vergrößernverkleinern
Schalkes Manager Horst Heldt (l.) und Bayern-Präsident Uli Hoeneß sind sich noch uneins © imago

Durch Schalkes Millionen-Regen in der Champions League müssen die Bayern wohl noch härter um den Nationaltorwart kämpfen.

München - Uli Hoeneß und Horst Heldt haben sich schon einige Male ordentlich beharkt.

Besonders im Fall Mario Gomez hat der damalige Münchner Manager die Hartnäckigkeit des jungen Stuttgarter Kollegen zu spüren bekommen.

Mit einem Jahr Verspätung wechselte Gomez 2009 zu den Bayern, rund 35 Millionen Euro Ablöse wurden fällig.

Mittlerweile ist Hoeneß Präsident seines Vereins und Heldt als Sportdirektor beim FC Schalke 04 tätig.

Und die Geschichte könnte sich wiederholen - im immer härter geführten Poker um Nationaltorwart Manuel Neuer. Schalke-Boss Clemens Tönnies treibt den Preis bereits weiter hoch.

Er wundere sich, "wie hartnäckig Uli (Hoeneß, d. Red.) die Fußballwelt Glauben machen will, wir seien in Zugzwang", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04 der "Bild"-Zeitung.

Und weiter: "Franz Beckenbauer hat schließlich gesagt, Manuel Neuer sei der beste Torwart der Welt. Wenn man den haben will, muss man ein entsprechendes Angebot machen."

20 Millionen Euro Ablöse

Den Klub drücken Schulden in Höhe von angeblich 250 Millionen Euro.

Neuer, dessen Vertrag 2012 ausläuft, hatte am vergangenen Mittwoch angekündigt, Schalke verlassen zu wollen. Spekuliert wurde zuletzt über eine Ablöse in Höhe von rund 20 Millionen Euro.

[kaltura id="0_80hhc9t8" class="full_size" title="Schalke vs United Auf dem Papier ohne Chance"]

Die Bayern gelten als einziger ernsthafter Interessent. Manchester Uniteds Teammanager Alex Ferguson winkte vor dem Halbfinal-Hinspiel bei Schalke (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) bereits ab.

50 Millionen Euro Einnahmen

Die Erfolge in der Champions League haben die Schalker selbstbewusst gemacht.

Mehr als 50 Millionen Euro haben die "Königsblauen" durch ihren Einzug ins Halbfinale gegen Manchester bereits eingenommen (DATENCENTER: Champions League).

Ein Segen angesichts der Schulden. Und mit dem unerwarteten frischen Geld lässt sich's auch ganz gut pokern.

"Wir haben nichts zu verschenken. Grundsätzlich sind wir nicht in einer Situation, in der wir Dinge tun müssen, die wir nicht tun wollen", sagte Heldt: "Diese Grundsätzlichkeit lässt sich auf jede Personalie umlegen."

Rangnick pokert mit

Auch Trainer Ralf Rangnick betont, dass es nicht zwangsläufig zum erwarteten Wechsel im Sommer kommen müsse.

Neuers Entscheidung, den Verein verlassen zu wollen, "bedeutet nicht, dass sich beide Vereine auch wirklich einigen werden", sagte Rangnick.

Dennoch werden sich die Schalker nicht an Felix Magaths Blockade-Haltung orientieren.

Der hatte kalkuliert, die Champions League sei mit Neuer wesentlich eher zu erreichen als ohne ihn - und damit auch Einnahmen von mehr als 20 Millionen Euro, die als Ablöse in Aussicht stehen.

Hoeneß macht "nur Geplänkel"

Doch Schalke ist verhandlungsbereit. Auch weil Neuer das wünscht. Allerdings müssen sich die Bayern auf Heldts hohe Forderungen einstellen. Spitzen Richtung Hoeneß gab es bereits, weil der sich vom Präsidentenstuhl aus zuversichtlich geäußert hatte.

"Mich interessieren nur Leute, die im operativen Geschäft tätig sind. Alles andere ist nur Geplänkel", konterte Heldt.

Konkret verhandelt werden soll offenbar erst nach den stressigen Schalker Tagen mit den beiden Duellen in der Champions League gegen Manchester United und dem Gastspiel zwischendurch bei den Bayern in München. "Im Moment keine Zeit", hatte Heldt zuletzt kühl ausrichten lassen.

Heldt gelassen

Und er erinnerte schon mal an andere Pokerpartien zwischen ihm und den Bayern, wie damals bei Gomez.

"Das ist nicht meine erste Verhandlung mit dem FC Bayern. Ich denke, sie wird wieder intensiv, aber respektvoll ablaufen", sagte Heldt.

Vielleicht wird's am Ende auch wieder ein bisschen teurer für die Münchner als zunächst erwartet.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel