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STEFAN EFFENBERG: Wie viele andere Kollegen wechselte der "Cheffe" nach seiner Karriere zu den "Freunden der Sonne", wurde TV-Experte. Nach dem gescheiterten Versuch, Sportdirektor in Gladbach zu werden, peilt er nun nach bestandener Trainerprüfung eine Karriere als Coach an
Stefan Effenberg gewann 1995 mit Borussia Mönchengladbach den DFB-Pokal © getty

In Gladbach will Stefan Effenberg mit der "Initiative Borussia" an die Macht. Ein Ex-Coach kandidiert für das Präsidentenamt.

Mönchengladbach - Das Schattenkabinett von "Rädelsführer" Stefan Effenberg hat sich für den Matchkampf bei Bundesligist Borussia Mönchengladbach formiert.

Neben dem Ex-Nationalspieler wird die Oppositionsbewegung "Initiative Borussia" auch den früheren Gladbacher-Profi und -Trainer Horst Köppel ins Rennen schicken.

"Ich habe mich entschieden, die Initiative als Präsidentschaftskandidat zu unterstützen", sagte Köppel. Am Dienstag stellen Effenberg und Co. auf einer Pressekonferenz um 18 Uhr ihr komplettes Team vor.

"Wir werden uns am Montagabend nochmals zusammensetzen und die letzten offenen Fragen besprechen. Für den sportlichen Bereich haben wir unsere Mannschaft stehen", so Köppel.

Strukturelle Veränderungen angedacht

Darüber hinaus müsse man sich aber auch Gedanken über den Aufsichtsrat und andere Ämter machen. Schließlich wolle man insbesondere eine strukturelle Veränderung im Verein erreichen.

Dass der bereits seit geraumer Zeit andauernde Kampf um die Macht im Verein Auswirkungen auf die sportliche Leistung der Mannschaft von Trainer Lucien Favre haben könnte, glaubt Köppel indes nicht.

"Ich war selber lange genug Spieler und Trainer um das beurteilen zu können. Die Aktiven belastet das nicht. Das sieht man ja auch an den letzten Ergebnissen", meint der 62-Jährige.

"Dante, Reus und ter Stegen das Gesicht des Vereins"

Der ehemalige Borussen-Coach (2004 bis 2006) hofft sehr, dass Favre und seine Elf in den beiden ausstehenden Spielen ausreichend Punkte für den Klassenerhalt sammeln. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

[kaltura id="0_hnz4wuf0" class="full_size" title="Gladbach Der Tiger st rt den Frieden"]

Unabhängig vom Ausgang der Jahreshauptversammlung am 29. Mai sei es wichtig, dass Mönchengladbach weiter im Fußball-Oberhaus vertreten sei.

Effenberg, der Vorsitzender der Geschäftsführung und Sportdirektor werden will, plant bereits voraus und hat Vertragsgespräche mit den Leistungsträgern zur Chefsache erklärt:

"Das Wichtigste ist, Reus und Dante zu halten. Sie sind zusammen mit Torwart ter Stegen die Gesichter des Vereins", sagte "Effe".

Diese Spieler dürfe man nicht verkaufen. Um sie herum wolle man eine neue Mannschaft bauen. Ein Versprechen, das vielen Anhängern des Traditionsklubs Hoffnung auf eine sportlich bessere Zukunft machen dürfte.

Einbindung ehemaliger Vereins-Ikonen

"Es ist mir eine Herzensangelegenheit, der Borussia zu helfen. Ich will, dass auf der Jahreshauptversammlung Geschichte geschrieben wird. Es muss endlich etwas verändert werden", sagt Effenberg.

Der Tiger, der 1995 beim DFB-Pokalsieg der Garant für den bis dato letzten großen sportlichen Erfolg der Borussen war, plant offenbar auch Gladbacher Idole wie Günter Netzer und Berti Vogts mit ins Boot zu holen. In einem Sport-Beirat sollen ihn zukünfitg "Top-Leute" unterstützen.

Borussen-Ikone Vogts will sich an den aktuellen Diskussionen derzeit nicht beteiligen: "Jetzt zählt nur, dass der Klub den Klassenerhalt schafft." Grundsätzlich sei er aber nach wie vor bereit, seinem Klub zu helfen: "Dazu äußere ich mich aber erst nach der Saison."

Zwei-Drittel-Mehrheit nötig

Auf der Jahreshauptversammlung will die "Initiative Borussia" die bisherige Führung des fünfmaligen deutschen Meisters um Präsident Rolf Königs stürzen.

Um die dafür benötigte Satzungsänderung zu erreichen, braucht die Opposition eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Mitglieder.

Klubchef Königs hatte gelassen auf die Initiative reagiert und erklärt, er sei bis 2013 gewählt und wolle auch so lange im Amt bleiben.

Vor Borussia Mönchengladbach liegen die Wochen der Entscheidung - auf und außerhalb des Platzes.

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