffenheim (A)

1. FC Köln (15. Platz, 35 Punkte, Tordifferenz -20):

Form: Das Gesetz der Serie spricht gegen den FC.

In den vergangenen drei Auswärtsspielen kassierten die Kölner 15 Gegentore. Dazu ging auch noch die tolle Heimserie zu Bruch.

Die große Unruhe im Umfeld tut ihr Übriges, um die Talfahrt der Rheinländer zu beschleunigen.

Ob Volker Finke die zerstrittene Kölner Mannschaft so zusammenhalten kann, wie Schaefer, darf angezweifelt werden.

Das Restprogramm ist happig; es könnte also noch ganz bitter werden am Geißbockheim.

Restprogramm: Leverkusen (H), Frankfurt (A), Schalke (H)

Eintracht Frankfurt (16. Platz, 34 Punkte, Tordifferenz -11):

Form: Die Frankfurter liegen abgeschlagen auf dem letzten Platz der Rückrundentabelle. Das hat sich auch nach dem Remis gegen Bayern nicht geändert (Bericht).

Ein Hauptproblem: Theofanis Gekas hat Ladehemmung. Gegen den Rekordmeister versiebte der Grieche wieder zwei Hochprozenter. Und nur wenn Gekas trifft, wie zuletzt vor vier Spieltagen gegen St. Pauli, gewinnt die Eintracht auch.

Wer in Frankfurt auf den Daum-Effekt gehofft hat, wurde enttäuscht - denn der ist bei nur drei Punkten aus vier Spielen ausgeblieben.

Erstmals rutschte die Mannschaft am Freitag auf den Relegationsplatz ab - und Frankfurts Restprogramm hat es in sich.

Restprogramm: Mainz (A), Köln (H), Dortmund (A)

Mönchengladbach (17. Platz, 29 Punkte, Tordifferenz -20):

Form: Was für eine Sensation. Mönchengladbach besiegt im heimischen Borussia-Park den Tabellenführer aus Dortmund (Bericht), dessen Fans schon auf eine frühzeitige Meistersause eingestellt waren.

Damit gibt die Borussia die richtige Antwort auf die unglückliche Niederlage in Mainz vor Wochenfrist.

Coach Lucien Favre hat das Team stabilisiert. In den vergangenen acht Spielen kassierte Gladbach nur acht Gegentore. In den 23 vorhergegangenen Partien waren es noch 56 gewesen.

Das Ziel muss der Relegationsplatz sein, und auf den sind es nur drei Zähler. "Dazu müssen wir noch sechs Punkte holen", ist sich Favre sicher.

Immerhin ist man die Rote Laterne am Niederrhein erstmals seit November 2010 los.

Restprogramm: Hannover (A), Freiburg (H), HSV (A)

FC St. Pauli (18. Platz, 29 Punkte, Tordifferenz -25):

Form: Nach der Niederlage in Kaiserslautern ist St. Pauli wohl kaum noch zu retten. Zumal aus den letzten beiden schweren Partien nicht mehr allzu viele Punkte zu erwarten sind.

Restprogramm: Bayern (H), Mainz (A)

SPORT1-Prognose:

St. Pauli erscheint angesichts der zuletzt gezeigten Leistungen fast chancenlos. Mönchengladbach muss in Hannover punkten, um seine Chancen zu wahren.

Sollte das den Gladbachern gelingen, dürften sie mit Köln und Frankfurt den direkten Absteiger und den Relegationsplatz ausspielen.

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