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Miroslav Klose (l.) erzielte seinen sechsten Saisontreffer. Franck Ribery legte auf © getty

Der FC Bayern besiegt Leverkusen und bläst schon zur Attacke für das Hoffenheim-Match. Manager Uli Hoeneß glaubt an sein Team.

Von Mathias Frohnapfel und Thorsten Mesch

Leverkusen/München - Es war sein erstes Bundesliga-Spiel mit Bayer gegen den FC Bayern.

Insofern durfte man dem Debütanten Patrick Helmes seine Verwunderung abnehmen.

"Das 0:1 ist ja aus dem Nichts gefallen. Bis dahin haben die Bayern auch nur Mist zusammengespielt", kommentierte der Stürmer von Bayer Leverkusen die 0:2-Pleite im Spitzenspiel.

Natürlich war es eine recht radikale Sichtweise der Dinge.

Der Bazillus wirkt

Andererseits hatte Helmes richtig erkannt, dass die Leverkusener gegen gute, aber nicht überragende Bayern verloren hatten.

Wie solche Spiele ablaufen, das wissen sie in der BayArena aus leidvoller Erfahrung. Fast immer, wenn die Bayern im Rheinland auftauchen, nutzen sie dort cool ihre Chancen.

Und die Leverkusener? Sie erwischte der "FCB-Bazillus", ein Krankheitserreger, der - egal ob im Winter oder Frühling - alljährlich zu höflicher Zurückhaltung gegenüber den Gästen aus München führt.

"Pink Panther" ist nicht zu stoppen

Die Torjäger Luca Toni (59.) und Miroslav Klose (82.) hatte somit auch keine Mühe, ihren Auftrag zu erfüllen.

Der deutsche Nationalstürmer fasste seine Erklärung kurz: "Wir stehen immer besser, glauben mittlerweile an uns und unsere Qualität."

Außerdem haben die Bayern ja "Pink Panther".

Franck Ribery düste auch in Leverkusen mit rosa Schuhen ebenso elegant wie höchst effektiv übers Spielfeld und servierte zu Kloses Tor.

Der Franzose macht weiter großen Eindruck beim Gegner.

Spion van Buyten

Das hatte auch Mannschaftskollege Daniel van Buyten mitbekommen. Gegenüber Sport1.de berichtete er, wie er die Leverkusener ein wenig ausspioniert hatte: "Ich habe gehört, wie Manuel Friedrich gesagt hat: 'Wie sollen wir gewinnen, wenn wir ihn gegen uns haben.'"

Dabei war es nicht allein der Ballstreichler aus Frankreich, der den Bayern-Sieg so souverän aussehen ließ. Die Münchner Abwehr steht trotz kleiner Wackler deutlich sicherer als vor einigen Wochen und auch der zweite Anzug des FCB sitzt.

Van Buyten ersetzte nahezu fehlerfrei den verletzten Martin Demichelis, genauso wie Andreas Ottl, der den hustenenden und schniefenden Kapitän Mark van Bommel vertrat.

Kampfansage an Hoffenheim

Uli Hoeneß genoss den Auftritt seiner seit mehr als zwei Monaten ungeschlagenen Truppe.

Zugleich machte der Bayern-Manager seine Mannen heiß für den Showdown am Freitag gegen Hoffenheim: "Wir haben Leverkusen auf den Boden zurückgeholt, das hat ja schon Tradition. Aber jetzt kommt das Spiel der Spiele. Wir sind gut gerüstet. Spiele werden durch die besseren Spieler entschieden, und die haben wir."

Völler sieht ein Sahnestück

Es ist vor allem die linke Seite der Bayern mit Philipp Lahm, Ze Roberto und Ribery, die bei der Bundesliga-Konkurrenz heimliche und offene Bewunderer findet.

"Ein Sahnestück", schwärmte Rudi Völler. "In Europa", meinte der Bayer-Sportdirektor, "muss man lange suchen, um so etwas zu finden. Einfach weltklasse."

Die Spieler mit dem Bayer-Kreuz waren indes laut Völler "nicht giftig genug".

Heilsame Unentschieden

Ganz anders die Bayern. Sie stürzten sich gewissenhaft in die Zweikämpfe. Und ein Nachlasen gab es auch nach der Führung nicht.

Die Unentschieden gegen Bochum (3:3) und Gladbach (2:2) dürften somit heilsame Langzeitwirkung haben.

Fußball-Gourment Ribery blickt schon erwartungsvoll auf das Hoffenheim-Match ? allein aus ästhetischen Gründen. "Hoffenheim hat sehr gute Spieler und macht viele Tore. Das wird ein schönes Spiel."

Patrick Helmes, der noch die besten Leverkusener Chancen besaß, hatte sich derweil ein wenig mit der Fußballwelt abgefunden.

Die Bayern spielten schließlich "jahrelang ganz oben mit". Sein Trost: "Wir sind noch eine junge Truppe. Wir lernen aus den Fehlern und in Zukunft wird das anders aussehen."

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