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Michael Ballack hat in 247 Bundesligaspielen 75 Tore erzielt © getty

Das "Vizekusen"-Image haftet weiter am DFB-Kapitän und der Werkself. Folgt die nächste Episode - oder lacht am Ende der FCB?

Von Christian Stüweund Christoph Gschoßmann

München - Michael Ballack hat in seiner langen Karriere einiges gewonnen.

Allerdings ist der 34-Jährige auch ziemlich oft Zweiter geworden.

Der Höhepunkt: Bei seinem ersten Gastspiel in Leverkusen belegte Ballack nach einer famosen Saison 2001/02 mit der Werkself den zweiten Platz in der Bundesliga, verlor das DFB-Pokal-Endspiel und das Champions-League-Finale.

Spätestens nach dieser Spielzeit wurde aus Leverkusen "Vizekusen".

Dass Ballack damals auch noch mit der Nationalmannschaft in Japan und Südkorea Vize-Weltmeister wurde, setzte dem ganzen die Krone auf.

"Waterloo" in Unterhaching

Doch schon zwei Jahre zuvor, war Bayer dem Titel sehr nah.

Am 34. Spieltag verlor die damals von Christoph Daum betreute Elf jedoch in Unterhaching mit 0:2 und verspielte die schon sicher gegalubte Meisterschaft.

Eingeleitet wurde die Niederlage im Münchner Vorort durch ein Eigentor von Ballack.

Dabei ist der DFB-Kapitän, der nach Informationen des "kicker" trotz Sami Khediras Verletzung auch in den kommenden Länderspielen noch nicht wieder zu Deutschlands Kader zählen wird, nach vier Jahren bei Chelsea auch zurückgekehrt, um Leverkusens Fluch des ewigen Zweiten zu besiegen.

"Das negative Image loswerden"

"Wir müssen jetzt endlich mal den nächsten Schritt machen und einen Titel holen, damit wir das negative Image loswerden", erklärte der Mittelfeldspieler nach der 0:2-Pleite in Köln (Nachbericht).

Doch da stand schon fest, dass es in diesem Jahr wieder nichts mit einem Titel wird, denn zur gleichen Zeit feierte Borussia Dortmund bereits die Meisterschaft.

Und wieder war Ballack entscheidend beteiligt: Aus kürzester Distanz scheiterte er in Köln mit einem Kopfball am glänzend reagierenden FC-Torwart Michael Rensing.

Drei Minuten später schoss stattdessen Köln das 1:0, der Anfang vom Ende der letzten Meisterträume. 391037(DIASHOW: Der 32. Spieltag)

Bayer und die Nerven

Denn auch im Derby zeigte Bayer gerade dann Nerven, als es darauf ankam.

Der Werksklub ließ immer dann Punkte liegen, wenn Dortmund greifbar nah war. Gegen den BVB zum Rückrundenstart (1:3), bei der denkwürdigen Schlappe bei Bayern München (1:5) oder eben in Köln.

Acht Punkte hinter der Borussia, fünf vor dem FC Bayern: Die unendliche Geschichte vom "ewigen Zweiten" scheint sich erneut zu wiederholen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bei Rudi Völler konnte man schon fast etwas Verzweiflung erkennen: "Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir mal Deutscher Meister werden", so der Sportdirektor in der "Sport Bild".

Fährt man in den beiden letzten Partien keinen Sieg mehr ein, könnte es sogar mit Rang zwei eng werden - aber das würde ja dem Beinamen "Vizekusen", den sich Bayer im April 2010 rechtlich schützen ließ, widersprechen.

Titelhamster Ballack

Wobei man fairerweise zugeben muss, dass Bayer und vor allem Ballack schon auf einige Erfolge zurückblicken können.

Fünf Meistertitel mit Kaiserslautern, Bayern und Chelsea und sechs Pokalsiege (je drei mit Bayern und Chelsea) hat der gebürtige Görlitzer schon auf dem Konto.

Dazu gewann er drei Mal die Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres. Kaum ein Bundesligaspieler kann auf derart beeindruckende Erfolge zurückblicken.

Und Bayer hat zwar nicht annähernd so viele Trophäen in der Vitrine wie seine Nummer 13, ist aber immerhin auch DFB-Pokalsieger (1993) und holte den UEFA Cup (1988).

Noch zwei Punkte fehlen, um in der kommenden Spielzeit nach sechsjähriger Abwesenheit sicher wieder in der lukrativen Champions League dabei zu sein.

"Wären mit Platz drei nicht zufrieden"

Klubchef Wolfgang Holzhäuser stellt im "Express" klar: "Aus heutiger Sicht wären wir mit Platz drei nicht zufrieden. Ich bin aber überzeugt, dass wir Platz zwei halten."

Gegen einen extrem formschwachen Hamburger SV und in der Tabelle wenig ambitionierte Freiburger sollte das erreicht werden.

Um dann im nächsten Jahr unter dem neuen Trainer Robin Dutt einen weiteren Anlauf auf die Meisterschaft zu nehmen.

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