vergrößernverkleinern
Dieter Hecking ist seit 2006 Trainer von Hannover 96 © imago

Nach einer schwachen Hinrunde wird das Eis für Hannovers Trainer Dieter Hecking langsam dünn. Der Klubchef fordert einen Sieg.

Hannover - Erst träumten sie von Europa, jetzt droht Hannover 96 der Albtraum Abstiegskampf: Magere 13 Punkte fuhren die Niedersachsen in den ersten 14 Saisonspielen ein und blicken damit auf die schlechteste Bilanz seit ihrer Bundesliga-Rückkehr vor sechs Jahren.

Klubchef Martin Kind hält trotzdem zu Trainer Dieter Hecking.

Doch der Druck wächst. Gegen den Tabellenvorletzten Karlsruher SC muss am Samstag (15.30 Uhr LIVE) ein Sieg her - sonst könnte es für den Coach eng werden.

Sieg als Pflicht?

"Ich stelle mich der Situation und gehe fest davon aus, dass ich auch nach dem Spiel noch Trainer bin. Es gibt eine klare Aussage und ich bin davon überzeugt, dass wir zurück in die Spur finden werden", meint Hecking.

Kind gibt derweil die Richtung vor: "Die ideale Antwort auf die Diskussion wäre ein Sieg", sagt der 64-Jährige: "Dieter Hecking hat mein Vertrauen."

Was im Falle einer Niederlage passiert, bleibt allerdings abzuwarten.

"Bester Kader aller Zeiten"

Zumal die Ansprüche an der Leine in den vergangenen Jahren kontinuierlich wuchsen.

Als vor der Saison dann auch noch Spieler wie Jan Schlaudraff und Mikael Forssell von einem Wechsel nach Hannover überzeugt werden konnten, wurde das vorhandene Personal im Umfeld immer wieder als "bester 96-Kader aller Zeiten" (Kader) gepriesen.

Der Einzug in den UEFA-Cup sollte es da schon sein. Selbst die Verantwortlichen konnten sich der damaligen Euphorie nicht ganz entziehen und stimmten mal vorsichtig, mal etwas mutiger in den Chor mit ein.

Aufholjagd statt Abstiegskampf

Doch die "Roten" sind immer noch graue Mäuse. Neben einer eklatante Auswärtsschwäche (erst ein Punkt) erwies sich vor allem das Verletzungspech als ständiger Begleiter.

Bis auf Junioren-Nationalspieler Konstantin Rausch musste jeder Profi des Kaders in der laufenden Saison mindestens einmal wegen einer kleineren oder größeren Blessur passen.

Besonders der monatelange Ausfall von Nationatorhüter Robert Enke (Kahnbeinbruch) macht dem Team zu schaffen. "Es war bisher ein Seuchenjahr. Unser Ziel muss es sein, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben und vor der Winterpause noch sechs oder sieben Punkte einzufahren", erklärt der 31-Jährige, der zur Rückrunde (Spielplan) wieder zwischen den Pfosten stehen soll.

Familienglück und Jobprobleme

Für Hecking ist die momentane Situation derweil doppelt belastend. Der Coach kämpft nicht nur um seinen Job, sondern auch um ein gehöriges Stück Lebensqualität.

Als er im September 2006 von Alemannia Aachen zu den 96ern wechselte, war auch die Familie ein wichtiger Grund. Ehefrau Kerstin und die fünf Kinder wohnen im nur gut 30 Kilometer von Hannover entfernten Bad Nenndorf.

Dass Jobs vor der eigenen Haustür in der Branche rar gesät sind, weiß auch Hecking. Er gibt sich kämpferisch: "Wir werden gegen den KSC gewinnen. Dann hören auch die Diskussionen auf."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel