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Jürgen Klopp begann seine Trainerkarriere 2001 beim FSV Mainz 05 © getty

Der Titel ist die Krönung des Dortmunder Aufwärtstrends und garantiert Planungssicherheit. Das Team soll aber dasselbe bleiben.

Von Björn Seitner

München - Die Partylaune dürfte noch lange nicht abgeklungen sein, da kann sich der BVB schon auf die Zukunft freuen 391776(DIASHOW: Die Meisterfeier).

Die Millionen-Einnahmen durch die Champions-League-Qualifikation bescheren Dortmund Planungssicherheit, Schuldenabbau und die Aussicht auf rosige Zeiten - schwarz-goldene Zeiten.

Im März 2005 stand die börsennotierte Borussia noch vor dem Kollaps, die Insolvenz drohte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Sechs Jahre später bejubelt Dortmund zwei Spieltage vor Schluss mit der jüngsten Mannschaft aller Zeiten die Deutsche Meisterschaft (Party-Marathon bis zum Mittagessen).

"Für den Moment ist alles in Ordnung", sagt BVB-Coach Jürgen Klopp nach dem Heimsieg gegen Nürnberg (Spielbericht). Und in der Zukunft?

20 Millionen Euro kassiert Dortmund alleine für die Gruppenphase in der Königsklasse.

Etwas mehr als die Hälfte soll, so die Bosse, in die Mannschaft der kommenden Saison gesteckt, der Etat von 35 auf 40 Millionen Euro erhöht werden.

Mit dem Rest soll der Schuldenstand von rund 57 Millionen Euro abgebaut werden. Der Aktienkurs, der vor der Saison unter der Ein-Euro-Marke lag, kletterte bis zum Meisterwochenende immerhin auf drei Euro.

Belohnung der Mitarbeiter

Es geht kontinuierlich aufwärts beim neuen Titelträger. Vor zwei Jahren lagen die finanziellen Verpflichtungen noch bei knapp 122 Millionen Euro.

Die Perspektiven bei den Schwarz-Gelben sind vielversprechend, auch für die Mitarbeiter: Jeder soll eine Sonderzahlung in vierstelliger Höhe erhalten.

"Das ist ein Novum beim BVB", erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Der Sympathieträger der Liga

Es hat sich vieles zum Positiven gewandelt im "Pott". Einst als größenwahnsinniger Kommerzklub abgeschrieben, wird der Verein nun von allen Seiten respektvoll beäugt, selbst von Schalkern oder Münchnern.

Die im Schnitt 22 Jahre alte Truppe von Klopp ist Sympathieträger und Vorbild der Liga. Entgegen der Söldner-Mentalität bei vielen anderen Klubs wirkt der BVB beinahe wie eine Familie.

[kaltura id="0_u0azgkz7" class="full_size" title="Riesen Stimmung auf dem Borsigplatz"]

Kevin Großkreutz verkörpert das wie kein anderer. "Wenn man in Dortmund lebt, dann lebt man nur für die Borussia. Das kannst du nicht beschreiben, das ist bei mir auch so", befindet der 22-Jährige, der schon im Alter von sieben Jahren eine Dauerkarte für die Südkurve besaß.

Jeder Einzelne hat sich verbessert

"Es ist nicht so, dass wir nur noch Talente mit 19 Jahren verplichten und die dann ein Jahr später Nationalspieler werden", sagte Klopp auf der Meisterfeier.

Aber der 43-Jährige weiß, was er an seinen Youngstern hat: "Die Jungs respektieren sich und Respekt erarbeitet man sich in dieser Mannschaft über fußballerische Qualität."

Sein Team habe verstanden, wie das Spiel wirklich funktioniere. "Jeder Einzelne ist in den drei letzten Jahren so viel besser geworden", erklärte Klopp und jeder verspüre dafür große Dankbarkeit und Demut.

Verdienter Titel

Der BVB hat trotz seiner jungen Mannschaft - oder vielleicht gerade deshalb - dem Druck in dieser Saison in beeindruckender Weise standgehalten.

Leverkusen und Bayern besiegte man in der Rückrunde auswärts mit 3:1.

Dennoch war der Titel für Sportdirektor Michael Zorc eine "große Überraschung", wie er bei SPORT1 zugab.

"Die Imperien werden zurückschlagen"

"Das 'Geld schießt Tore' haben wir abgeschafft - in der Tat. Aber es sei Ihnen versichert: Die Imperien werden zurückschlagen", sagte Watzke auch mit Blick auf die neue Spielzeit in der Bundesliga.

"Wir werden in einigen Fällen damit rechnen müssen, dass unsere Spieler für die großen europäischen Klubs begehrenswert sind", gab auch Zorc zu.

Gündogan für Sahin?

Ziel sei aber, "die Mannschaft so gut wie möglich zusammenzuhalten".

Auch wenn der 22-jährige Nuri Sahin vielleicht zu Real Madrid abwandert (News), könnte mit Ilkay Gündogan schon der nächste Spielmacher bereitstehen.

Die fünf Millionen Euro für den Nürnberger wären sicher gut angelegt, zumal Gündogan noch zwei Jahre jünger als Sahin ist.

Ob mit oder ohne ihn. Eventuell sorgt der BVB in der kommenden Saison selbst in der Champions League mit Barcelona, Madrid oder Manchester für Furore. Die Basis dafür ist wieder hergestellt.

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