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Sebastian Freis hat beim KSC noch einen Vertrag bis 2009 © getty

Karlsruhe hält auch nach der bitteren Pleite bei Hannover 96 an Trainer Becker fest. Andere Maßnahmen sind geplant.

Hannover - Die Fans gingen auf die Barrikaden, aber die Führungsetage des Karlsruher SC stellte sich trotz des Sturzes auf den letzten Tabellenplatz demonstrativ vor ihren Coach.

"Wir wechseln unsere Meinung nicht wie ein Fähnchen im Wind. Edmund Becker bleibt unser Trainer", sagte Rolf Dohmen nach der 2:3 (0:3)-Niederlage der Badener bei Hannover 96 (die Tabelle).

Fast gebetsmühlenartig wiederholt der KSC-Manager diesen Satz seit Wochen, obwohl die Negativserie des KSC, der seit neun Spielen auf einen Dreier warten, im Vereinsumfeld weiter für Winterdepressionen sorgt.

Fans blockieren den Bus

"In der ersten Halbzeit haben wir ein Spiel abgeliefert, mit dem man in der Bundesliga nicht bestehen kann. Nach der Pause haben wir dann zwar eine Reaktion gezeigt, aber das hilft uns auch nicht. 45 Minuten reichen nicht, um zu punkten", meinte der einmal mehr enttäuschte Becker.

Der KSC-Coach nahm seine Mannschaft in die Pflicht: "Wenn wir die Fehler nicht endlich minimieren, wird es ganz schwierig, da unten noch herauszukommen."

Die Anhänger haben nach eigenen lautstarken Angaben ohnehin bereits "die Schnauze voll". Bevor sie den Mannschaftsbus der Karlsruher bei der Abfahrt blockierten, hatten sie die Fankurve in Teilen bereits nach der ersten Hälfte verlassen.

Neuverpflichtungen im Winter

"Das ist schade. Da haben sie eine gute zweite Halbzeit ihrer Mannschaft leider nicht gesehen", meinte Dohmen sichtlich angeschlagen: "Schließlich ist es unserem Trainer in der Pause gelungen, die Spieler aufzuwecken."

Dennoch scheint man sich bei den Karlsruhern derzeit nur noch so dahinzuschleppen. Neuverpflichtungen sollen für frischen Wind sorgen (der Kader), damit es nicht endgültig in Richtung Zweitklassigkeit geht. "Wir versuchen selbstverständlich uns in der Winterpause zu verstärken", ergänzte der Manager.

"Wir machen zu viele individuelle Fehler. Das ist auch eine Qualitätsfrage", schimpfte Dohmen: "Bisher haben wir uns vor allem Gedanken über unsere Offensive gemacht. Aber bei schon 28 Gegentoren weiß man, dass man auch in der Defensive noch einen Flicken setzen muss."

Hecking wieder fester im Sattel

Während die Abwärtsspirale bei den Karlsruhern in derzeitiger Besetzung offenbar kaum aufzuhalten ist, schaffte Hannover nach zuvor drei Spielen ohne Sieg in Folge zumindest einen kleinen Schritt in die richtige Richtung.

Trainer Dieter Hecking, der bei den Niedersachsen zuletzt heftig unter Beschuss geraten war, sitzt vorerst wohl wieder fest im Sattel, auch wenn der Klubchef nicht ganz zufrieden war.

"Für uns zählen zunächst einmal nur die drei Punkte", meinte Martin Kind und sagte dann aber auch: "Aber mit Beginn der zweiten Halbzeit hat schon die Körpersprache unserer Profis signalisiert, dass es noch schwierig werden könnte. Da wartet auf die sportliche Leitung noch viel Arbeit. Ich habe keine Erklärung dafür, wo dieser Bruch herkommen konnte."

Licht und Schatten bei 96

Tatsächlich hatten 32.417 Fans zwei absolut unterschiedliche Spielabschnitte gesehen. Spielte Hannover den Gegner in der ersten Hälfte noch an die Wand, ging die Partie nach dem Seitenwechsel eindeutig an die Gäste.

Hätte 96-Keeper Florian Fromlowitz in der Nachspielzeit nicht gegen Joshua Kennedy gerettet, wäre das Remis perfekt gewesen.

So aber zahlte sich Heckings Entscheidung, erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder zwei Spitzen in der Startformation aufzubieten, am Ende doch aus. Im Doppeltorschützen Mike Hanke (12., 18.) sowie in Mikael Forssell (44.) sorgte ausgerechnet das Sturmduo für alle Treffer der Niedersachsen (Torschützenliste) .

Der KSC hatte dem nur die Tore von Antonio da Silva (48., Foulelfmeter) und Startelf-Debütant Lars Stindl (87.) entgegenzusetzen.

"Unser Tabellenplatz entspricht den Leistungen der vergangenen Wochen", sagte Dohmen deprimiert.

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