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Schweinsteiger (l.) und Jonker haben mit Bayern einen Punkt Rückstand auf Hannover © imago

Der FC Bayern erlebt in Frankfurt den nächsten Rückschlag. Die Champions-League-Qualifikation ist wieder in akuter Gefahr.

Von Christian Stüwe

München - Das quälende Auf und Ab des FC Bayern München geht weiter.

Nachdem Louis van Gaal entlassen worden war und dessen vorheriger Assistent Andries Jonker übernommen hatte, fegten die Bayern Leverkusen vom Platz und träumten wieder von besseren Zeiten.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch der Rückschlag ließ nicht lange auf sich Warten. Beim enttäuschenden 1:1 bei Eintracht Frankfurt (Bericht) wurde der Rekordmeister wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. 386023(DIASHOW: Der 31. Spieltag)

Und das ist in dieser für Bayern-Verhältnisse schrecklichen Saison nichts Neues: Immer wenn sich ein Aufwärtstrend abzuzeichnen scheint, setzt es den nächsten Tiefschlag.

"Es ist wie eine Achterbahnfahrt", erklärte Mario Gomez und traf damit den Nagel auf den Kopf.

Minimalziel in Gefahr

Das Saisonziel ist mittlerweile nur noch der dritte Rang und die damit verbundene Chance, über die Qualifikationsrunde doch noch in die Champions League zu gelangen.

Für einen Klub, der jede Saison Meister werden will und zu Beginn der Spielzeit von drei Titeln träumte, ist das ohnehin recht wenig.

Doch selbst der dritte Platz ist mittlerweile in akuter Gefahr und für die Münchner nur noch zu erreichen, wenn Hannover 96 Punkte liegen lässt.

"Natürlich ist es kein schönes Gefühl, von jemanden abhängig zu sein", sagte Bastian Schweinsteiger, dessen Form in dieser Saison ebenfalls einer Achterbahn gleicht.

Fünf Mal wieder von Rang drei verdrängt

Das Auf und Ab des Rekordmeisters lässt sich auch an den Platzierungen der letzten Wochen belegen.

Gleich fünf Mal schoben sich die Bayern auf den anvisierten dritten Rang vor, doch jedes Mal fiel die Mannschaft nach Patzern wieder zurück.

Die Gründe hierfür sind vielfältig.

[kaltura id="0_iunbneou" class="full_size" title=" Bayern hat sich blenden lassen "]

In der Abwehr fehlt die Stabilität und die Wechsel auf der Torwartposition zwischen Thomas Kraft und Jörg Butt sorgten für zusätzliche Unruhe

Dazu ist die Mannschaft abhängig von dem in den letzten beiden Partien gesperrten Arjen Robben.

"Haben uns von Robben blenden lassen"

"Etwas was wir alle versäumt haben beim FC Bayern, war Tore und Siege richtig einzuschätzen", sagte Bayerns Vorstands-Berater Paul Breitner am Sonntag im SPORT1-Doppelpass(Bericht):

"Wir haben uns alle von fünf, sechs Toren von Arjen Robben blenden lassen. Er hat entscheidende Tore gemacht, in Situationen, in den wir schon zwei Mal weg vom Fenster waren."

In Frankfurt ließ die Mannschaft einmal mehr beste Chancen aus, erst ein Elfmeter, den Gomez zu seinem 23. Saisontor verwandelte, brach den Bann und brachte zumindest einen Punkt.

"Wir haben sehr guten Fußball gespielt, aber vor dem Tor mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei angefangen und die Chancen nicht konsequent zu Ende gespielt", ärgerte sich Gomez.

Jonker sieht Konzentrationsprobleme

Trainer Jonker machte außerdem eine Kopfproblem bei seiner Mannschaft aus.

"Die Mannschaft hat schon die ganze Saison Probleme, sich über 90 Minuten zu konzentrieren", erklärte der Niederländer: "Das musst du aber, um solche Spiele zu gewinnen. Das hat uns schon viel gekostet."

Im Saisonfinale soll nun einmal mehr die Wende gelingen. (SERVICE: Der Tabellenrechner)

"Wir müssen gegen Schalke gewinnen und hoffen, dass Hannover Punkte lässt", sagte Schweinsteiger.

Ähnlich sieht es auch Mario Gomez: "Wir müssen die letzten drei Spiele gewinnen, dann werden wir Dritter, aber die müssen wir wirklich gewinnen."

Solche Aussagen gab es in dieser Achterbahn-Saison allerdings schon häufig von den Bayern zu hören.

"Wir sind selber schuld"

Sollten die Spieler ihre Ankündigungen diesmal nicht wirklich in Siege umsetzen, droht das schlimmste Szenario: Das Champions-League-Endspiel findet am 19. Mai 2012 in der Allianz Arena statt und der FC Bayern hätte keine Chance daran teilzunehmen.

"Wir haben es 30 Spieltage nicht geschafft, die Basis zu schaffen, die uns berechtigen würde, von Haus aus in der Champions League mitzuspielen", erklärte Breitner: "Wir sind selber schuld, dass wir es nicht geschafft haben, dass man jetzt sagen kann 'Was wollt ihr? Wir sind nächstes Jahr wieder dabei'."

Nichts läuft in dieser Saison mit der gewohnten Selbstverständlichkeit beim FC Bayern.

Und sollte die Mannschaft wirklich die Qualifikation zur Champions League verpassen, wäre dies das albtraumhafte Ende der Achterbahn-Saison.

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