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Stefan Effenberg spielte von1987 bis 1990 und 1994 bis 1998 für Borussia Mönchengladbach © imago

Mit Köppel und Vogts will der "Tiger" angeblich die Führung der Borussen stürzen. Der "Wunschpräsident" ziert aber sich noch.

München/Mönchengladbach - Stefan Effenberg treibt seine Kandidatur als künftiger Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach und den damit verbundenen Machtkampf weiter voran.

Im "kicker" nimmt der 42-jährige Ex-Nationalspieler kein Blatt vor den Mund:

"Wir reden von wahrscheinlich drei Abstiegen seit 1999! zu verkünden: 'Wir haben die Karre in den Dreck gefahren, jetzt ziehen wir sie wieder raus', das höre ich mir einmal an, aber nicht zwei- oder dreimal."

Außerdem fordert er die Borussia zum Handeln auf: "Es muss jetzt eine Veränderung geben. Danach schreien auch die Fans. Man muss eine Aufbruchsstimmung erzeugen."

Momentan stößt Effenbergs sogenannte "Initiative Borussia" allerdings auf wenig Unterstützung.

Das Fanprojekt Mönchengladbach (FPMG) äußerte sich sehr kritisch zu den Plänen der Oppositionsbewegung um Sprecher Norbert Kox und dessen Frontmann Effenberg.

"Niemand will die totale Revolution. Wir Fans wollen nur, dass die aktuellen Verantwortlichen kritisch hinterfragen, warum es schon seit Jahren eine solche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit gibt und von sich aus die Konsequenzen ziehen", sagte Matthias Neumann, Sprecher des Fanprojekts "RP Online".

Und weiter: "Die breite Mehrheit war an diesem Abend gegen die Initiative, da die von dieser geplanten Strukturänderungen nicht umfänglich mitgetragen werden."

"Sportliche Kompetenz"

An Selbstvertrauen mangelt es dem "Tiger" dennoch nicht.

"Keine Sorge, sportliche Kompetenz ist bei mir vorhanden. Ich denke, das ist unbestritten", sagt Effenberg, der als Sportdirektor noch keinerlei Erfahrung aufweist.

Dem jetzigen Amtsinhaber, Max Eberl, hat er nach eigener Aussage dennoch einiges voraus: "Ich möchte jetzt nicht über Max Eberl sprechen. Ich denke aber, dass durch mich noch ganz andere Dinge bewegt werden könnten."

[kaltura id="0_9ld7bnb6" class="full_size" title=" Tiger Effenberg f hrt die Krallen aus"]

Und eben nicht nur durch Effenberg. Wie der "Express" berichtet, sollen Gladbach-Legende Horst Köppel als Präsident und auch Borussen-Ikone Berti Vogts "Effes" Team verstärken.

"Ich verweise gerne noch einmal darauf, dass ich ein absolutes Topteam im Rücken weiß. Es wird eine Menge sportliche Kompetenz installiert", lobt Effenberg seine Crew bereits in den höchsten Tönen.

Bestätigen will Köppel diese Spekulationen noch nicht: "Ich wurde mehrmals angesprochen und höre mir auch alles an, entschieden habe ich mich aber noch nicht. Ich habe ja noch bis Dienstag Zeit."

Vogts will sich an den aktuellen Diskussionen derzeit nicht beteiligen. "Jetzt zählt nur, dass der Klub den Klassenerhalt schafft." Grundsätzlich sei er aber nach wie vor bereit, seinem Klub zu helfen: "Dazu äußere ich mich aber erst nach der Saison."

Köppel "total überzeugt"

Am kommenden Dienstag will die "Initiative Borussia" dann auf einer Pressekonferenz ihr Team vorstellen, mit dem sie auf der Jahreshauptversammlung am 29. Mai die bisherige Führung des fünfmaligen deutschen Meisters um Präsident Rolf Königs stürzen will.

Um die dafür benötigte Satzungsänderung zu erreichen, benötigt die Opposition um Kox und Frontmann Effenberg eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Mitglieder.

Als Sportdirektor traut Köppel dem ehemaligen Bayern-Akteur einiges zu: "Ich finde es sehr gut, dass Effe etwas bewegen will. Ich bin total von ihm überzeugt. Er ist ein Typ, der die Leute mitreißt, hervorragende Beziehungen hat. Mit ihm wäre es auch mal möglich, einen Spieler von Bayern zu leihen."

Bonhof reagiert mit Unverständnis

Gladbachs Vize-Präsident Rainer Bonhof kann die Revolte zu diesem Zeitpunkt nicht nachvollziehen.

"Mit den Heimsiegen gegen Köln und den kommenden Deutschen Meister Dortmund hat die Mannschaft in beeindruckender Manier dafür gesorgt, dass wir wieder richtig im Rennen sind. Dies scheint nicht jedem zu passen. Wem Borussia wirklich am Herzen liegt, der geht in dieser Situation drei Wochen vor dem Saisonende nicht mit solchen Themen an die Öffentlichkeit", wird Bonhof im "Express" zitiert.

Er kündigte aber an, dass die Klubführung in Kürze eine offizielle Erklärung zu der aktuellen Entwicklung abgeben wird: "Wir müssen erst noch einige Dinge besprechen."

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