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Anatolij Timoschtschuk hat in St. Petersburg noch einen Vertrag bis 2011 © imago

Die Bayern wollen den zweikampfstarken Anatolij Timoschtschuk unbedingt verpflichten. Schon ab Januar könnte er dem Meister helfen.

Von Martin Volkmar

München - Die anhaltenden Gerüchte um Anatolij Timoschtschuk könnten bald beendet sein:

Ein Wechsel des ukrainischen Nationalspielers zum FC Bayern in der Winterpause wird immer konkreter.

"Es ist richtig, dass wir mit ihm gesprochen haben. Ob es was wird, werden wir sehen", sagte Manager Uli Hoeneß am Sonntagabend der "ARD".

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" befindet sich der Kapitän von UEFA-Cup-Sieger Zenit St. Petersburg bereits zur sportärztliche Untersuchung und zu abschließenden Verhandlungen in München.

Podolski-Freigabe im Sommer wahrscheinlich

Zudem läuft alles auf eine Freigabe für Lukas Podolski im kommenden Sommer hinaus. "Dass er zum Saisonende gehen wird, kann ich mir mittlerweile gut vorstellen", erklärte Hoeneß.

"Wenn wir Ersatz für ihn finden, kann ich mir auch vorstellen, dass wir ihm seinen Wunsch erfüllen, nach Köln zu gehen. Wir haben ja jetzt sechs Monate Zeit."

Zuvor soll aber bereits Timoschtschuk zum FCB stoßen, der schon am 2. Januar mit ins Trainingslager nach Dubai fliegen würde.

14 Millionen Euro Ablöse

Der 29-Jährige hat noch einen Vertrag bis 2011 und würde bei einem Transfer im Januar laut Zenit-Manager Konstantin Sarsanija eine Ablösesumme von 14 Millionen Euro kosten.

In der ehemaligen Zarenstadt gehört Timoschtschuk mit rund vier Millionen Euro pro Jahr zu den Bestverdienern.

Der 81-malige Nationalspieler hatte zuletzt öffentlich über einen Abgang gesprochen und erklärt, er habe in jeder großen europäischen Liga einen Lieblingsverein.

Dazu gehöre auch der FC Bayern, zudem Juventus Turin, der FC Barcelona und Manchester United.

In der Champions League nicht spielberechtigt

Allerdings wäre der Mittelfeldspieler nicht für die Champions League spielberechtigt, da er dort schon die Vorrunde mit Zenit bestritten hat.

Schon vor zwei Wochen war die Einigung vom DSF vermeldet worden. Damals hatte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge jedoch dementiert:

"Es gibt von uns aus keinerlei Kontakte zu St. Petersburg. Wir verhandeln erst mit unseren eigenen Leuten, deren Verträge auslaufen. Dann sehen wir weiter."

Der FC Bayern hatte bereits im Sommer mit ihm und dem russischen Klub verhandelt, damals aber keine Einigung mit Zenit erzielen können.

Woronin empfiehlt Bayern seinen Landsmann

Nach dem Vorrunden-Aus in der Champions League und dem Ende der russischen Meisterschaft, in dem der Klub als Fünfter die Titelverteidigung verpasste, ist ein Abgang Timoschtschuks wahrscheinlicher geworden.

Hertha-Profi Andrej Woronin kann seinen ukranischen Landsmann nur empfehlen: "Er ist ein Kämpfer, marschiert immer 90 oder notfalls 120 Minuten. Ein absoluter Profi und ein positiv Verrückter. Der würde zu den Bayern passen."

Konkurrenz für van Bommel und Ze Roberto

Timoschtschuk würde den Konkurrenzkampf im defensiven Mittelfeld verschärfen, wo derzeit Kapitän Mark van Bommel und Ze Roberto gesetzt sind.

Die Verträge beider Spieler laufen im Sommer aus und zumindest bei van Bommel ist eine Verlängerung fraglich. Ze Roberto dagegen wollen die Münchner halten, doch der Brasilianer tendiert zu einem Abschied aus Deutschland.

Zehn Verträge laufen bis 2010 aus

Insgesamt könnte es unter Jürgen Klinsmann einen größeren Umbruch geben, denn 2009 und 2010 laufen zehn Verträge aus.

"Die Vorstandsleute und ich treffen uns jede Woche zu Gesprächen, und dass da auch Namensgespräche stattfinden, ist selbstverständlich", hatte der Trainer mehrfach erklärt.

Offen ist, ob es weitere Transfers in der Winterpause oder erst im Sommer geben wird. Unwahrscheinlich scheint derzeit ein Abgang Podolskis schon nach der Hinrunde.

Diesem Anliegen des Dauer-Reservisten würden die Münchner nur im Fall des Einkaufs eines neuen Top-Stürmers zustimmen.

Als Kandidaten werden unter anderem Mario Gomez (VfB Stuttgart), Pawel Pogrebnijak, Andrej Arschawin (beide Zenit) und Goran Pandew (Lazio Rom) gehandelt.

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