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Sebastian Kehl (r.) wurde bereits in der Saison 2001/2002 Deutscher Meister mit dem BVB © getty

Der Kapitän spricht nach der Meisterschaft bei SPORT1 über die Zukunft des BVB und zieht einen Vergleich zum letzten Titelgewinn.

Von Christian Arias Losada

Dortmund - Als Borussia Dortmund am 4. Mai 2002 nach einem dramatischen Finale gegen Werder Bremen die sechste Deutsche Meisterschaft klarmachte, glänzte ein 22-Jähriger im defensiven Mittelfeld und war ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Schale.

Nach 90 Minuten Kampf durfte Sebastian Kehl am Ende mit Spielern wie Marcio Amoroso, Jan Koller und Tomas Rosicky nach der Partie die Meisterschale in die Höhe recken.

Nach dem Gewinn der Meisterschaft 391776(DIASHOW: Die Meisterfeier) wird der 31-Jähige neun Jahre und zehn Tage später am 14. Mai gegen Eintracht Frankfurt erneut in diesen Genuss kommen.

Nur sechs Saisoneinsätze

Zwar ist Kehl beim aktuellen Titelgewinn der Kapitän der Dortmunder Rasselbande, sportlich gesehen bekam er wegen seiner prall gefüllten Krankenakte jedoch auch dieses Jahr kaum einen Fuß auf den Boden.

In seiner Abwesenheit füllten erst Nuri Sahin und dann Torhüter Roman Weidenfeller das Kapitänsamt beim BVB mit Leben aus.

139 Minuten bei sechs Einsätzen - mehr konnte Kehl in dieser Saison nicht zur Meisterschaft beitragen.

Trotz seiner schier unendlichen Leidenszeit ist aber auch Kehl ein Gewinner beim BVB.

Im SPORT1-Interview spricht er über seine Gefühlslage, die Aussichten des BVB und zieht einen Vergleich zu der Meistermannschaft von 2002.

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SPORT1: Herr Kehl, nach 2002 sind Sie nun erneut Deutscher Meister mit dem BVB. Was bedeutet das persönlich für Sie?

Sebastian Kehl: Für mich persönlich war es natürlich keine leichte Saison, aber ich freue mich natürlich auch riesig, weil es eine verdiente Meisterschaft war in diesem Jahr. Ich glaube, die Mannschaft hat herausragenden Fußball gespielt und am Ende sind wir auch verdient Meister geworden.

SPORT1: Sie waren ja bereits beim letzten Titelgewinn dabei. Wo ist der Unterschied der damaligen Mannschaft mit der heutigen?

Kehl: Die Struktur der Mannschaft ist eine komplett andere gewesen. Wir haben 2002 eine Mannschaft gehabt, die mit Stars und ausländischen Spielern besetzt war. In diesem Jahr haben wir eine blutjunge Mannschaft, die sehr unbekümmert und mit viel Leidenschaft gespielt hat. Es hätte auch dieses Jahr sicher keiner erwartet, dass wir den Titel holen. 2002 haben wir den Titel auch auf den letzten Drücker geholt, diese Saison haben wir es zwei Spieltage vorher geschafft. Im Endeffekt ist es aber egal, wir freuen uns riesig.

SPORT1: Welches Erlebnis war denn schöner?

Kehl: Wenn man am letzten Spieltag auf den letzten Drücker Meister wird, ist das mit Sicherheit emotionaler. Das braucht man aber auch nicht immer. Dieses Jahr freuen wir uns genauso, denn wir haben es über die Saison hinweg verdient gehabt.

SPORT1: War diese Saison ein Quantensprung in der Entwicklung des BVB?

Kehl: Trotz dieser Überraschung haben wir bereits in der letzten Saison gezeigt, wozu wir fähig sein können. Da hatten wir auch Spiele, in denen wir richtig guten Fußball gespielt haben. Diese Entwicklung haben wir uns erarbeitet.

SPORT1: In der nächsten Saison soll es wieder mit dem Spieler Sebastian Kehl auf dem Platz weitergehen. Glauben Sie an eine Titelverteidigung?

Kehl: Da mache ich mir heute noch überhaupt keine Gedanken drüber. Wir haben dieses Jahr eindrucksvoll bewiesen, dass wir verdient Deutscher Meister geworden sind. Das zählt zunächst. Was im nächsten Jahr kommt, warten wir einfach ab.

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