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Borussia Mönchengladbach stieg bisher zweimal, 1999 und 2007 in die Zweite Liga ab © getty

Auf der Zielgraden nimmt Gladbach Fahrt auf, der Relegationsplatz ist in Reichweite. Die Spieler sind bei SPORT1 optimistisch.

Von Christian Stüwe und Jürgen Blöhs

München - Der Aufschwung bei Borussia Mönchengladbach kommt spät, aber wohl noch nicht zu spät.

Lange Zeit schien die Borussia als sicherer Absteiger fest zu stehen:

Nun setzen die "Fohlen" auf der Zielgeraden einer völlig verkorksten Saison noch zu einem beeindruckenden Schlussspurt an.

Die Rettung scheint wieder möglich. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich habe immer gesagt, dass wir die letzten drei Spiele gewinnen müssen", erinnert Verteidiger Martin Stranzl bei SPORT1: "Jetzt sind es noch zwei."

Lösbare Gegner warten

Zwei Siege in Folge feierte die Borussia zuletzt, gegen den Meister Borussia Dortmund und auswärts bei Hannover 96.

Der Hamburger SV und der SC Freiburg sind die verbliebenen Gegner. Zwei Teams, für die es um nichts mehr geht.

Die angepeilten sechs Punkte sind da durchaus im Bereich des Möglichen.

Frankfurt schwächelt

Entgegen kommt der Borussia auch, dass mit Eintracht Frankfurt derzeit eine Mannschaft den Relegationsrang belegt, die eine katastrophale Rückrunde spielt und mit Köln und Dortmund zwei unangenehme Aufgaben vor der Brust hat.

Mehr als der Relegationsplatz wird für die Borussia allerdings wohl nicht mehr herausspringen.

Der VfL Wolfsburg ist auf drei Punkte enteilt und machte zuletzt einen starken Eindruck, der 1. FC Köln und Werder Bremen sind sechs Punkte entfernt.

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"Bitter, abhängig zu sein"

"Wir müssen uns auf uns konzentrieren", sagt Torwart Marc-Andre ter Stegen zu SPORT1: "Aber es ist schon bitter, wenn man von den Ergebnissen der Konkurrenz abhängig ist."

Der Erzrivale aus Köln müsste den Gladbachern mit einem Sieg in Frankfurt Schützenhilfe leisten, um den Sprung auf den Relegationsplatz zu ermöglichen.

Dass die Chance aber überhaupt noch da ist, ist schon ein kleines Wunder.

Lediglich zehn Punkte holte die Borussia in der Hinrunde, dazu kassierte die Mannschaft in den 17 Hinrunden-Spielen satte 47 Gegentore.

Wintereinkäufe schlagen ein

Doch bereits im Winter wurde die Wende eingeleitet. Der Österreicher Stranzl wurde verpflichtet und gab der wackligen Defensive neuen Halt.

Auch die beiden andern Wintereinkäufe Mike Hanke und Havard Nordveit halfen dem Team weiter.

Zudem kehrten zuvor verletzte Spieler zurück und halfen, die Mannschaft weiter zu stabilisieren.

Favre belebt Selbstvertrauen

Doch der wohl größte Wendepunkt in dieser Spielzeit war der Amtantritt von Trainer Lucien Favre, der auf Michael Frontzeck folgte.

Der Schweizer gab der Mannschaft neues Selbstvertrauen.

"ich war von Anfang an überzeugt, dass die Mannschaft zu solch einer Leistung fähig ist", hält Favre bei SPORT1 fest.

Eberl glaubt an Klassenerhalt

Offenbar fand der 53-Jährige die richtigen Worte, um das schlummernde Potenzial der Borussia zu wecken.

"Sonst hätte ich den Job gar nicht angetreten", erklärt Favre: "Ich hatte damals den Eindruck, dass die Mannschaft von sich selbst überzeugt ist. Das hat sie jetzt gezeigt."

Das Selbstbewusstsein ist zurück am Niederrhein, Manager Max Eberl zeigte sich zuletzt "absolut" überzeugt von der Rettung.

Effe lenkt nicht ab

Auch der Trubel um die "Initiative Borussia", die mit Stefan Effenberg den Umsturz in den Vereinsgremien plant, scheint die Mannschaft nicht zu hemmen. (Chef Effenberg und Präsident Köppel sollen es richten)

"Mich interessiert nicht, was Effe macht", sagt der zuletzt stark aufspielende Marco Reus.

"Ich konzentriere mich nur auf das Sportliche", erklärt Favre.

Und sollte das Wunder des Klassenerhalts am Niederrhein doch noch Wirklichkeit werden, hätten Eberl und Co. sowieso die besten Argumente auf ihrer Seite.

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