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Volker Finke muss als Kölner Interimstrainer die Rettung realisieren © getty

An den letzten zwei Spieltagen ist besonders der Abstiegskampf sehr spannend. SPORT1 beleuchtet das Restprogramm der Kellerkinder.

Von Jakob Gajdzik

München - Am 29. Mai 1999 gingen die Fans des 1.FC Nürnberg relativ entspannt in den letzten Spieltag (SERVICE: Der Tabellenrechner).

Auch wenn der Abstieg theoretisch noch möglich war, was sollte bei drei Punkten Vorsprung, einer um fünf Tore besseren Differenz und Platz zwölf noch schiefgehen?

Das Ende vom Lied: Eintracht Frankfurt gewann durch einen legendären Treffer von Jan-Aage Fjörtoft in letzter Sekunde gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 5:1, während zeitgleich im Frankenstadion der damalige "Clubberer" Frank Baumann den Ball aus wenigen Metern nicht im Freiburger Tor unterbrachte und mit dem 1:2 den Abstieg der Franken besiegelte.

Eine Konstellation, die auch in diesem Jahr möglich ist (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vor den letzten beiden Spieltagen der Bundesliga zittert - theoretisch - noch die halbe Liga um den Klassenerhalt.

Große Abstiegszone

Erst der Hamburger SV auf dem achten Platz ist mit 43 Punkten sicher gerettet.

Auf den Plätzen neun bis elf folgen mit 1899 Hoffenheim, Schalke 04 und dem 1. FC Kaiserslautern drei Vereine, die die magische 40-Punkte-Grennze erreicht haben und nur noch auf Rang 16 rutschen können, wenn sich alles gegen sie verschwören würde .

Für alle Vereine ab Rang zwölf könnte am Ende der Saison der bittere Gang in die Zweitklassigkeit noch Realität werden.

Auf der anderen Seite könnte selbst der abgeschlagenen FC St. Pauli noch den Klassenerhalt schaffen - zwei Siege gegen die Topteams Bayern München und Mainz 05 vorausgesetzt

SPORT1 beleuchtet das Restprogramm der Abstiegskandidaten und erklärt die Möglichkeiten der Rettung - oder des Abstiegs.

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VfB Stuttgart (12. Platz, 39 Punkte, Tordifferenz: +1)

Restprogramm: Hannover (H), Bayern (A)

Sollten die Schwaben aus den beiden Spielen gegen die Champions-League-Kandidaten Hannover 96 und den FC Bayern München einen Sieg landen, sind sie definitiv gerettet.

Aufgrund der um 15 Tore besseren Tordifferenz gegenüber dem Tabellen-16. Eintracht Frankfurt ist aber auch davon auszugehen, dass ein Zähler aus den beiden Partien zum Klassenverbleib reicht.

Sollte Eintracht Frankfurt in den letzten beiden Spielen Punkte abgeben, ist der VfB auch gerettet. Und Stuttgart ist auch durch, falls Wolfsburg gegen Lautern verliert (SERVICE: Der Tabellenrechner).

Werder Bremen (13. Platz, 38. Punkte, Tordifferenz: -15)

Restprogramm: Dortmund (H), Kaiserslautern (A)

Ähnlich ist die Situation in Bremen. Bei einem eigenen Sieg ist der Schaaf-Elf der Klassenerhalt nicht mehr zu nehmen. Verliert Frankfurt eines seiner beiden Spiele, ist Werder ebenfalls sicher durch.

Sollte Bremen jedoch gegen Dortmund verlieren und Frankfurt schlägt zeitgleich den 1. FC Köln, beträgt der Abstand zu Rang 16 plötzlich nur noch einen Punkt. Dann muss Werder am letzten Spieltag kräftig zittern.

1. FC Köln (14. Platz, 38 Punkte, Tordifferenz: -18)

Restprogramm: Frankfurt (A), Schalke (H)

Am brisantesten ist die Situation in Köln. Der FC hat mit dem Auswärtsspiel in Frankfurt alles in der eigenen Hand.

Verlieren die Kölner nicht, ist der Klassenerhalt sicher. Bei einer Niederlage ist der Abstand zum Relegationsrang wie bei Werder auf ein Minimum geschrumpft. Dann geht es gegen Schalke ins Fernduell mit der Eintracht (SERVICE: Der Tabellenrechner).

VfL Wolfsburg (15. Platz, 35 Punkte, Tordifferenz: -6)

Restprogramm: Kaiserslautern (H), Hoffenheim (A)

Mit einem Punkt vor Frankfurt und Rang 16 schwebt der VfL weiterhin in akuter Abstiegsgefahr.

Um sicher drin zu bleiben, muss man beide Partien gewinnen. Verliert die Eintracht gegen Köln, könnte man mit einem Sieg gegen Kaiserslautern sogar den vorzeitigen Klassenerhalt feiern, falls Gladbach gegen Freiburg nicht gewinnt (SERVICE: Der Tabellenrechner).

Eintracht Frankfurt (16. Platz, 34 Punkte, Tordifferenz: -14)

Restprogramm: Köln (H), Dortmund (A)

Frankfurt hat den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand. Selbst mit zwei Siegen ist man auf Schützenhilfe der anderen angewiesen.

Gewinnt Frankfurt nicht gegen Köln, ist am letzten Spieltag nur noch ein Fernduell mit dem VfL Wolfsburg möglich. Bei einer Niederlage gegen den FC und einem Wolfsburger Sieg ist selbst Platz 15 nicht mehr möglich.

Verliert Frankfurt beide Spiele bei einem gleichzeitigen Gladbacher Sieg steigen die Hessen direkt ab (SERVICE: Der Tabellenrechner).

Borussia Mönchengladbach (17. Platz, 32 Punkte, Tordifferenz: -19)

Restprogramm: Freiburg (H), HSV (A)

Mit zwei Siegen kann die Borussia sogar noch den direkten Klassenerhalt schaffen. Bei einer Niederlage ist unabhängig vom Ergebnis der Wolfsburger der Zug auf Platz 15 wohl abgefahren. Grund: Die um 13 Tore schlechtere Tordifferenz.

Verliert Frankfurt gegen Köln und siegt Gladbach daheim gegen den SC Freiburg, könnten die Borussen am letzten Spieltag aus eigener Kraft den Relegationsrang verteidigen (SERVICE: Der Tabellenrechner).

FC St. Pauli (18. Platz, 29 Punkte, Tordifferenz: -25)

Restprogramm: Bayern (H), Mainz (A)

St. Paulis Chancen sind nur noch theoretischer Natur. Selbst wenn man nur den Relegationsrang erreichen möchte, sind zwei Siege Pflicht. Mit -25 weist man von allen Kellerkindern auch das schlechteste Torverhältnis auf, was sich zusätzlich negativ auswirkt.

Gibt die Mannschaft nur einen Punkt aus den letzten beiden Spielen ab, sind die "Kiezkicker" definitiv abgestiegen (SERVICE: Der Tabellenrechner).

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