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Hannovers Jan Schlaudraff spielte in der Bundesliga auch für Gladbach und Bayern. © getty

Hannovers Schlaudraff spricht bei SPORT1 über das Ziel Champions League und Vorteile gegenüber den Bayern.

Von Andreas Kloo

München - Hannover 96 hat sich drei Spieltage vor Saisonende wieder vorbei am FC Bayern auf Platz drei geschoben.

Der Traum vom erstmaligen Einzug in die Champions League ist zum Greifen nah (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zu den erfahrenen Spielern in der Mannschaft von Trainer Mirko Slomka zählt Jan Schlaudraff.

Von Borussia Mönchengladbach über Alemannia Aachen kam der heute 27-Jährige nach München. Aus jener für ihn weniger erfolgreichen Zeit kennt er das Anspruchsdenken beim deutschen Rekordmeister.

Mittlerweile spielt Schlaudraff seit 2008 bei Hannover 96 und erlebt mit den Niedersachsen derzeit die beste Saison der Vereinsgeschichte.

Am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) kann Hannover mit einem Sieg gegen Gladbach gegenüber den Bayern vorlegen und einen weiteren Schritt Richtung Königsklasse machen.

Im SPORT1-Interview spricht Schlaudraff über Hannovers Chancen im Fernduell um Platz drei, das Spiel gegen Gladbach und seine Entwicklung im Saisonverlauf.

SPORT1: Herr Schlaudraff, die Bayern sind in Frankfurt nicht über ein Remis hinausgekommen. Offensichtlich hat der Druck, den Sie durch das 3:1 in Freiburg auf die Münchner ausgeübt haben, Wirkung gezeigt...

Jan Schlaudraff: Wir freuen uns, dass wir noch vor den Bayern stehen. Wir haben allerdings genug mit unseren eigenen Spielen zu tun und werden da weiterhin versuchen, die bestmöglichste Leistung abzurufen. Dann schauen wir am Ende, was dabei herauskommt.

SPORT1: Aber psychologisch ist Hannover jetzt klar im Vorteil gegenüber dem FC Bayern, oder?

Schlaudraff: Das ist richtig. Wir haben nicht den absoluten Druck, den Champions-League-Platz erreichen zu müssen, der Druck liegt eindeutig bei den Bayern. Das ist für uns natürlich eine angenehme Lage. Wir haben nichts zu verlieren, während die Bayern wissen, dass sie auf die Champions League angewiesen sind.

SPORT1: Für Sie geht es gegen Gladbach. Die "Fohlen" sind im Aufwind, zuletzt haben sie gar den Tabellenführer aus Dortmund geschlagen...

Schlaudraff: Ja, sie haben jetzt alle Möglichkeiten zumindest noch die Relegation zu erreichen. Sie werden alles geben. Das wird eine schwierige Aufgabe.

SPORT1: Sie haben selbst drei Jahre in Gladbach gespielt. Gibt es da noch Kontakte?

Schlaudraff: Nein, unter Dick Advocaat wurde damals die komplette Mannschaft ausgewechselt. Deshalb kenne ich da keinen mehr außer Torwart-Trainer Uwe Kamps.

SPORT1: Würden Sie es dennoch schade finden, wenn Ihr Ex-Verein den Gang in die Zweite Liga antreten müsste?

Schlaudraff: Mindestens zwei Teams müssen runter. Das ist nun einmal so. Ich bin froh, dass wir eine gute Saison spielen und mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Und was da unten passiert, wage ich nicht zu tippen.

SPORT1: Am Sieg in Freiburg hatten Sie mit einem Tor und einer Vorlage maßgeblichen Anteil. Es winkt eine Vertragsverlängerung. Dabei standen Sie zu Saisonbeginn noch auf dem Abstellgleis. Hat der Druck, den Sie damals bekommen haben, geholfen?

Schlaudraff: Nein, mir wurde kein Druck gemacht. Am Anfang der Saison hat es einfach nicht so gepasst. Aber ich habe mich versucht, professionell zu verhalten und habe mich zurückgekämpft. Die Chance, die ich dann bekommen habe, habe ich genutzt. Darüber bin ich froh und stolz. Grundsätzlich ist es so: Wenn man als Mannschaft Erfolg hat, ist auch der Erfolg eines jeden einzelnen größer.

SPORT1: Viele Experten haben Hannover in der Rückrunde einen Einbruch vorausgesagt. Das ist nicht eingetreten. Was sind die Gründe dafür?

Schlaudraff: Wir haben eine sehr geschlossene Mannschaft und guten Teamspirit. Wir verteilen den Druck auf viele Schultern. Wir haben außerdem Selbstvertrauen, glauben an unsere Stärken und spielen unseren Stiefel runter. Bislang sind wir sehr gut damit gefahren.

SPORT1: Auch Bundestrainer Joachim Löw ist mittlerweile auf Hannover aufmerksam geworden und hat drei junge Spieler lobend erwähnt: Torhüter Ron-Robert Zieler, Manuel Schmiedebach und Konstantin Rausch. Wäre das ein Trio für die Nationalmannschaft?

Schlaudraff: Das muss der Bundestrainer entscheiden.

SPORT1: Das ist richtig, aber Sie sehen die Drei täglich im Training und können ihr Leistungspotential gut einschätzen...

Schlaudraff: Sicherlich haben die Jungs Woche für Woche hervorragende Leistungen abgerufen, wobei ich der Meinung bin, dass Lars Stindl dabei immer etwas untergeht, wenn die Jungen Wilden genannt werden. Lars spielt auch eine hervorragende Saison. Und warum sollte der Bundestrainer nicht auch jemand von uns berufen, so wie er das bei Dortmund wegen der erfolgreichen Saison ebenfalls gemacht hat?

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