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SPORT1-Redakteur Mathias Frohnapfel (l.) mit Toni Kroos © getty

Im SPORT1-Interview spricht Toni Kroos seine Zeit bei den Bayern, die Rolle des Kapitäns Lahm und Neu-Trainer Heynckes.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Im SPORT1-Bundesliga Manager liegt Toni Kroos hinter Udo Lattek - aber einen Platz vor dem früheren Leverkusener Teamkollegen Stefan Reinartz (Bericht).

"Das ist das Entscheidende", sagt Kroos und schmunzelt.

"Ich habe aber noch Potenzial nach oben und will das nächste Saison besser machen."

Das Gleiche gilt für den FC Bayern, der im Ligaendspurt unbedingt noch Platz drei erreichen will (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im SPORT1-Interview spricht der Nationalspieler über Bayerns turbulente Saison, Ex-Trainer Louis van Gaal, das Rennen um die Champions League und die vorentscheidende Partie gegen Schalke 04 (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER).

SPORT1: Herr Kroos, in Ihrem Manager-Team steht Manuel Neuer im Tor. Hält er nächste Saison auch für den FC Bayern?

Kroos: Ich weiß nicht, ob da schon etwas geklärt ist. Im Allgemeinen wäre es super, wenn wir ihn bei Bayern haben könnten. Er hat gezeigt, was er kann und ist der beste deutsche Torwart.

SPORT1: Wie werden die FCB-Fans am Samstag auf Neuer reagieren?

Kroos: Schwer zu sagen, für uns ist das aber nicht das Thema. Unsere Fans werden sich auch darauf konzentrieren, uns zu unterstützen, damit wir die drei Punkte holen. Alles andere bringt uns nicht weiter.

SPORT1: Schalke hat in der Champions League gegen ManUnited Federn gelassen. Ein Vorteil für den FCB?

Kroos: Grundsätzlich ja. Die Schalker mussten viel laufen, investieren. Sie werden Kraft gelassen haben, haben jetzt aber auch Zeit sich bis Samstag zu regenerieren.

SPORT1: Wer hat im Rennen um die Champions-League-Qualifikation das schwerere Restprogramm: der FC Bayern oder Rivale Hannover 96?

Kroos: Das ist nicht leicht zu beantworten. Wir müssen auf jeden Fall auf den Punkt die Leistung bringen. Ich denke, wir sind in der Lage, unsere drei Spiele zu gewinnen. Dann werden wir auch Dritter.

[kaltura id="0_24n77964" class="full_size" title="Gomez Bin berzeugt dass es reicht "]

SPORT1: Hannover könnte auch alle Spiele gewinnen. Ist es bitter, dass man es daher nicht mehr selbst in der Hand hat?

Kroos: Ja, aber daran sind wir doch selbst schuld. Wir waren zweimal auf Platz 3 in den vergangenen Wochen und haben das wieder abgegeben. (SERVICE: Der Tabellenrechner)

SPORT1: Arjen Robben kehrt nach seiner Sperre ins Team zurück. Ist er der Trumpf für den Endspurt?

Kroos: Er tut uns auf jeden Fall gut, weil wir wissen, dass er ein Spiel entscheiden kann.

SPORT1: Auf dem Platz geht Robben voran, reißt die anderen mit. Wie wichtig ist so ein Typ für die Mannschaft?

Kroos: Natürlich ist das wichtig, aber wir haben einige Spieler, die das machen. Wir haben Spiele gezeigt, in denen unsere Moral gut war, da hat man wie in Frankfurt gemerkt, jeder wollte mehr.

SPORT1: Fehlt Mark van Bommel als Leadertyp nicht?

Kroos: Nein, wir haben so viel Qualität auf dem Platz, das wir in der Lage sein müssen, auch so die Spiele zu gewinnen. Und wir haben Typen in der Mannschaft, die führen können.

SPORT1: Wie füllen Philipp Lahm als Kapitän und sein Stellvertreter Bastian Schweinsteiger ihre neuen Aufgaben aus?

Kroos: Für beide ist das keine großartig neue Rolle. Sie waren auch schon Führungsspieler, als Mark noch da war. Sie führen, gehen voran, auf eine andere Art und Weise als Mark, und sprechen auch Dinge an, die zu verbessern sind.

SPORT1: Wie sieht eigentlich Ihre persönliche Bilanz nach der Rückkehr zum FCB aus?

Kroos: Ich bin aus Leverkusen nach München mit dem Ziel gekommen, regelmäßig zu spielen. Das ist so eingetreten. Ich habe unter Louis van Gaal eigentlich immer gespielt, wenn ich fit war. Es waren gute Spiele dabei, aber auch solche mit Luft nach oben.

SPORT1: In Frankfurt wurden Sie nur eingewechselt.

Kroos: Gegen Leverkusen bin ich krank ausgefallen. Wir haben 5:1 gewonnen, dann ist es klar, dass der Trainer die Mannschaft nicht verändern will. Für Andries Jonker geht es jetzt darum, egal wie den dritten Platz zu erreichen und nicht perspektivisch zu denken. Aus den drei Spielen müssen wir das Beste machen und ich werde schauen, wie ich der Mannschaft helfen kann.

SPORT1: Auf welcher Position sehen Sie sich selbst am stärksten?

Kroos: Also in der Hinrunde habe ich im Mittelfeld jede Position gespielt ? auch links und rechts. Zuletzt war ich auf der Sechs, am wohlsten fühle ich mich zentral, ob das jetzt die 6,8 oder 10 ist, spielt keine so große Rolle. Ich will mich nicht auf eine Position festlegen.

SPORT1: Ihr früherer Leverkusener Coach Jupp Heynckes wird ab Sommer den FCB trainieren. Sie haben sich bestimmt über die Nachricht gefreut, oder?

Kroos: Klar, ich weiß, dass er ein guter Trainer ist. Ich habe ein sehr gutes Gefühl und denke, dass wir mit ihm wieder sehr erfolgreich sein können.

SPORT1: Was zeichnet seinen Stil aus?

Kroos: Er versucht sehr offensiv zu spielen, legt aber auch Wert auf die Defensive. Als Trainer hat er ein sehr gutes Händchen für die Mannschaft und kann sehr gut mit einzelnen Spielern umgehen. Das kommt gut an beim Team, das habe ich in Leverkusen miterlebt. Er hat ein gutes Gespür, wann er anziehen muss und wann auch mal der Spaß im Vordergrund stehen kann.

SPORT1: Van Gaal musste vorzeitig gehen, weil der Erfolg fehlte. Hat man da als Fußballer ein schlechtes Gewissen?

Kroos: Wenn ein Trainer gehen muss, kann man nicht sagen, er war schuld. Wir haben als Mannschaft die Leistung nicht gebracht. Jeder muss sich da einzeln hinterfragen.

SPORT1: Hat van Gaal zu sehr die Defensive vernachlässigt?

Kroos: Grundsätzlich war seine Philosophie das Angriffsspiel und das ist aus meiner Sicht auch absolut positiv. Wir haben viele individuelle Fehler gemacht, das lag nicht allein am Spielstil. Und wir haben sehr viele Chancen ausgelassen.

SPORT1: Und wie ist die Arbeit mit Andries Jonker?

Kroos: Er füllt den Job sehr gut aus, er hat ein paar Abläufe verändert und ist vor allem genauso authentisch wie vorher. Er verstellt sich nicht, hat sich nicht groß verändert im Vergleich zu seiner Arbeit als Co-Trainer. Und jeder Spieler ist voll dabei, er macht das bisher sehr gut.

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