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Manuel Neuer ist seit 20 Jahren Mitglied bei Schalke 04 © getty

Die Offiziellen geben sich im Poker gelassen, ein Ex-Präsident sorgt für Wirbel. Der Poker droht zum Sommerloch-Thema zu werden.

Von Thorsten Mesch

München - Der Poker um Manuel Neuer geht in die heiße Phase, die Verantwortlichen von Schalke 04 und Bayern München haben ihre Positionen klar gemacht.

Und mitten rein ins Taktieren sorgt Franz Beckenbauer wieder einmal für Aufregung.

"Wäre ich noch Aufsichtsrats-Vorsitzender, würde ich jede Summe absegnen. Man sollte, wenn es sein muss, auch 50 Millionen Euro für Neuer bezahlen", sagte Beckenbauer in der "Bild" - und sorgte in der Führungsetage des FC Bayern für Kopfschütteln .

"Franz ist aber nicht an unserer Stelle", konterte Präsident und Aufsichtsrats-Chef Uli Hoeneß die aus Bayern-Sicht nicht gerade förderliche Aussage ihres Ex-Präsidenten.

Beckenbauer "herzlich willkommen"

Beim FC Schalke nahm man Beckenbauers Worte hingegen mit Freude zur Kenntnis.

"Er ist herzlich willkommen bei der Verhandlungsrunde", sagte S04-Manager Horst Heldt bei "Sky".

Heldt hatte vergangene Woche Verhandlungsbereitschaft signalisiert, aber keine konkrete Forderung für den Torwart, der noch bis 2012 bei Schalke unter Vertrag steht, aufgerufen.

"Wenn einer 100 Millionen bietet, können Sie nicht von mir verlangen zu sagen, Neuer ist dennoch unverkäuflich", so Heldts Worte nach dem 0:2 in der Champions League gegen Manchester United.

Rummenigge setzt einen drauf

Der FC Bayern will aber weder 100, noch 50 Millionen für Neuer bezahlen.

Man werde "keine Mondpreise zahlen", lautete bereits am Mittwoch Hoeneß' unmissverständlicher Hinweis.

"Wo der Mond steht, bestimmt Schalke und nicht der FC Bayern", konterte Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ? woraufhin Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge nach dem noch einen drauf setzte.

"Schalke bestimmt nicht, wo der Mond steht. Das macht die Natur schon selber. Im Übrigen haben wir im Moment abnehmenden Mond. Aber wir werden sehen, ob es eine Lösung gibt. Beide Parteien sind im Moment relativ entspannt", betonte Rummenigge bei LIGA total!.

[kaltura id="0_x2erifzn" class="full_size" title="Doppelpass Bayern wieder im Rennen"]

"Keinen Zeitdruck"

Man habe "überhaupt keinen Zeitdruck" und werde "sehen, ob es eine Lösung gibt", so Rummenigge. "Wenn es eine gibt, ok. Wenn es keine Lösung gibt, werden auch beide Vereine damit weiterleben müssen."

Und Sportdirektor Christian Nerlinger unterstrich im SPORT1-Doppelpass: "Wenn es keine Lösung gibt, kommt Neuer erst im nächsten Sommer."

Angebot "nicht akzeptabel"

14 Millionen Euro, dazu eine erfolgsabhängige Sonderzahlung - so soll die erste Offerte der Münchner ausgesehen haben. Für Schalke zu wenig.

Das erste Angebot der Bayern sei auf jeden Fall "nicht akzeptabel" gewesen", verkündete Heldt und drohte, den vorzeitigen Wechsel platzen zu lassen, sollten die Bayern ihr Angebot nicht deutlich verbessern.

Noch ein Jahr auf Schalke?

"Dass wir den weltbesten Torwart noch ein Jahr halten, ist eine ernsthafte Überlegung", meinte Heldt und betonte, Schalke befinde sich in der "besseren Position".

"Fest steht ja erst mal, dass Manuel Neuer einen Vertrag hat bis 2012. Sobald sich ein Verein interessiert für einen Spieler, werden wir uns damit auseinandersetzten, egal welcher Verein das ist", sagte Schalkes Sportvorstand bei LIGA total! und bestätigte, es habe nur ein Angebot gegeben: das des FC Bayern.

Kein Wechsel ins Ausland

Da auch Neuer erklärte, er wolle "innerhalb Deutschlands" wechseln (Bericht), liegt es nur noch an Schalke und Bayern. Manchester United war ist also kein Thema.

"Es gibt zwei Fakten in dieser Geschichte zu berücksichtigen", erklärte Rummenigge: "Fakt eins ist, dass Manuel erklärt hat, er wird seinen am 30.6.2012 auslaufenden Vertrag nicht verlängern und Fakt zwei ist, er wird nicht ins Ausland wechseln." Alles andere solle man bitteschön "auch so berücksichtigen".

Er glaube, dass jetzt "viele Spekulationen folgen. Das ist ein schönes Thema fürs Sommerloch."

Fortsetzung folgt.

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