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Markus Thorandt (hier gegen Wolfsburgs Marko Mandzukic) spielt seit 2009 für St. Pauli © getty

Während der Kiez-Klub bei Kaiserslautern nach dem letzten Strohhalm greift, kann der VfL den Relegationsplatz verlassen.

Kaiserslautern/Bremen - Kampf, Einsatzbereitschaft und Leidenschaft: Drei Spieltage vor Saisonende sind im Abstiegskampf vor allem altbekannte Fußball-Tugenden gefragt.

Liga-Schlusslicht FC St. Pauli greift am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) auf dem ausverkauften Betzenberg beim 1. FC Kaiserslautern nach dem letzten Strohhalm.

Zeitgleich geht es auch für den VfL Wolfsburg im Gastspiel bei Werder Bremen um mehr als nur drei Punkte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Auf dem Platz muss man Flagge zeigen, da ist alles erlaubt, was zum Erfolg führt", sagt Pauli-Coach Holger Stanislawski.

Um den drohenden Abstieg in die Zweitklassigkeit doch noch zu verhindern und sich konzentriert auf die Begegnung beim Tabellenzwölften vorbereiten zu können, haben Stanislawski und seine Mannschaft bereits am Mittwoch Quartier in der Pfalz bezogen.

Sein Team müsse den Kopf frei bekommen und alles in die Waagschale werfen, sagt Stanislawski, der den Kultklub am Saisonende Richtung Hoffenheim verlassen wird.

Platz 15 ist erst einmal drin

Ähnlich sieht es auch Wolfsburgs Coach Felix Magath vor dem Spiel in Bremen. "Man hat immer geglaubt, dass die Qualität alleine ausreicht", sagt Magath, "jetzt muss man aus dieser Situation rauskommen, und das geht nur über Kampf und Einsatzbereitschaft."

Seine Spieler hätten dies gelernt und den Kampf in der Partie gegen Köln angenommen.

Mit einem Erfolg in Bremen, wo Magath in der Saison 1998/99 auf der Trainerbank gesessen hatte, könnten die Niedersachsen zumindest vorübergehend den Relegationsplatz verlassen.

Winterkorn steht hinter Magath

Das Ringen ums sportliche Überleben lässt dabei offenbar auch die Chefetage des Volkswagen-Konzerns nicht kalt. Am Mittwoch beobachtete der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn gut eine halbe Stunde lang das Training und tauschte sich anschließend mit Verantwortlichen und Spielern aus.

[kaltura id="0_akuwpsan" class="full_size" title="Mit aller Kraft zum Klassenerhalt"]

"Es ist ein Zeichen unsererseits, dass wir voll hinter der Arbeit Felix Magaths stehen", sagt Winterkorn.

Was er gesehen habe, gebe ihm ein gutes Gefühl. Ob die gute Leistung gegen Köln allerdings eine Eintagsfliege gewesen sei, werde man erst in den nächsten Spielen sehen.

Werder will Klassenerhalt

Die Bremer wollen dagegen mit ihrem sechsten Saisonheimsieg auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigen. Aus eigener Kraft soll nach sechs Spielen ohne Sieg im heimischen Weserstadion das rettende Ufer erreicht werden.

Gleichzeitig will die Elf um Kapitän Torsten Frings Trainer Thomas Schaaf, der am Samstag seinen 50. Geburtstag feiert, ein passendes Geschenk bereiten.

Paulis "letzte Option"

Ganz und gar nichts zu verschenken hat der FC St. Pauli in Kaiserslautern.

Die Hamburger kämpfen vor 49.780 Zuschauern, darunter rund 3000 Pauli-Fans, um ihre letzte Chance. Bei einer Niederlage der Kiezkicker, die auf Mittelfeldmotor Fabian Boll (Bänderverletzung im Sprunggelenk) verzichten müssen, ist der Abstieg in die Zweite Liga so gut wie besiegelt.

Kaiserslautern könnte dagegen im Duell der beiden Aufsteiger mit einem Dreier die 40-Punkte-Marke erreichen und damit den Ligaverbleib endgültig unter Dach und Fach bringen.

"Wir wissen, dass es für Pauli die letzte Option im Kampf um den Klassenerhalt ist", sagt FCK-Trainer Marco Kurz. Man werde sich daher auf eine Mannschaft einstellen müssen, die mit aller Konsequenz ihre letzte Chance im sportlichen Überlebenskampf suchen werde.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

1. FC Kaiserslautern: Trapp - Petsos, Abel, Rodnei, Jessen - Tiffert, Kirch, Moravek, Hlousek - Hoffer, LakicFC St. Pauli: Pliquett - Bartels, Thorandt, Gunesch, Lechner - Lehmann, Daube - Bruns, Takyi, Kruse - Asamoah

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Pasanen, Silvestre - Frings - Bargfrede, Wesley, Marin - Pizarro, ArnautovicVfL Wolfsburg: Benaglio - Riether, Kjaer, Friedrich, Schäfer - Josue - Polak, Dejagah, Diego - Mandzukic, Grafite

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