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Christian Nerlinger (r.) ist seit Juli 2009 Manager des FC Bayern © getty

Christian Nerlinger spricht im SPORT1-Doppelpass über Neuers Wechsel, Schweinsteigers Wutausbruch und Meister Dortmund.

München - Durch die Galavorstellung gegen Schalke 04 hat es der FC Bayern wieder selbst in der Hand, sein Minimalziel zu erreichen (Spielbericht).

Nach dem Sieg über den Erzrivalen haben es die Münchner Platz drei zurückerobert und sich vor dem Saisonfinale wieder etwas Ruhe verschafft.

Gerade durch die Diskussionen um Nationaltorwart Manuel Neuer und sein Gastspiel bei den Bayern stand auch Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger im Mittelpunkt.

Ein heißes Thema ist die Frage der Ablösesumme, die einem baldigen Wechsel immer noch im Wege steht.

Nerlinger stellt klar, dass die Bayern Neuer verpflichten wollen - "aber wir werden keine verrückten Dinge machen."

Im SPORT1-Doppelpass spricht der Sportdirektor über den Stand der Verhandlungen, gratuliert dem BVB zur Meisterschaft und äußert sich über den Wutausbruch von Vizekapitän Bastian Schweinsteiger.

Christian Nerlinger über:

Meister Borussia Dortmund:

Glückwunsch an die Mannschaft, den Trainer und Michael Zorc. Die Mannschaft wurde hervorragend zusammengestellt, hat sich sehr homogen präsentiert und kontinuierlich ihre Leistung abgerufen. Deswegen sind sie auch verdient Deutscher Meister geworden.

Das hatte nichts mit naivem Jugendfußball zu tun oder Hurra-Fußball. Das ist ein sehr gut strukturierter, konzipierter Fußball, der auf einer starken Defensive basiert. Sie werden auch im nächsten Jahr einer der Titelanwärter sein.

Manuel Neuer:

Natürlich wollen wir Manuel Neuer im Sommer verpflichten. Wir werden alles versuchen, weil wir von ihm als Torwart und als Charakter überzeugt sind. Wenn es im Sommer nicht passieren wird, werden wir alles versuchen, dass es im Sommer 2012 über die Bühne geht.

die Verhandlungen:

Wir hatten mit den Schalkern das erste Geplänkel. Wir sind uns näher gekommen und haben grundsätzlich die Frage gestellt, ob sich Schalke einen Transfer im Sommer überhaupt vorstellen kann. Das konnten sie. Weiterhin sehe ich dem Ganzen sehr gelassen entgegen.

die Transfersumme:

Wir werden keine verrückten Dinge machen bei einem Spieler, dessen Vertrag nur noch ein Jahr läuft.

die Proteste in der Arena gegen Neuer:

Gegen Schalke im Stadion hat sich gezeigt, dass es doch eine sehr isolierte Gruppe ist, die pausenlos gegen ihn Stimmung macht. Der Großteil des Stadions hat sich zu Neuer bekannt.

Schweinsteigers Wutausbruch:

Bastian Schweinsteiger hat sich durch seine herausragenden Leistungen einen Ruf erarbeitet, bei dem auch Leistung von ihm erwartet wird, gerade in kritischen Situationen. Die muss er natürlich dann auch abrufen. Er hat das Potenzial dazu und ich habe auch immer betont, dass ich ihn für einen absoluten Führungsspieler halte. Auch gegen Schalke hat er wieder total überzeugt und die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen. Es geht hier um einen 25-Jährigen, der seine Leistung immer abgerufen hat. Ihm dann auch mal Emotionen zuzustehen, ist für mich das selbstverständlich.

Arjen Robbens Kritik:

Von einer führungslosen Mannschaft zu sprechen, ist ein Witz. Vieles läuft intern ab und man soll sich da auch nicht verbiegen. Nur, weil es früher die Kahns, Effenbergs und Matthäus? gab, muss das heute nicht genauso laufen.

Platz zwei:

Ich spekuliere eigentlich nicht mehr. Wir haben gegen Schalke eine super Leistung gezeigt und sind sehr froh, dass wir Rang drei inne haben.

die Gala gegen Schalke:

Wir haben die Mannschaft so auf die Partie vorbereitet, dass sie sich von allen externen Dingen frei machen soll, um die nächsten drei Spiele zu gewinnen. Als die Niederlage von 96 dann bekannt war, habe ich schon gemerkt, dass das einen Push gibt für die Mannschaft, dass sie sehr positiv damit umgeht. Ich finde, die ersten 35 Minuten waren ein absolutes Feuerwerk. Das war Fußball vom Feinsten. Das zeigt auch, welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt.

die Bayern-Defensive:

Schalke hat kein einziges Mal auf unser Tor geschossen. Die ganze Saison wird auf unsere Innenverteidigung eingeprügelt, aber das hat auch etwas mit dem Gesamtsystem zu tun. Ich bin mir sicher, dass wir auf dem Weg zurück zur Normalität sind.

die durchwachsene Saison:

Wir sind sehr schwer in die Saison gekommen und sind pausenlos einem Rückstand hinterher gehechelt. Dann kamen Verletzungen hinzu und ein Spielsystem, dass sehr naiv angelegt war. Wir haben viel Wert auf die Offensive gelegt und dabei vergessen, dass man die Meisterschaft gewinnt, wenn man in der Defensive gut organisiert ist.

Louis van Gaal:

Es gibt ja die Sendung "Schlag den Raab". Was bei uns derzeit abläuft, ist so ein bisschen "Schlag den van Gaal". Das müssen wir endlich mal beenden. Van Gaal hat im ersten Jahr hervorragende Arbeit geleistet, das zweite Jahr ist dann nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben, mit den bekannten Konsequenzen.

seine Rolle und Uli Hoeneß:

Wir sind der erfolgreichste deutsche Verein. Da gibt es natürlich auch eine Struktur mit Uli Hoeneß, der sich nicht vom Amt des Managers zurück gezogen hat, weil er amtsmüde war, sondern weil er den Verein neu strukturieren wollte. Dass Uli Hoeneß nah am Verein bleibt, ist für mich selbstverständlich und von allen gewollt.

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