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Bastian Schweinsteiger wurde zweimal mit der Nationalmannschaft WM-Dritter © getty

Während des Pressegesprächs rastet der Mittelfeldspieler aus. Auch Kapitän Lahm wehrt sich gegen die Kritik an seiner Führungsqualität.

Von Thorsten Mesch

München - Die Titelverteidigung ist längst abgehakt, Platz zwei ebenso, im Kampf um den letzten Champions-League-Platz ist der FC Bayern auf einen Ausrutscher von Hannover 96 angewiesen (SERVICE: Der Tabellenrechner).

In der Endphase der Bundesligasaison ist die Lage beim deutschen Rekordmeister kritisch und auch den Spielern ist die Anspannung anzumerken.

Kapitän Philipp Lahm konterte am Donnerstag die indirekte Kritik an seinem Führungsstil, Ersatz-Spielführer Bastian Schweinsteiger sorgte mit einem Wutanfall für einen Eklat.

Lahm wehrt sich gegen Robben-Kritk

Lahm wehrte sich während des Pressegesprächs an der Säbener Straße gegen die Kritik, die Robben indirekt, aber doch deutlich, an ihm geübt hatte.

"Klar geht das auch gegen meine Person. Ich weiß nicht, was Arjens Motivation war. Ich werde das mit ihm besprechen", sagte Lahm.

Robben hatte am Mittwoch bei SPORT1 bemängelt, dem FC Bayern fehle ein Führungsspieler wie der zum AC Mailand abgewanderte Mark van Bommel.

"Ich bin ein guter Kapitän"

Lahm fasste dies als Kritik an seinen Führungsqualitäten auf und entgegnete: "Ich bin ein guter Kapitän! Ich denke, dass ich der Richtige für diesen Job bin."

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Während Lahm seinen Standpunkt ruhig und sachlich darlegte, sorgte Ersatz-Spielführer Bastian Schweinsteiger für einen Aufreger.

Schweinsteiger beschimpft Journalisten

"Ich bin kein Chefchen. Ich bin lange genug dabei. Jeder hört in der Kabine auf das, was ich sage", reagierte der Mittelfeldspieler auf einen Artikel, in dem ein Journalist seine Führungsqualitäten angezweifelt hatte.

Außer sich und deftige Kraftausdrücke ausstoßend verließ Schweinsteiger den Raum, konnte aber schnell von Pressechef Markus Hörwick zurück geholt werden.

Nerven liegen blank

Lahms Reaktion und Schweinsteigers Ausraster zeigen: die Nerven liegen blank, der Druck ist greifbar.

Das Verpassen der Champions League wäre finanziell noch zu verschmerzen. Viel schwerwiegender ist jedoch der drohende Imageverlust.

Der fehlende sportliche Anreiz würde die geplante Qualitätsoffensive in der Kaderzusammenstellung deutlich erschweren.

Sogar ein Aderlass aus den eigenen Reihen droht, denn ob Robben trotz jüngster Liebesbekundungen den Gang in den "Verliererpokal" antritt, ist fraglich - trotz seines Vertrags bis 2013.

Zudem wäre man im Champions-League-Finale 2012 in der eigenen Arena schon vor Beginn der Königsklasse zum Zuschauen verdammt. Nicht umsonst sprach Sportdirektor Christian Nerlinger von einem "Horroszenario Europa League".

Rummenigge nimmt Team in die Pflicht

Die Ehre und Einnahmen von bis zu 70 Millionen Euro an Startgeld, Prämien, Zuschauereinnahmen sowie Werbe- und TV-Geldern aus der Königsklasse stehen auf dem Spiel, wenn die Münchner am Samstag den FC Schalke 04 empfangen und Hannover im Fernduell um Platz drei auf Mönchengladbach trifft.

"Es wird eine sehr enge Angelegenheit. Wir müssen alles in die Waagschale werfen", forderte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im "Bayern Magazin".

Dass der FC Bayern sich gegen Schalke für die Niederlagen in der Bundesliga und im DFB-Pokal-Halbfinale revanchieren könnte, steht angesichts der prekären Lage völlig im Hintergrund.

"Unserer Situation in der Bundesliga ist wichtiger als die Revanche gegen Schalke", meinte Schweinsteiger.

Da hatte er sich schon wieder beruhigt.

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