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Christian Tiffert bejubelt sein zweites Saisontor für die "Roten Teufel" © getty

Kaiserslautern behält im Kellerduell kühlen Kopf und weist die vergeblich anrennenden Hamburger in die Schranken.

München - Das "Abenteuer Bundesliga" ist für den FC St. Pauli nach nur einer Saison wieder so gut wie beendet. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das Tabellenschlusslicht unterlag mit 0:2 (0:1) beim Mitaufsteiger 1. FC Kaiserslautern 391037(DIASHOW: Der 32. Spieltag) und hat aufgrund der Horror-Bilanz von nur einem Punkt aus den zurückliegenden zehn Partien lediglich noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt.

"Das ist traurig, traurig. Jetzt muss schon ein Wunder her, aber die Möglichkeit darauf ist so klein, dass man sie kaum erkennen an", sagte St. Paulis Sportchef Helmut Schulte und schätzte damit die Situation realistisch ein.

Christian Tiffert (29.) und Mathias Abel (68.) trafen für den FCK, der den Liga-Verbleib durch das Knacken der 40-Punkte-Marke schon so gut wie perfekt gemacht hat.

Kurz bleibt gelassen

"Ich warte jetzt erst einmal die Spiele von morgen ab. Wir wollten heute unsere Hausaufgaben machen und wir haben sie gemacht. Auch wenn wir spielerisch nicht besser waren", wollte sich Trainer Marco Kurz nicht zu früh freuen.

Die 49.780 Zuschauer im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion sahen in der Anfangsphase klar überlegene Gastgeber.

Die "Roten Teufel", die ohne Florian Dick, Ivo Ilicevic und Jan Simunek auskommen mussten, drängten die Hamburger mit ihrem aggressiven Spiel weitgehend in die Defensive.

St. Pauli extrem ersatzgeschwächt

Nennenswerte Chancen konnte sich der FCK aber nicht erarbeiten, drei Freistöße in aussichtsreicher Position wurden kläglich vergeben.

Die Gäste, bei denen Fabian Boll, Mathias Hain, Rouwen Hennings, Thomas Kessler, Bastian Oczipka, Carsten Rothenbach, Carlos Zambrano und Moritz Volz fehlten, beschränkten sich in den ersten Minuten auf Abwehrarbeit.

Die wenigen Konter der zumeist passiven Hamburger blieben ungefährlich.

Tiffert bricht den Bann

Nach knapp 20 Minuten verstärkten die Gastgeber für kurze Zeit noch einmal den Druck, zum Abschluss kamen aber die Hamburger durch einen Fernschuss von Charles Takyi (20.).

Obwohl der FCK im Anschluss eine brenzlige Situation überstehen musste (27.), sorgte ausgerechnet Tiffert per Kopf für die Führung.

Der Spielmacher hatte die 0:1-Niederlage der Pfälzer im Hinspiel mit einem Eigentor besiegelt.

"Absoluter Wille war da"

Im Anschluss an den Rückstand drängten die Norddeutschen mit dem Mut der Verzweiflung auf den Ausgleich.

Gerald Asamoah (40.) scheiterte aber wie Max Kruse (43.) am starken Lauterer Torwart Kevin Trapp, der dem FCK die Pausen-Führung sicherte.

"Wir sind dem Gegner heute lange auf den Füßen gestanden, der absolute Wille, diese 40 Punkte vollzumachen war da", meinte Kaiserslauterns Vorstandschef Stefan Kuntz bei "LIGA total!". "Wir haben heute nicht gut gespielt, haben aber dennoch einen Big Point landen können. Das haben wir in der Vergangenheit nicht immer geschafft."

"Kiez-Kickern" fehlt Durchlagskraft

Zu Beginn des zweiten Durchgangs warfen die Hamburger noch mehr als in der ersten Hälfte ihre Leidenschaft und ihre Kampfkraft in die Waagschale.

Trotz der offensiven Spielweise kam das Tor von Trapp zunächst aber nicht in Gefahr.

Den Gastgebern eröffneten sich in dieser Phase gute Kontermöglichkeiten. Der viermalige deutsche Meister konnte die Gelegenheiten aber nicht nutzen, weil die Profis oft zu überhastet agierten.

"Eine Katastrophe"

Nach knapp einer Stunde nahm der Druck der Gäste immer mehr zu. Die Pfälzer verwalteten die Führung nur noch und gingen bei ihren Gegenstößen stümperhaft zu Werke.

Dies änderte sich erst Mitte der zweiten Hälfte. Nachdem Tiffert zwei Mal für Gefahr gesorgt hatte (63./68.), baute Abwehrchef Abel den Vorsprung per Kopf nach einer Ecke aus.

"Das war fußballerisch eine richtig gute Leistung. Wer etwas anderes sagt, lügt. Aber wir schlafen bei zwei Situationen gnadenlos, eine Katastrophe. Und dann machen wir die Tore nicht", haderte St. Paulis Coach Holger Stanislawski.

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