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Bastian Schweinsteiger wurde bereits fünf Mal deutscher Meister © getty

Nach der Gala gegen Schalke strotzt der FC Bayern wieder vor Selbstbewusstsein. Robben brilliert, Neuer lassen die Proteste kalt.

Vom FC Bayern berichten Mathias Frohnapfel und Daniel Rathjen

München - Mit einem prüfenden Blick streifte Bastian Schweinsteiger die Reporter vor ihm.

So wie einer, der will, dass man ihm genau zuhört.

"Wenn wir öfter so gespielt hätten, hätten wir schon deutlich mehr Punkte", erklärte der Nationalspieler am Samstagabend nach dem 4:1-Sieg der Münchner über Schalke (Bericht).

"Wir waren sehr kompakt. Dass wir Qualitäten haben, weiß jeder, aber wir müssen es auch umsetzen", betonte Schweinsteiger.

Die Erleichterung über das wichtigste Ergebnis des Spieltags war ihm und dem ganzen Team deutlich anzumerken (SERVICE: Der Tabellenrechner).

Denn dank Hannovers Heimpleite gegen Gladbach ist der FC Bayern wieder Dritter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Die Bayern haben ihr Navi wieder auf die Champions League einprogrammiert - und Schweinsteiger hat dazu seinen Beitrag geleistet.

Dabei hatte den Nationalspieler die aufkeimende Hierarchie-Debatte noch unter der Woche fuchsteufelswild gemacht - mit entsprechendem Wutausbruch vor der Presse.

Richtige Reaktion

Gegen Schalke packte Bayerns Vizekapitän seine Energie in genau getimte Pässe und Tacklings: Jeder Auflehnungswille der Schalker wurde so gleich abgebügelt.

Das beeindruckte auch Karl-Heinz Rummenigge.

"Bastian war heute ein Super-Chefchen", sagte der FCB-Vorstandsboss im "ZDF" in Anspielung auf die zurückliegende Debatte. "Es war sicher sein bestes Spiel in der Rückrunde."

Bayern startet furios

Heraus kam so ein begeisternder Einstieg in die Partie.

"Ich glaube, es können nicht viele Teams so spielen wie wir in der ersten Hälfte gegen Schalke", verkündete Schweinsteiger prompt.

Allein Manuel Neuer verhinderte mit zig Glanztaten, dass am Ende nicht sieben- oder achtmal die Tormelodie durch die Arena schallte.

[kaltura id="0_x2erifzn" class="full_size" title="Doppelpass Bayern wieder im Rennen "]

"Innerhalb Deutschlands wechseln"

"Es würde uns alle freuen, wenn Manuel zu uns kommen würde. Er würde sehr gut zu uns passen", stellte Schweinsteiger auf SPORT1-Nachfrage fest.

Wenn einer trotz Orkan wie in den Boden zementiert fest zu stehen scheint, das schätzen sie in München.

Zu seinem bevorstehenden Transfer sagte Neuer: "Es ist mein Ziel, innerhalb Deutschlands zu wechseln". Bayern bleibt damit in der Pole-Position.

Von den erneuten Fanprotesten ließ sich Neuer nicht kirre machen.

Munterer Sommerkick

Stattdessen sprach er nach der Partie auf LIGA total! lässig von seinem "Job als Torhüter" und billigte selbst denjenigen Fans, die ihn bösartig mit dem A.-Wort beleidigten, "solche und solche Meinungen" zu.

Etwas weniger diplomatisch ging er mit der Schalker Defensive um.

"Wir haben zu viele Torchancen zugelassen. Und jede Torchance war auch innerhalb des 16ers, genau wie die vier Tore", mäkelte Neuer.

Abwehrchef Christoph Metzelder glaubte sogar einen "munteren Sommerkick" gesehen zu haben. Die "Knappen" waren dabei die Statisten, muss man hier ehrlich anfügen.

United im Kopf

Im Kopf steckte das Rückspiel im Champions-League-Halbfinale bei ManUnited. Was sonst?

Den Bayern waren diese Schalker Befindlichkeiten herzlich egal.

Dank der Tore von Arjen Robben, Mario Gomez und dem Doppelpack von Thomas Müller stehen sie wieder auf Platz drei.

Und das Gute daran aus Bayern-Sicht: In den ausbleibenden Spielen bei St. Pauli und gegen Stuttgart genügen dem FCB vier Punkte - dem deutlich besseren Torverhältnis gegenüber 96 sei Dank.

"Aggessivität hat gestimmt"

Nach seiner abgebüßten Rotsperre schob vor allem Robben die Bayern-Maschinerie mächtig an. Aus seiner Sicht war sogar die erste Halbzeit "unsere beste Halbzeit in dieser Saison. So viel Leidenschaft und Begeisterung haben wir gezeigt."

Die Konkurrenz aus Niedersachsen ließ er freundlicherweise schon mal wissen: "Wir geben Platz drei definitiv nicht mehr her."

Doppeltorschütze Thomas Müller sah das ganz genauso. "Wir waren durch das Hannover-Ergebnis sehr motiviert. Die Aggressivität hat gestimmt", analysierte er.

Jonker großspurig

Interimscoach Andries Jonker bestätigte seinem Team "ein Riesenpotenzial" und schwärmte gar: "Wir sind in der Lage, alles zu gewinnen, was es zu gewinnen gibt."

Fast zeitgleich warnte Jonker: "Es gibt keinen Grund, überheblich zu sein. Wir spielen nächste Woche gegen St. Pauli, dort müssen wir gewinnen."

Bei den Profis scheint die Botschaft zwei Runden vor Schluss angekommen zu sein.

Gomez kennt die Mechanismen

"Ich kann nicht in die Zukunft blicken, aber so ein Spiel wie gegen Frankfurt wird uns nicht noch einmal passieren", meinte Gomez.

Mit 24 Saisontreffern überragt er als Torjäger in der Bundesliga, die Bayern-Mechanismen kennt er aber auch.

"Wir haben schon viele Partien gehabt, als wir zu Hause geglänzt und dann auswärts versagt haben", berichtet Gomez.

Auf eine Wiederholung dieses Trends bei St. Pauli (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) dürfte aber nicht nur Bayerns Starstürmer keine Lust haben.

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