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Der Vertrag von Manuel Neuer (l.) auf Schalke läuft noch bis 2012 © getty

Der Schalker lässt sich von bösen Plakaten nicht irritieren und macht eine Ankündigung. Der Poker zwischen Bayern und S04 läuft.

Von Mathias Frohnapfel

München - Fußballer müssen sie einfach beherrschen, die hohe Schule der Diplomatie.

Vor allem wenn es um Deutschlands teuersten Torwart-Transfer aller Zeiten geht und um die Zukunft des wohl spektakulärsten deutschen Keepers seit Oliver Kahn.

20 Millionen Euro könnte der FC Bayern für Manuel Neuer zahlen und die Schalker spekulieren auf die ein oder andere Millionen mehr.

Konkurrenz aus England, von wo aus angeblich eine 27-Millionen-Offerte von ManUnited stammen soll, muss der FC Bayer aber nicht fürchten.

"Es ist mein Ziel, innerhalb Deutschlands zu wechseln", sagte der Nationaltorwart bei LIGA total!.

Rhetorisch die Frage, an welchen Klub er da wohl denkt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es gibt ja mehrere Parteien. Einmal die Verantwortlichen von Schalke 04, den Spieler Manuel Neuer und einen anderen Verein", erklärte Neuer dennoch etwas verschwurbelt nach Schalkes 1:4-Pleite in München (Bericht).

"Haben keinen Zeitdruck"

Im Moment will keiner zu viel sagen. Auch Karl-Heinz Rummenigge nicht.

"Wir haben überhaupt keinen Zeitdruck. Die Transferliste ist bis zum 31. August auf", meinte Bayerns Vorstandschef.

"Wir werden sehen, ob es eine Lösung gibt. Wenn es eine gibt, okay. Wenn es keine Lösung gibt, werden auch beide Vereine damit weiterleben müssen."

Und Sportdirektor Christian Nerlinger konkretisierte im SPORT1-Doppelpass am Sonntag: "Wir hatten mit den Schalkern das erste Geplänkel."

In diesem Gespräch seien sich S04 und Bayern näher gekommen.

"Wir haben grundsätzlich die Frage gestellt, ob sich Schalke einen Transfer im Sommer überhaupt vorstellen kann. Das konnten sie."

[kaltura id="0_x2erifzn" class="full_size" title="Doppelpass Bayern wieder im Rennen"]

Keine verrückten Dinge

Freilich wolle Bayern Neuer zum Sommer holen - aber eben nicht um jeden Preis.

"Wir werden keine verrückten Dinge machen bei einem Spieler, dessen Vertrag nur noch ein Jahr läuft", stellte Nerlinger klar.

Umgekehrt sind sich die Schalker ihrer Verhandlungsposition gewiss. Das Prinzip Angebot und Nachfrage kann ihnen aus Sicht von Sportdirektor Horst Heldt nur nützen.

Sogar die (eher unwahrscheinliche) Option, dass Neuer ein weiteres Jahr bei S04 bleibt, führt Heldt gerne als Szenario an.

Heldt mit Bayern in Kontakt

Dabei spekulieren sie die Königsblauen, die trotz Champions-League-Millionen weiterhin finanziell eher klamm sind, auf einen möglichsten hohen Ertrag aus dem Neuer-Transfer.

"Sobald sich ein Verein interessiert für einen Spieler, werden wir uns damit auseinandersetzten, egal welcher Verein das ist", sagte Horst Heldt.

"Es gibt bis dato keine andere Anfragen von einem anderen Verein außer vom FC Bayern. Und deswegen beschäftigten wir uns ausschließlich mit dem FC Bayern."

Lahm lobt Anhang

Die Nationalspieler des FC Bayern können sowieso Neuer nicht schnell genug in Torwartkluft an der Säbener Straße erwarten.

Laut Bastian Schweinsteiger "würde er sehr gut zu uns passen". Kapitän Philipp Lahm wertete sogar die Stimmung in der Allianz Arena am Samstagabend wohlwollend.

"Es ist schön, dass die Fans Respekt gezeigt haben", sagte Lahm auf SPORT1-Nachfrage.

Was übersetzt so viel heißen dürfte, dass weniger Anhänger als befürchtet den Ur-Schalker Neuer mit Schmähgesängen und fiesen Plakaten ("Heuchler", "Nur zu Gast") bedachten (391037DIASHOW: 32. Spieltag)

Fanproteste und Unterstützung für Neuer

Und die "Neuer, du A...loch"-Rufe aus Teilen der Kurve wurden vom Rest per Pfeifkonzert akkustisch abrasiert. Es gab sogar kurzzeitig Neuer-Rufe aus der Bayern-Kurve.

Einige Fans der Roten begrüßten ihn schon poetisch: "Unser Neuer Torwart ist der beste der Welt. Herzlich willkommen in München, Manuel".

Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger registrierte das zufrieden.

"Ich hoffe, dass wir zurück auf dem Weg zur Normalität sind", sagte er zu den Protesten und äußerte einen Wunsch: "Die Fans sollen uns unterstützen, nicht Politik betreiben."

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