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Ashkan Dejagah (l.) und Mario Mandzukic erzielten jeweils zwei Tore gegen Köln © getty

Wolfsburg feiert gegen Köln den ersten Sieg unter Magath. Der Trainer ist erleichtert und optimistisch. Köln schiebt Frust.

Von Christoph Gschoßmann und Jürgen Blöhs

München - Der VfL Wolfsburg hat den Abstiegskampf offenbar endlich angenommen. 386023(DIASHOW: Der 31. Spieltag)

Mit einer bärenstarken Vorstellung gegen desolate Kölner (Bericht) hat der Meister von 2009 im Abstiegskampf einen eminent wichtigen Schritt in Richtung rettendes Ufer gemacht.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dass sich Wolfsburg im Existenzkampf in der Bundesliga befindet, der nach wie vor in der Zweiten Liga enden könnte, ist scheint nun endlich auch der Mannschaft bewusst geworden zu sein.

Maßnahmen des Umfelds fruchten

Unter der Woche hatte Aufsichtsrat die Spieler harsch kritisiert. Auch die Fans suchten die Aussprache mit der Mannschaft.

Diese Maßnahmen haben offenbar gefruchtet, die Mannschaft von Felix Magath zeigte sich wie verwandelt und hatte die Kölner zu jedem Zeitpunkt des Spiels im Griff.

Endlich feierte der alte, neue Wolfsburger Coach seinen ersten Sieg mit dem abstiegsbedrohten VfL und zeigte sich sichtlich erleichtert.

"Im fünften Anlauf ist jetzt endlich der erste dreifache Punktgewinn. Das haben wir heute gebraucht", so Magath gegenüber "LIGA total!".

Magath in Osterlaune

Trotz der brisanten Lage bewies Magath aber schon gleich nach Abpfiff seinen Humor, als man ihn nach seinem Gemütszustand fragte.

"Mir sind einige Eier vom Herzen gefallen", quittierte der siegreiche Trainer den Ostersonntagssieg mit einem Lächeln.

Magath kehrte aber gleich zur Tagesordnung zurück und bestätigte den Eindruck, den auch die Zuschauer im ausverkauften Wolfsburger Stadion bekommen hatten: "Wir haben mittlerweile begriffen, was Abstiegskampf ist", so Magath.

Mario Mandzukic, der Wolfsburger, der von Magaths Wechsel wohl am meisten profitiert hat, brachte den Sieg auf den Weg.

Mit zwei blitzsauberen Toren (14., 39.) sorgte der Kroate für die frühe Zwei-Tore-Führung.

Mandzukic mit Galavorstellung

Neben seinem Assist zu Ashkan Dejagahs 4:1 (88.) bereitete Mandzukic (fünf Tore in den letzten vier Spielen) noch acht weitere Torschüsse vor.

Mandzukic scheint seine erfolglose Anfangszeit in Wolfsburg abgehakt zu haben und ist optimistisch, was die restliche Saison angeht.

"Dass ich bereits als Fehleinkauf abgestempelt worden bin, hat mich nicht weiter gestört. Wenn wir weiterhin so auftreten, habe ich keine Sorgen, dass wir die Klasse halten", sagte der Matchwinner gegenüber SPORT1.

Dejagah: Doppelpack als Joker

Neben einem fantastisch aufgelegten Diego, der an so gut wie jedem erfolgreichen Spielzug der "Wölfe" beteiligt war, glänzte auch "Doppel-Joker" Dejagah mit zwei Treffern.

Nicht jeder Trainer hätte Cicero beim Stande vom 1:0 für Wolfsburg in der 34. Minute ausgewechselt. Aber Magath ist ja bekanntlich nicht jeder Trainer, wie auch Dejagah weiß.

"Jeder kennt doch unseren Trainer. Da muss man immer bereit sein. Als er dann gesagt hat, dass ich rein komme, habe ich versucht, Gas zu geben", sagte der Doppeltorschütze.

Rensing: "Es mach keinen Spaß mehr"

In Köln herrscht derweil Tristesse.

Der mit Abstand beste Kölner, Torwart Michael Rensing, schob ob der eklatanten Kölner Auswärtsschwäche Frust.

"Es macht langsam keinen Spaß mehr, wenn dir die ganze Zeit die Bälle um die Ohren fliegen. Wenn wir weiter auswärts so auftreten, können wir die Punkte das nächste Mal gleich mit der Post schicken", sagte Rensing.

Ein Gegenbeispiel für das erfolgreich einwirkende Umfeld findet sich bei den Rheinländern wieder.

Schaefer niedergeschlagen

Das Theater um die Kölner Führungsetage um die Abgangsankündigung von Trainer Frank Schaefer hat der Mannschaft sichtlich geschadet.

Sportdirektor Volker Finke hat es bis jetzt ganz und gar nicht geschafft, "Freiburger Ruhe" zum turbulenten FC zu bringen.

Schaefer selbst versprühte nach der erschütternden Niederlage wenig Zuversicht. "Die Art und Weise, wie wir die letzten drei Spiele angegangen sind, macht mir wenig Mut", sagte Rensing.

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