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Andreas Müller (l.) und Mirko Slomka haben inzwischen unterschiedliche Blickwinkel © getty

Schalkes Ex-Trainer Mirko Slomka mildert im DSF-Doppelpass seine Vorwürfe gegen Klubmanager Andreas Müller ab, äußert aber neue Kritik.

Gelsenkirchen/München - Schalkes ehemaliger Trainer Mirko Slomka hat seine via "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" geäußerte Kritik , "Knappen"-Manager Andreas Müller sei ihm mit seinen Fehleinkäufe "zum Verhängnis geworden", am Sonntag abgemildert.

"Es ist überhaupt nicht meine Art nachzutreten. Das gehört sich nicht", meinte Slomka im DSF-Doppelpass. "Ich entziehe mich überhaupt nicht der Verantwortung für die Transferpolitik. Ich habe allen Verkäufen zugestimmt."

Das gelte für die viel kritisierten Wintertransfers Vicente Sanchez (Spielerporträt) , Ze Roberto (Spielerporträt) und Albert Streit (Spielerporträt) genauso wie für die "sehr, sehr guten Investitionen in Heiko Westermann, Jermaine Jones und Ivan Rakitic".

Das Interview sei keine Abrechnung gewesen. "Ich habe lediglich gesagt, dass die Transfertätigkeit im Winter Probleme bereitet und die Spieler Eingewöhnungszeit brauchen", meinte Slomka. "Wenn man in der Winterpause fünf Millionen Euro oder mehr investiert, dann erwarten die Fans, dass diese Spieler sofort einschlagen und weiterhelfen. Das war bei uns nicht so."

Das habe dazu geführt, dass der Druck auf ihn selbst enorm zugenommen habe. Im April 2008 wurde Slomka abgelöst. Müller hatte sich zuvor schon zu Wort gemeldet und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Großen und Ganzen zurückgewiesen. In der "Bild am Sonntag" bestritt er eine verfehlte Personalpolitik.

Auch der Trainerwechsel sei trotz der bislang äußerst durchwachsenen Saison richtig gewesen. "Der Wechsel von Mirko Slomka zu Fred Rutten dauert sicherlich länger, als wir erwartet hatten. Doch auf Dauer wird Fred mit seiner Detailarbeit Erfolg haben. Wenn nicht er, wer dann?", fragte Müller.

"Farfan mit viel Luft nach oben"

Auch die Verpflichtung von Orlando Engelaar und Jefferson Farfan, dem mit 10 Millionen Euro teuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte, verteidigte der Schalke-Manager:

"Farfans Schulterverletzung bei der Champions-League-Qualifkation gegen Atletico hat ihn zurückgeworfen. Ich sehe ihn nicht so schlecht wie andere. Aber richtig ist auch, dass Jeff noch viel Luft nach oben hat"; meinte Müller über Farfan. "Wir werden ihm jetzt den entsprechenden Druck machen."

Auch den Vorwurf, dass der Niederländer Engelaar nur spiele, weil dieser ein Freund und Landsmann von Rutten sei, konterte Müller.

Engelaar wäre auch ohne Rutten gekommen

"Wir waren schon an Orlando Engelaar dran, bevor wir uns für Fred Rutten als Trainer entschieden haben", behauptete der Manager. "Orlando wäre auch gekommen, wenn wir Fred nicht geholt hätten. Jeder Trainer stellt nach Leistung und nicht nach Sympathie auf. Alles andere ist totaler Quatsch."

Selbstkritisch bewertete Müller seine Transferpolitik: "Ich muss eingestehen, dass nach Grossmüller auch die Wintereinkäufe Streit, Ze Roberto und Sanchez auf Schalke nicht eingeschlagen haben. Dafür sind Jones und Westermann echte Volltreffer. Und ich bin überzeugt, dass Rakitic auch noch einer wird."

Müller bestritt auch, dass Schalke zu wenig getan habe, um die Abwehr zu verstärken:

Erben für Bordon und Krstajic schon da

"Mit Heiko Westermann und Benedikt Höwedes stehen die Erben von Marcelo Bordon und Mladen Krstajic schon bereit. Sicherlich müssen wir uns auf der linken Verteidigerposition Gedanken machen, weil Christian Pander leider immer wieder verletzt ausfällt und keine Konstante ist."

Dass er derzeit bei den Fans besonders in der Kritik steht, scheint Müller nicht sonderlich zu beirren.

"Wut der Fans gehört auf Schalke einfach dazu. Einmal ist es ein Spieler, einmal ist es der Trainer, jetzt ist es der Manager. Die Fans auf Schalke picken sich immer einen Sündenbock heraus. Doch das müssen wir aushalten, das schweißt uns nur noch mehr zusammen."

Falsche Spieler für Spielweise?

Slomka sieht die Ursachen für die aktuelle Problematik darin, dass Spielermaterial und Spielweise auf Schalke nicht zusammenpassen. "Was die Fans mit Recht einfordern, ist, dass die Mannschaft fightet", meinte der Trainer.

"Was zu meiner Ablösung geführt hat, war ja, dass man eine neue spielerische Linie in das Schalker Spiel bringen wollte. Ich weiß nicht, ob das mit der Mannschaft so funktioniert. Der Kader hat viele wunderbare Spieler. Aber momentan funktioniert das Gebilde nicht. Jetzt muss man die Ärmel hochkrempeln und spielen wie Schalker."

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