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Die Kölner Profis wurden von einigen "Fans" schwer bedroht © getty

Nach der Niederlage beim VfL rasten Kölns Anhänger aus und bedrohen ihr Fans auf dem heimischen Trainingsgelände. Schaefer soll bleiben.

Von Tobias Hlusiak und Marco Wiefel

München - Böse Überraschung für die Profis des 1. FC Köln (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Als die Mannschaft am Montagmorgen von einem Waldlauf auf das Trainingsgelände zurückkehrte, empfingen sie der Schriftzug "Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot".

Unbekannte hatten die Mitteilung auf eine Werbebande des Trainingsplatzes gesprüht.

"Das ist beschämend. Das geht unter die Gürtellinie", sagte der geschockte Torwart Michael Rensing.

Auch FC-Trainer Frank Schaefer reagierte entsetzt.

Diskussionen am Flughafen

Durch das 1:4 beim VfL Wolfsburg (Bericht), der dritten herben Auswärtspleite in Folge, war der Traditionsklub erneut in akute Abstiegsgefahr geraten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Schon unmittelbar vor dem Rückflug der Mannschaft nach Köln hatten 60 erboste Fans die Mannschaft am Braunschweiger Flughafen zur Rede gestellt.

Rensing, Mato Jajalo und Milivoje Novakovic stellten sich den Anhängern.

Begleitet wurde das Trio von Geschäftsführer Claus Horstmann und FC-Sportdirektor Volker Finke.

"Werden alles für den Klassenerhalt geben"

Das Quintett versprach in den letzten Wochen alles für den Klassenerhalt zu geben.

Die Fans ließen ein wenig Dampf ab, blieben aber friedlich und machten sich trotzdem mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch auf die Heimreise.

Finke steht zum Trainer

Sportdirektor Finke schließt eine Beurlaubung Schaefers vorerst aus.

"Da denke ich momentan überhaupt nicht dran", sagte er am Sonntag nach der Pleite in Wolfsburg 386023(DIASHOW: Der 31. Spieltag).

Angesichts von nur noch drei Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz 16 kündigte er zwar eine gründliche Analyse an.

Auf die Frage, ob Schaefer auch noch am Samstag gegen Bayer Leverkusen auf der Bank sitze, sagte Finke allerdings: "Ich gehe davon aus."

Der Coach hatte zum Saisonende seinen Rückzug angekündigt.

Fan-Demo "Pro Schaefer"

Im sozialen Netzwerk "facebook" kündigten einige Anhänger allerdings für den heutigen Ostermontag eine Fan-Demonstration "Pro Schaefer" am Geißbockheim an.

Die Anhänger wollen den Trainer bewegen, seine Entscheidung, den Posten am Saisonende aus persönlichen Gründen zu räumen, rückgängig zu machen.

Das Theater um die Abgangsankündigung Schaefers hat der Mannschaft sichtlich geschadet.

"Das macht mir wenig Mut"

Sportdirektor Volker Finke hat es bis jetzt nicht geschafft, "Freiburger Ruhe" zum turbulenten FC zu bringen.

Schaefer selbst versprühte nach der erneut erschütternden Niederlage wenig Zuversicht.

"Die Art und Weise, wie wir die letzten drei Spiele angegangen sind, macht mir wenig Mut", sagte der Trainer.

"Es macht langsam keinen Spaß mehr, wenn dir die ganze Zeit die Bälle um die Ohren fliegen. Wenn wir weiter auswärts so auftreten, können wir die Punkte das nächste Mal gleich mit der Post schicken", pflichtete Rensing bei.

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