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Nuri Sahin kam 2001 vom RSV Meinerzhagen zu Borussia Dortmund © imago

Nach SPORT1-Information ist die "Marca"-Meldung über Sahins Einigkeit mit Real verfrüht. Womöglich steckt anderes dahinter.

Von Martin Hoffmann und Martin Volkmar

München - "Dortmund wird immer mein Verein sein."

Das hielt Nuri Sahin vor zwei Jahren im SPORT1-Interview fest, nach seiner letzten Vertragsverlängerung.

Das meinte er auch so, aber die Aussage hatte aus BVB-Sicht einen entscheidenden Haken: Sie hatte den unausgesprochenen Nachsatz "? auch wenn ich mal weg bin".

Und genau das muss der neue Deutsche Meister 391776(DIASHOW: Die Meisterfeier) nun mehr denn je befürchten.

"Marca" meldet Einigkeit

Real Madrid und Sahin sollen einig sein, wie die spanische "Marca" vermeldet ? was den Spekulationen um die Zukunft des Mittelfeld-Strategen eine neue Qualität verleiht.

Nach SPORT1-Informationen stimmt es zwar nicht, dass Madrid und Sahin endgültig miteinander klar sind.

Aber die "Marca"-Meldung verdeutlicht, wie konkret die Angelegenheit ist: Das Sportblatt ist unter allen weltweiten Medien am dichtesten dran an den "Königlichen", beinahe schon ihr Verkündungsorgan.

Vermeldet es Einigkeit, kommt es selten anders: Bei Mesut Özil behielt die "Marca" recht, ebenso bei Sami Khedira 276559(DIASHOW: Die Deutschen bei Real Madrid).

Kein Kommentar vom Berater

Zehn Millionen Euro würde der 22-Jährige laut "Marca" kosten - was eine Schätzung ist, mit Dortmund hat Real schließlich noch nichts besprochen.

Die Ausstiegsklausel in Sahins bis 2013 laufenden Vertrag ist nach SPORT1-Informationen einem Wechsel ins Ausland wesentlich höher als die für einen Inland-Transfer kolportierten sechs Millionen Euro.

Berater Reza Fazeli, der auch Özil betreut, wollte den Bericht aus Spanien nicht kommentieren.

[kaltura id="0_o3uo2blv" class="full_size" title="Der Meister vom anderen Stern"]

Nicht nur eine Medien-Ente

Dennoch dämpft die Meldung die Dortmunder Fan-Hoffnungen, dass es sich bei Sahins Wechselabsicht um eine aufgeblasene Medien-Ente handelt.

Dies hatte vor zwei Wochen ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung" nahegelegt, laut dem Sahin einen Abgang nicht ernsthaft erwägte.

Und das Kokettieren mit Real nur dazu diente, den Geldbeutel der Dortmunder zu lockern. Sahin verdient in Dortmund zwei Millionen Euro pro Jahr, bei Real ist eine Verdopplung der Bezüge locker drin.

Ein gutes Pokerspiel?

Stimmt diese Deutung, treibt Fazeli, der auch Özil zu seinen Klienten zählt, das Pokerspiel sehr weit ? und sehr gut.

Zuversicht, dass Sahin bleibt, ist den Dortmunder Verantwortlichen jedenfalls nicht mehr anzuhören.

"Wenn bei Nuri Sahin was zu besprechen ist, dann werden wir uns damit beschäftigen müssen", erklärte Manager Michael Zorc am Sonntag in aller Vorsicht im SPORT1-Doppelpass.

Vertrag mit Gündogan dementiert

"Innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen erwarten wir Klarheit und hoffen, dass es gut geht", ergänzte am Montag Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ebenso defensiv.

Watzke erklärt zugleich außerdem in den "Ruhr Nachrichten", dass der potenzielle Sahin-Ersatz noch keineswegs bei seinem Klub angedockt sei:

"Ilkay Gündogan hat bislang entgegen anders lautender Gerüchte noch keinen Vertrag unterschrieben."

Zudem, so versichert der BVB, verliefen die Bemühungen um den Nürnberger und um den Verbleib Sahins unabhängig voneinander.

Hoffen auf die weichen Faktoren

"Wir werden Ende der Woche, zusammen mit dem Verein, eine Entscheidung treffen", verkündet Sahin selbst via "Facebook".

Finanziell, so viel ist klar, kann Dortmund beim Kampf um seine Schaltzentrale nicht mit Real mithalten. Der Meister muss hoffen, Sahin mit anderen Argumenten zum Bleiben bewegen.

Dem Hinweis etwa, dass Sahin noch viel Zeit hat für ein Auslandsabenteuer.

Und vor allem dem Wohlfühlfaktor, der freundschaftlichen Atmosphäre im Team, der Gelegenheit, mit dem Klub seiner Kindheit das Traumland Champions League anzusteuern 393280(DIASHOW: Die Meister und ihre Geschichten).

Wichtiger als schneller Ruhm?

Argumente, für die Sahin womöglich doch empfänglicher ist als für schnelles Geld und schnellen Ruhm in Spaniens Hauptstadt - wahlweise auch bei Chelsea oder Inter Mailand, denen ebenso Interesse nachgesagt wird.

"Unsere Fans wissen schon, wie ich mich entschieden habe", hatte Sahin vor zwei Wochen noch im "ZDF" erklärt.

Der gemeine Dortmund-Fan wusste damals nichts von einer Wechselabsicht nach Madrid.

Die Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Hat Sahin seitdem seine Haltung geändert? Oder ist er nur ein besserer Pokerspieler geworden?

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