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Der Hamburger SV verpasst diese Saison den Einzug ins internationale Geschäft. © getty

Nach der 0:2-Pleite gegen Freiburg werden die HSV-Profis vom eigenen Anhang wütend beschimpft. Mitleid gibt es nur vom Gegner.

Hamburg - Wie geprügelte Hunde schlichen die HSV-Profis nach Spielende vom Platz.

Begleitet wurde ihr Abgang von einem gellenden Pfeifkonzert und hämischen "Oh wie ist das schön"-Gesängen der eigenen Fans.

Mit der 0:2 (0:1)-Heimpleite des Hamburger SV gegen den SC Freiburg (Spielbericht) verspielten die Hanseaten nicht nur ihre letzte Hoffnung auf eine Europacup-Teilnahme, sondern auch viel Kredit bei den HSV-Anhängern, die in der Schlussphase jeden Ballkontakt der Gäste lautstark feierten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Wir hatten am Ende eine Atmosphäre, in der sich der gesamte Frust entladen hat. Das war der Endpunkt einer schwierigen Saison, ich kann die Reaktion der Zuschauer verstehen", sagte Hamburgs Trainer Michael Oenning.

Der Freiburger Cedric Makiadi empfand die Schmähgesänge der Hamburger Fans dagegen als unangemessen: "So eine Situation habe ich noch nie erlebt. Es ist schade für die Heimmannschaft, ich finde, das gehört sich nicht."

Oenning und Rost bedient

Oenning, der unter der Woche seinen Vertrag bis 2013 verlängert hatte, war nach der Vorstellung seiner Elf restlos bedient.

"Ich hätte nicht gedacht, dass wir noch einen Schritt zurück machen, ich bin sehr enttäuscht aufgrund der Leistung, die wir abgeliefert haben." Dieses Auftreten zeige aber auch, dass sich der Kader in der kommenden Saison verändern müsse.

Auch der scheidende Schlussmann Frank Rost sieht dringenden Handlungsbedarf.

"Es macht im Moment wenig Spaß, man stellt sich seinen Abschied aus der Bundesliga sicherlich anders vor. Ich bin gespannt, wie der HSV die ganzen Probleme in der nächsten Saison löst."

Cisse überholt Yeboah

Bei den Gästen aus Süddeutschland war Doppeltorschütze Papiss Cisse einmal mehr der gefeierte Held 391037(DIASHOW: Der 32. Spieltag).

Nach seinen Saisontreffern 21 und 22 darf der Senegalese weiter von der Torjägerkanone träumen.

Mit einem sehenswerten Rechtsschuss (16.) in das linke obere Toreck und per Kopf (88.) schoss der erfolgreichste Afrikaner in der Bundesliga-Geschichte den HSV im Alleingang ab.

Die bisherige Saison-Bestmarke hatte der frühere Frankfurter und Hamburger Stürmer Anthony Yeboah (20 Tore) aus Ghana gehalten.

HSV fehlt Durchschlagskraft

Nach dem Ausfall des besten Hamburger Torschützen Mladen Petric (11) fehlte den Hanseaten die letzte Durchschlagskraft im Angriff.

Paolo Guerrero und Heung Min Son zeigten sich zwar bemüht, ließen aber vor dem Tor des starken Oliver Baumann jegliche Kaltschnäuzigkeit vermissen.

Freiburg zeigt "Charakterstärke"

Gäste-Coach Robin Dutt fand nach dem Spiel lobende Worte für die Leistung seiner Mannschaft.

"Wir haben taktisch sehr diszipliniert gespielt und aus einer guten Defensive geschickt gekontert. Das Team hat nochmal seine Charakterstärke gezeigt", sagte Dutt, der ab der kommenden Saison den Trainerposten bei Bayer Leverkusen übernimmt.

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