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Nuri Sahin, Dede, Mario Götze (v.l.) feiern schon mal mit einem Schalenimitat © getty

Nach dem siebten BVB-Titelgewinn brechen alle Dämme. Verletzte, Frauen und Funktionäre feiern mit. Die ganze Stadt ist auf den Beinen.

Von Andreas Kloo und Christian Arias Losada

München/Dortmund - Als sich die feiernden Dortmunder eine kurze Pause zu gönnen schienen, legte einer erst richtig los: Kevin Großkreutz.

Im Kabinentrakt sang er deutlich hörbar für die versammelte Journalistenschar: "Wir sind Deutscher Meister! BVB Borussia!"

Immer wieder wiederholte er lauthals diese Zeilen und hämmerte dabei gegen die Tür. Dem gebürtigen Dortmunder schien der Meistertitel am meisten von allen zu bedeuten.

"Vor zwei Jahren stand ich hier noch auf der Tribüne und jetzt bin ich, jetzt sind wir Deutscher Meister", verkündete er nach dem 2:0-Erfolg über Nürnberg ungläubig.

Dank der gleichzeitigen Leverkusener Niederlage in Köln bedeutete der Sieg den Titel. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Rasur für Großkreutz

"Das haben wir verdient, weil wir eine richtig geile Saison gespielt haben", äußerte sich Großkreutz stolz. Zu diesem Zeitpunkt fehlte ihm schon ein großer Teil seiner Haarpracht.

Die Teamkollegen waren mit Rasierapparaten bewaffnet kurz nach Schlusspfiff auf ihn losgegangen und hatten ihm eine Halbglatze verpasst.

Nur weil der Akku des Geräts versagte, blieben Großkreutz noch Haare am Hinterkopf.

391776(DIASHOW: Die Meisterfeier)

Verletzter Sahin feiert kräftig mit

Doch auf Aussehen und körperliche Leiden nahm bei der Titelfeier keiner mehr Rücksicht.

Nuri Sahin stürmte trotz Bänderriss aufs Spielfeld und verpasste jedem, der ihm in die Quere kam, eine Bierdusche.

Auch der Anzug von Hans-Joachim Watzke blieb dabei nicht trocken. Der Geschäftsführer kämpfte mit den Emotionen:

"Ich kann das alles noch gar nicht richtig begreifen. Das ist ein ganz wunderbares Gefühl, und ich glaube, dass der Klub das verdient hat", versuchte er den Erfolg einzuordnen.

"Wir haben uns zwei Jahre lang weiterentwickelt, aber in diesem Jahr haben wir noch einen unglaublichen Schub bekommen", äußerte sich der Funktionär glücklich.

Klopp mit Riesenlob fürs Team

Dieser Schub ist vor allem Trainer Jürgen Klopp zu verdanken. Der gab das Lob aber sofort an sein Team weiter:

"Die Mannschaft hat Außergewöhnliches geleistet, Maßstäbe gesetzt, ist mit jeder Drucksituation unglaublich gut umgegangen. Was die Jungs geleistet haben, das ist nicht in Worte zu fassen", zog er verbal den Hut vor seinem Team.

"Wie sie unsere Vorgaben umgesetzt haben, ist der Wahnsinn. Ich kann doch erzählen, was ich will, wenn die Jungs das nicht umsetzten, stehe ich da wie ein Ochse", führte er fort.

Auch Präsident Reinhard Rauball fehlten nach dem siebten Meistertitel die Worte: "Das ist in der Nähe eines Märchens", stellte der Liga-Boss fest und versprach:

"Jetzt ist Dortmund zwei Wochen lang im Ausnahmezustand."

Köln-Tor löst Jubelstürme aus

Dieser Ausnahmezustand nahm in der 67. Minute seinen Anfang.

War es nach den BVB-Treffern durch Lucas Barrios (32.) und Robert Lewandowski (43.) vergleichsweise ruhig in den Fankurven geblieben, brachen nach der Kölner 1:0-Führung gegen Verfolger Leverkusen alle Dämme.

Bis zum Schluss packten die Fans fast jeden BVB-Song aus, den es gibt. Einige Anhänger stiegen bereits auf die Zäune. Das Kölner 2:0 ging dann fast schon im Jubelsturm unter.

Auch Frauen auf dem Feld

Und nach dem Schlusspfiff gab es endgültig kein Halten mehr. Die Fans eroberten das Spielfeld und kletterten aufs Tor, so dass sich die Querlatte durchbog.

Feuerwerkskörper wurden gezündet.

Auch die Spieler ließen ihrer Freude freien Lauf. Trainer Klopp übergossen sie mit Bier und ließen ihn durch die Luft fliegen.

"Wir sind so glücklich, weil wir das ganze Jahr große Opfer gebracht haben", fasste Torjäger Barrios seine Freude gegenüber SPORT1 in Worte.

"Lassen die Sau raus"

Selbst die Spielerfrauen und Kinder feierten schließlich auf dem Feld mit.

Auch für die nächtliche Party kündigten die Borussen Großtaten an: "Wir gehen jetzt mit der ganzen Mannschaft, den ganzen Betreuern, alle zusammen was essen und dann lassen wir die Sau raus", versprach Marcel Schmelzer bei SPORT1.

Ganze Stadt auf den Beinen

Das Partyzentrum in der Stadt war traditionell der Borsigplatz. Hier feierten die Fans mit Autokorsos, Hupkonzerten und Polonaise in einem schwarz-gelben Fahnenmeer.

Auch Friedensplatz und Hansaplatz füllten sich mit tausenden von Menschen. Die ganze Stadt schien auf den Beinen, der versprochene Ausnahmezustand war gekommen.

Und wird wohl noch lange andauern.

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