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Nationaltorhüter Manuel Neuer spielt seit 1991 für den FC Schalke 04 © imago

Den Schalker erwartet in München ein heißer Empfang. Bayern zieht die Netze wieder hoch. Im Transfer-Poker gibt es Konkurrenz.

Von Mathias Frohnapfel und Annette Bachert

München - Zumindest vor Bananen und anderen gemeinen Wurfgeschossen ist Manuel Neuer sicher.

Denn der FC Bayern wird die Fangnetze hinter den Toren vor dem Spiel gegen Schalke 04 (Sa., ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) wieder anbringen lassen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zudem ruft der Verein die Fans zu "Respekt, Achtung, Toleranz und sportlicher Fairness" auf. Der Hintergrund ist klar: Die Münchner Verantwortlichen wollen mit aller Macht verhindern, dass ihr möglicher künftiger Torhüter wieder in den Fokus des eigenen Anhangs gerät.

Appell an die Fans

Der FCB-Anhang ist in Teilen der Verpflichtung von Neuer extrem kritisch eingestellt. Mit hunderten "Koan Neuer"-Plakaten, Bannern und Schmähgesängen haben Bayern-Fans beim DFB-Pokalhalbfinale gegen Schalke ihre Meinung seh- und hörbar gemacht.

"Sportliche Konkurrenz auf dem Platz ist in Ordnung, zum 'Mia san mia' unseres Klubs gehört aber auch, dass wir uns gegenseitig respektieren und uns mit sportlicher Fairness entgegentreten", ließ der Bayern-Vorstand in dem offenen Brief an die Fans wissen.

Ein Spießrutenlaufen Neuers in der Allianz Arena, 90 Minuten Pfiffe inklusive, würde die Position der Münchner im Werben um den Nationalkeeper nicht gerade verbessern.

Und die Liebesgrüße an den begehrten Torhüter wären ziemlich versalzen (SERVICE: Der Tabellenrechner).

ManUnited will mitbieten

Ohnehin scheint der Verhandlungspoker seit Neuers Weltklasseleistung gegen Manchester United (Bericht) zwischen dem FC Bayern und S04 noch verbissener abzulaufen.

"Wir wollen Manuel. Aber die Schalker dürfen jetzt bloß keine Mondpreise aufrufen", verkündetet Uli Hoeneß via "tz".

[kaltura id="0_yxaw6efm" class="full_size" title="Neuer Poker bis zum Mond"]

Doch der Bayern-Präsident weiß auch, dass Neuer sich mit jeder effektvollen Parade weiter ins Rampenlicht sämtlicher europäischer Topklubs stellt.

Laut "Daily Star" soll jetzt Manchester doch um Neuer mitbieten und angeblich bereit sein 27 Millionen Euro zu zahlen (350007DIASHOW: Internationale Wechselbörse)

"Torwart a la Oli Kahn"

"Angebot und Nachfrage sind nicht ganz unwichtig", sagte Schalkes Sportchef Horst Heldt der "Bild". Seiner Verhandlungsposition ist sich Schalkes Sportchef durchaus bewusst.

Indes geht Olaf Thon davon aus, dass Bayern mit den besten Karten in den Poker um Neuer geht.

"Da wird Bayern vom Leistungsvermögen her einen tollen Torwart a la Oli Kahn bekommen, der für Titel steht. Jetzt wird es noch schwerer für Bayern München, Manuel Neuer zu verpflichten und er wird nicht billig", sagte das Schalker Idol im Gespräch mit SPORT1.

Und er fügte an: "Sein Marktwert ist seit Mittwoch auch noch gestiegen. Wenn er nicht noch ein Jahr Vertrag hätte würde ich sagen, er ist mindestens 50 Millionen Euro Wert. 20 Millionen wurden kolportiert. Ich denke, der Preis wird sich irgendwo dazwischen bewegen."

Heißer Empfang

Über Neuers Fähigkeiten gibt es für Thon sowieso keine Debatten. "Er hat eine sensationelle Saison gespielt und nicht umsonst ist Schalke in der Champions League und im DFB-Pokal so weit gekommen."

Die Nervenstärke, auch in hitzigen Partien wie gegen Inter, ManUnited oder Bayern bewiesen, gehören an vordere Stelle genannt in Neuers Qualitätskatalog.

Deshalb dürfte er auch mit dem heißen Empfang in der Allianz Arena umgehen können, wie sein Trainer Ralf Rangnick glaubt.

"Er ist ein absoluter Profi und weiß, dass ein paar Blicke mehr auf ihn gerichtet sind. Es gehört zum Geschäft, dass du in der Bundesliga gegen deinen vorherigen oder künftigen Klub spielen musst", sagte Rangnick vor der Partie in München.

Rangnick fordert Erfolgserlebnis

Laut Rangnick liegt im Duell am Samstag "der Druck beim Gegner. Wir wollen uns mit einem Erfolgserlebnis in München Selbstvertrauen für das Rückspiel in Manchester holen".

Und die Bayern-Spieler, die sich wie Toni Kroos Neuer als Nummer eins für den FCB wünschen, halten das Thema bewusst flach.

"Unsere Fans werden sich auch darauf konzentrieren, uns zu unterstützen, damit wir die drei Punkte holen. Alles andere bringt uns nicht weiter", verlangte Kroos im SPORT1-Interview (Interview).

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