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Thomas Schaaf übernahm den Trainerposten bei Werder Bremen 1999 von Felix Magath © imago

Das 0:1 gegen Wolfsburg vermiest Bremens Thomas Schaaf die Geburtstagslaune. Wolfsburg gelingt ein "Big Point" im Abstiegskampf.

Bremen - Es war alles angerichtet für ein feierliches Wochenende.

Gegen Wolfsburg hätte Werder Bremen den Klassenerhalt perfekt und Thomas Schaaf ein vorzeitiges Geschenk machen können. Grund zur Freude hatten am Ende aber nur die Gäste (391037DIASHOW: Der 32. Spieltag).

Thomas Schaaf blickte dagegen eine Stunde vor seinem Jubiläum mit finsterer Miene ins Leere. Was ihm seine Spieler beim 0:1 gegen den VfL Wolfsburg (Spielbericht) beschert hatten, brachte den Werder-Coach alles andere als in Feierstimmung (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir haben zu keiner Sekunde Druck aufgebaut. Die Offensive war zu schwach, da war keine Überzeugung im Spiel", sagte Schaaf, der am Samstag runde 50 Jahre alt wurde (390416Diashow: Die Bilder seiner Karriere).

Auf Fragen nach seinem Ehrentag hatte das Bremer Urgestein überhaupt keine Lust: "Wenn Sie noch weiter fragen, vergeht mir die Geburtstagslaune endgültig."

Auch sein Wolfsburger Kollege Felix Magath war weit von Euphorie entfernt, obwohl seinem Team ein "Big Point" im Kampf um den Klassenerhalt gelungen war: "Wir haben drei Punkte und einen wichtigen Sieg geholt. Mehr nicht."

Durch den Dreier, den Sascha Riether mit seinem Treffer in der 22. Minute sichergestellt hatte, konnte der VfL Wolfsburg zumindest vorübergehend die Relegationsplätze verlassen.

Wolfsburg befreit sich vorerst

"Es ist wichtig für den Kopf, mal wieder über dem Strich zu stehen. Drei Punkte bei diesen offensivstarken Bremern sind alles andere als selbstverständlich", sagte Nationalverteidiger Arne Friedrich.

Den Niedersachsen war es gelungen, die Bremer Offensivabteilung vor 40.000 Zuschauern fast über die gesamte Spielzeit im Zaum zu halten.

Die Hausherren zeigten sich zwar bemüht, am Ende fehlte es jedoch an der nötigen Durchschlagskraft, um den zuletzt oft kritisierten Diego Benaglio im VfL-Tor zu überwinden.

Kjaer lobt Magath

Für Simon Kjaer, Arne Friedrichs Nebenmann in der Wolfsburger Innenverteidigung, hängt dies eng mit dem Namen Felix Magath zusammen.

"Er zwingt dich zu laufen, wir machen die Räume eng. In den vergangenen Wochen haben wir hart gearbeitet, das zahlt sich jetzt aus", so der Däne. "Unser Trainer impft uns eine Sieger-Mentalität ein, wir glauben zu 200 Prozent an den Klassenerhalt."

Wolfsburgs Regisseur Diego schien weit weniger zufrieden mit seinem Vorgesetzten zu sein, als er in der 79. Minute ausgewechselt wurde und ohne Handschlag mit Magath in Richtung Kabine abbog.

Werder-Fans feiern Diego

Auf dem Weg dorthin verbesserte sich seine Laune immerhin schlagartig, als die Werder-Fans den früheren Bremer mit lautstarken Sprechchören feierten.

"So etwas habe ich noch nie erlebt, das war etwas Besonderes", erklärte Diego hinterher. "Es war eine wunderschöne Zeit für mich in Bremen, diese Reaktion macht mich glücklich. Ein tolles Geschenk der Fans."

Der VfL Wolfsburg durfte dagegen durchatmen. Mit 35 Punkten haben die "Wölfe" im Abstiegskampf eine gute Ausgangsposition und die Konkurrenz unter Druck gesetzt.

Bremen wieder gefährdet

Im Spiel gegen den 1.FC Kaiserslautern am kommenden Samstag wollen die Niedersachsen den dritten Sieg in Serie folgen lassen. Die Bremer Anhänger müssen derweil plötzlich auch wieder nach unten schauen.

"Wir wollten den letzten Schritt machen und uns befreien, aber jetzt sind wir wieder mittendrin im Abstiegskampf", sagte Torsten Frings, der gegen Wolfsburg sein 400. Bundesligaspiel für die Norddeutschen absolvierte.

Mit 38 Punkten müsste für den Klub von der Weser allerdings sehr viel schief laufen, um noch einmal in akute Gefahr zu geraten. Nächste Woche hat Werder gegen die Überflieger aus Dortmund die nächste Gelegenheit, den Klassenverbleib zu sichern.

Thomas Schaaf wäre seiner Mannschaft sicher dankbar. Auch wenn das Geburtstagsgeschenk dann eine Woche zu spät käme.

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