vergrößernverkleinern
Diego spielte von 2006 bis 2009 für Werder Bremen © getty

Der Brasilianer kehrt erstmals zurück nach Bremen. Dort wird seine Klasse schmerzlich vermisst - in Wolfsburg aber auch.

Von Dustin Werk und Martin Hoffmann

München - Er kommt "mit großer Freude zurück".

So formuliert es Wolfsburgs Spielmacher Diego vor der Partie heute Abend (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) bei Werder Bremen, seiner ersten Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.

Er sagt es, obwohl die Rückkehr mitten im Wolfsburger Überlebenskampf von unangenehmen Fragen begleitet wird.

Fragen, warum er an der neuen Wirkungsstätte selten so glänzen konnte wie an der alten. Warum er dort weniger als der brillante, torgefährliche Gestalter auffällt, der er in Bremen war.

"Ich bin immer noch derselbe Spieler"

Sondern öfters durch Wirkungs- und auch durch Disziplinlosigkeit. "Ich bin immer noch derselbe Spieler", betont der Brasilianer in der "Süddeutschen Zeitung".

Wohlwissend, dass es kein gutes Zeichen ist, dass er das extra dazusagen muss. Dass das Gesagte stimmt, war beim 4:1 in Köln zu besichtigen, "dem vielleicht ersten Spiel der Saison, das von der ersten bis zur 90. Minute gut war".

Diego hat viel dazu beigetragen - in beiderlei Hinsicht. Dass sein Sechzehnter ist und sich an den Relegationsterminen nichts vornehmen sollte - es liegt mit in seiner Verantwortung.

Auch deshalb, so sieht er selbst das, weil er in der Hinsicht von sich selbst zu viel will: "Jede Ecke, jeden Freistoß, ich will alle Verantwortung alleine tragen. Deshalb mache ich Fehler."

Allofs denkt an Rückkehr

Trotz der enttäuschenden Saison weckt Diego nach wie vor Sehnsüchte - auch und gerade in der alten Heimat, wo in dieser Saison genau die Art von Spieler schmerzlich vermisst wurde, die Diego für Werder war: ein Regisseur, ein Mittelfeld-Herzstück.

Bemerkenswert konkret sinniert Werder-Manager Klaus Allofs in der "Bild" über den Wunsch, Diego am besten gleich da zu behalten:

"Wenn es nur um das rein Sportliche geht, wäre das eine tolle Lösung. Wir sind damals im Guten auseinander gegangen. Wäre es zu Konditionen von damals möglich, würden wir ihn gerne nehmen."

[kaltura id="0_akuwpsan" class="full_size" title=" Mit voller Kraft zum Klassenerhalt "]

"Diego wiederzusehen, ist wunderschön"

Gedankenspiele, die im direkten Duell am Freitagabend kein Thema sein sollen:

Denn da ist Diego für die Bremer ein Hindernis auf dem Weg zur endgültigen Sicherung des Klassenerhalts - zu der noch ein Punkt nötig ist.

"Diego als Mensch wiederzusehen, ist wunderschön. Ihn als Gegner wiederzutreffen ist manchmal nicht so schön", sagt Allofs.

Mandzukic als Faktor

Die Wolfsburger mit ihren zwei Punkten Rückstand auf Platz 15 haben ebenfalls eher das Sportliche und weniger das Menschliche im Sinn.

Für Trainer Magath zählt nur eines: "In erster Linie ist es ein wichtiges Spiel für den VfL Wolfsburg, nicht für Diego. Es geht darum, mindestens einen Punkt in Bremen zu holen", so Magath.

Im Kampf um diesen Punkt könnte ein Mann ein entscheidender Faktor sein, der lange ähnlich enttäuschte wie Diego, nun aber in Form kommt: Mario Mandzukic. Magath setzte den Kroaten auf seiner Lieblingsposition im Sturmzentrum ein statt als Außen-Angreifer.

Eine erfolgreiche Maßnahme, denn seit Magaths Dienstantritt hat Mandzukic in vier Spielen fünf Tore erzielt.

Werder mit schwacher Serie

Das von Magath erhoffte Unentschieden würde hervorragend in die derzeitige Werder-Serie passen.

Seit sechs Spielen wartet Bremen auf einen Heimsieg, fünf Remis und eine Niederlage waren die Ausbeute. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dazu kommt, dass beide Teams die Remis-Könige der Liga sind. Je elf Mal gab es bei beiden eine Punkteteilung in dieser Spielzeit.

Am vergangen Wochenende zeigte die Magath-Truppe erstmals, dass sie auch Abstiegskampf kann.

Qualität alleine reicht nicht

Zuvor schien man allzu lange davon auszugehen, dass Qualität alleine reichen würde, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben

"Es geht nur über Kampf und Einsatzbereitschaft. Das hat vor dem Spiel gegen Köln gefehlt. Jetzt haben die Spieler aber gelernt, zu kämpfen."

Und genau das müssen die Wolfsburger wieder unter Beweis stellen. Bei drei Punkten Vorsprung auf Platz 17 ist der Relegationsplatz noch längst nicht gesichert.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Pasanen, Silvestre - Frings - Bargfrede, Wesley, Marin - Pizarro, ArnautovicVfL Wolfsburg: Benaglio - Riether, Kjaer, Friedrich, Schäfer - Josue - Polak, Dejagah, Diego - Mandzukic, Grafite

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel