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Der FC St. Pauli hat seit dem 12. Februar kein Bundesligaspiel mehr gewonnen © getty

Durch das 0:2 gegen Kaiserslautern ist der Abstieg für St. Pauli kaum noch abzuwenden. Der Kiez-Klub plant für die Zweite Liga.

Kaiserslautern - Der Blick ist schon auf die Zweite Liga gerichtet.

Als sich Holger Stanislawski auf dem Platz mit Tränen in den Augen bei allen Spielern bedankte, plante Sportchef Helmut Schulte in den Gängen des Fritz-Walter-Stadions bereits die kommende Zweitliga-Saison ohne den scheidenden Trainer 391037(DIASHOW: Der 32. Spieltag).

"Dass wir in der Spitze mitspielen wollen, ist klar. Aber wir müssen erst sehen, mit welchen Mannschaften wir es zu tun bekommen", sagte der Manager des Tabellenletzten, der durch das 0:2 (Spielbericht) am drittletzten Spieltag der Bundesliga beim Mitaufsteiger 1. FC Kaiserslautern so gut wie sicher abgestiegen ist (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Schulte weiß, dass ihm eine Menge Arbeit bevorsteht. Schließlich muss der Manager nicht nur einen neuen Coach für den zum Ligarivalen 1899 Hoffenheim wechselnden Stanislawski suchen.

Auch die Mannschaft des Kiez-Klubs steht vor dem Umbruch.

Die Verträge von Mathias Hain, Florian Lechner, Timo Schultz, Ralph Gunesch, Richard Sukuta-Paso, Bastian Oczipka und Marcel Eger enden am 30. Juni. Gerald Asamoah und Thomas Kessler haben nur für die Eliteklasse unterschrieben.

Und die Leistungen von Max Kruse, Fin Bartels sowie Matthias Lehmann sind anderen Vereinen nicht verborgen geblieben.

"Abstieg als Herausforderung"

"Beim FC St. Pauli muss man die Ärmel immer aufgekrempelt haben. Für uns ist das Pendeln zwischen der Bundesliga und der Zweite Liga immer das Maximale. Das kennen wir Paulianer, damit können wir leben", gibt sich Schulte kämpferisch.

"Bei uns muss man den Abstieg als Herausforderung begreifen und nicht als Katastrophe", erklärte der Manager, dessen Klub in wirtschaftlicher Hinsicht abgesichert ist: "Unsere Kalkulation ist so ausgelegt, dass wir Zweite Liga spielen können, ohne uns finanzielle Sorgen machen zu müssen."

Schulte ließ allerdings offen, wer die Mannschaft in der Zweite Liga trainieren wird.

Wer folgt auf Stanislawski?

"Das Zeitfenster ist so lange offen, bis wir einen neuen Trainer vermelden. Bis dahin gibt es dazu nichts zu sagen", erklärte der Funktionär.

In Hamburg halten sich dennoch die Gerüchte, wonach der Schweizer Marcell Koller das Team übernehmen soll. Der frühere Coach des 1. FC Köln und des VfL Bochum soll bereits Gespräche mit den Hamburgern geführt haben.

Für den neuen Trainer wird es am Millerntor aber nicht einfach werden. Das weiß auch Schulte.

"Die Erwartungen sind gestiegen"

"Die Erwartungen sind bei unseren Fans nach dem Aufstieg in die Bundesliga natürlich gestiegen. Es wird auch bei uns Anhänger geben, die ohne Bundesliga nicht mehr kommen werden", sagte der frühere Coach.

"Aber zum Glück können sich die meisten noch daran erinnern, dass vor kurzer Zeit noch eine Drei vor der Liga stand."

Dass zukünftig eine Zwei vor der Spielklasse stehen wird, liegt vor allem an der Horror-Bilanz der vergangenen Wochen.

Ein Punkt aus zehn Spielen

Die Niederlage durch die Treffer von Christian Tiffert (29.) und Mathias Abel (68.) vor 49.780 Zuschauern auf dem ausverkauften Betzenberg war das zehnte Spiel in Folge ohne Sieg.

"Wenn man einen Punkt aus zehn Spielen holt, ist es natürlich schwierig, die Klasse zu halten. Das reicht dann einfach nicht", sagte Schulte.

Während der Manager das "außerdordentliche Verletzungspech" nicht zu Unrecht als Grund für die Talfahrt anführte, suchte Stanislawski gar nicht erst nach tiefschürfenden Erklärungen: "Wir haben uns als nicht bundesligawürdig erwiesen. Wir stehen zu Recht da, wo wir stehen."

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