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Lukas Podolski hat in dieser Saison zwölf Tore erzielt © getty

Beim 1. FC Köln ist Feuer unterm Dach: Die Mannschaft steckt mitten im Abstiegskampf, Jetzt schlägt der Kapitän Alarm.

Köln - Die Chaos-Wochen beim 1. FC Köln setzen sich fort:

Die Fans des Geißbock-Klubs gingen auf die Barrikaden und machten ihrem Unmut über die Krise bei einer Demonstration am Ostermontag lautstark Luft.

Sie attackierten die Vereinsführung und ergriffen Partei für Trainer Frank Schaefer, der in der vergangenen Woche erklärt hatte, nicht mehr als Chefcoach zur neuen Saison zur Verfügung zu stehen.

Dass die Situation bei den Kölnern nach drei Pleiten in Folge mehr als bedrohlich ist, daraus machte auch Kapitän Lukas Podolski kein Geheimnis.

"Müssen zusammenstehen"

"Die letzten Spiele waren katastrophal, und ich will nichts beschönigen und keine Phrasen dreschen, aber uns muss klar sein, dass es in den nächsten drei Spielen um die Existenz des Vereins geht! Und da müssen wir alle zusammenstehen",sagte dem "Express".

"Wenn wir uns jetzt gegenseitig die Köppe einschlagen, sind wir verloren. Es geht nur gemeinsam", so Podolski weiter.

Podolski hat einen Traum

Für "Prinz Poldi" zählt im richtungweisenden rheinischen Derby am kommenden Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Bayer Leverkusen ohnehin nur ein Sieg.

"Wir müssen uns an die vielen guten Heimspiele erinnern, die wir gemacht haben und Leverkusen schlagen", sagte der 25-Jährige:

"Es ist mein Traum, dass wir mit einem Sieg gegen Bayer einen Riesenschritt zum Klassenerhalt machen."

Der Werksklub aus Leverkusen belegt zurzeit Platz zwei und kann mit einem Erfolg in Köln die Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison perfekt machen.

Desolate Leistung

Dagegen steckt Köln wieder mitten im Abstiegskampf, der Abstand zu Relegationsplatz 16 beträgt nur noch drei Punkte.

Der Auswärts-Auftritt in Wolfsburg (1:4) am Sonntag war einmal mehr desolat.

Als "Sauhaufen" titulierte die "Bild" die FC-Elf. Trotz der jüngsten Talfahrt steht der 47 Jahre alte Coach Schaefer bei den Anhängern aber nach wie vor hoch im Kurs.

Demo gegen Führung

"Wird unser Schaefer gemobbt, verjagt die Herde den Wolf(gang)", war auf einem Banner während der Demo am Montag zu lesen.

Dies ging eindeutig in Richtung von Präsident Wolfgang Overath. "Mobbing, nein Danke. Vorstand raus!", stand auf anderen Spruchbändern.

Harsche Kritik der Basis muss sich aktuell auch Sportdirektor Volker Finke gefallen lassen, der als Ursache für Schaefers Aufhören gilt.

Drohungen auf Trainingsplatz

Gebetsmühlenartig betont allerdings die Kölner Führung, die Autorität von Schaefer nicht untergraben zu haben.

Dieser habe aus rein persönlichen Motiven die Entscheidung gefällt, nicht mehr als Cheftrainer weiterzumachen.

Die jüngste Schlappe in Wolfsburg führte außerdem zu geschmacklosen Drohungen auf dem Trainingsgelände. Dort stand am Montagmorgen zu lesen: "Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot." (MELDUNG: Mord-Drohungen am Geißbockheim)

Podolski entsetzt

Podolski reagierte entsetzt: "Das sind keine Fans. Das hat mit Menschenverstand nichts zu tun."

Am Montagnachmittag distanzierten sich die etwa 200 Teilnehmer der Fan-Demo "Pro Schaefer" von den Drohungen. Die Anhänger entfernten höchstpersönlich die peinlichen Schmiereien.

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