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Marko Pantelic (M.) erzielte sein viertes Saisontor für Hertha BSC © imago

Marko Pantelic zeigt sich reumütig und such nach einem Weg zurück ins Hertha-Team. Trainer Lucien Favre macht gute Miene dazu.

Berlin - Der kühlen Zurückweisung folgte die Annäherung.

Nachdem Trainer Lucien Favre von Bundesligist Hertha BSC Berlin das Friedensangebot seines aufsässigen Stürmers und Matchwinners Marko Pantelic im Anschluss an das 2:1 (1:1) gegen den 1. FC Köln am Freitag zunächst noch ignoriert hatte, zeigte sich der Schweizer Coach mit mehr Abstand doch noch versöhnlich.

"Es ist gut, was er sagt. Mich interessiert nur, was auf dem Platz passiert. Er hat zuletzt gut trainiert und sein Super-Tor ist der Lohn dafür", sagte Favre der "Bild am Sonntag".

Direkt nach dem Spiel war der Coach mit keinem Wort auf Pantelic eingegangen und hatte das Friedensangebot des Serben, der in der 86. Minute das Siegtor geköpft hatte, nicht kommentiert. "Ich freue mich für Hertha, für die Mannschaft. Wir haben diesen Sieg zusammen erreicht", sagte der Schweizer.

Pantelic, der bis weit in die zweite Halbzeit wieder auf der Bank schmoren musste, hatte Hertha in der anhaltenden Dauerfehde nach Spielschluss ein Friedensangebot unterbreitet:

"Ich habe sicher Fehler gemacht. Doch ich reiche dem Klub die Hand. Vielleicht können wir alles vergessen und gemeinsam nach vorne schauen", sagte der 30-Jährige.

Pantelic zu Abstrichen bereit

In der vergangene Woche hatte der Berater von Pantelic Trainer Favre noch Mobbing-Vorwürfe gemacht. Nun aber scheint Pantelic auch bereit zu sein, bei den Verhandlungen um einen neuen Vertrag trotz verlockender Angebote anderer Klubs auf Geld zu verzichten.

"Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden. Aber klar ist: Wenn Dir jemand einen Citroen anbietet und ein anderer einen Mercedes, willst Du den Mercedes. Vielleicht treffe ich mich mit Hertha ja bei einem Audi. Wenn man zehn Prozent auseinanderliegt, kann ich verzichten", sagte Pantelic.

Manager Dieter Hoeneß zeigte etwas Verständnis für den Sorgenstürmer: "Marko hat auf die Sachen unter der Woche richtig reagiert, aber der Trainer auch. Sie haben die Randerscheinungen ignoriert und sich professionell verhalten."

Alles klar bis zur Winterpause?

Gespräche über einen neuen Vertrag seien zurzeit schwierig. Dennoch soll die Frage bis zur Winterpause, spätestens aber bis zu Beginn der Rückrunde geklärt sein.

Herthas Spieler bemühten sich in der Pantelic-Frage um Sachlichkeit. "Was außerhalb des Platzes passiert, ist für uns nicht entscheidend. Marko hat gezeigt, wie wichtig er für uns sein kann", sagte Kapitän Arne Friedrich.

Mittelfeldspieler Pal Dardai, der mit nun 253 Bundesliga-Einsätzen in der "ewigen" Klub-Rangliste zu Erich "Ete" Beer auf Platz drei vorrückte, stellte das Sportliche in den Mittelpunkt: "Ich habe Marko unter der Woche gesagt: Du hast gut trainiert, dann wirst Du auch mit einem Tor belohnt."

Champions League als Tabu

Nach dem fünften Heimsieg in Folge hat sich die "Alte Dame" endgültig in der Spitzengruppe festgesetzt. Vom Erreichen der Königsklasse wollte jedoch niemand sprechen.

"Die Champions League bleibt für uns ein Tabu", sagte Friedrich. Hoeneß ergänzte: "Wir wissen, dass wir einige Siege knapp, aber verdient errungen haben. Es gibt keinen Grund abzuheben."

Am Mittwoch steht bereits die nächste Bewährungsprobe im UEFA-Cup gegen Galatasaray Istanbul vor über 60.000 Zuschauern im Olympiastadion bevor.

Daum bemängelt fehlendes Engagement

Kölns Trainer Christoph Daum blieb nach seinem 400. Spiel als Bundesliga-Coach nur der Glückwunsch an die Berliner: "Wir waren in einigen Situationen nicht energisch genug", sagte der 55-Jährige.

Vor allem beim 0:1 (24.) durch Gojko Kacar wirkte seine Abwehr überfordert. Kapitän Milivoje Novakovic konnte mit seinem neunten Saisontor kurz vor der Pause nur den zwischenzeitlichen Ausgleich herstellen.

Daum weiß nur zu gut, dass schwere Zeiten drohen. Nach drei Niederlagen in Folge muss der FC in den verbleibenden Spielen zu Hause gegen den Hamburger SV und beim VfL Bochum punkten, sonst ist die bislang ordentliche Bilanz des Aufsteigers in der Hinrunde verspielt.

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