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Roman Weidenfeller spielt seit 2002 für Borussia Dortmund © getty

Dortmund offenbart zum Leidwesen der Fans gegen Wolfsburg große Offensivprobleme. Den "Wölfen" hilft auch kein Psychotrick.

Von Thorsten Deppe

München/Dortmund - 85 Minuten sind in Dortmund gespielt, als sich Wolfsburgs Edin Dzeko den Ball im Strafraum am grätschenden Dortmunder Verteidiger Neven Subotic vorbeilegt.

Er wird berührt und fällt: Der Pfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe bleibt aber aus.

Schon fünf Minuten zuvor blieb der Ball elfmeterreif an Subotic' Arm hängen, auch da blieb die Entscheidung auf Strafstoß aus.

Zwei Szenen kurz vor Schluss eines unterdurchschnittlichen Bundesligaspiels, die ohne Weiteres zur ersten Dortmunder Heimpleite in dieser Saison hätten führen können. So blieb es bis zum Abpfiff beim 0:0 und der BVB verpasste den Sprung auf einen UEFA-Cup-Rang (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Pfeifkonzert zur Pause

"Den wenigsten Leuten hat dieses Spiel wirklich Spaß gemacht. Es war ein Remis der weniger schönen Art", gab Borussen-Trainer Jürgen Klopp zu.

Eine treffende Feststellung: Nur 67.100 Zuschauer fanden den Weg in den Signal-Iduna-Park, für Dortmunder Verhältnisse fasst schon eine Minuskulisse. Und die Fans gaben dann auch lauthals kund, was sie von der Leistung ihrer Mannschaft hielten.

Ein Pfeifkonzert begleitete die Heimelf schon zur Pause in die Kabine und dann auch durch die Endphase einer weitgehend ereignisarmen Partie.

Die schwarz-gelben Fans sind die Heimauftritte des BVB langsam leid. Lediglich zwei Siege gab es in dieser Saison zu bestaunen, gleich sechsmal ein Remis. Zwar bleibt man damit im eigenen Stadion ungeschlagen, eine Macht sind die Dortmunder aber deshalb nun wirklich nicht vor ihrem Publikum.

Magath enttäuscht

Die Gäste waren den drei Punkten näher. "Ich bin mit dem Spiel, aber nicht mit dem Punkt zufrieden. Wir haben hinten wenig zugelassen, aber unsere Chancen nicht genutzt", analysierte der Wolfsburger Trainer Felix Magath.

Die größte Möglichkeit des Spiels vergab der VfL-Verteidiger Cristian Zaccardo in der 77. Minute per Kopf, als BVB-Keeper Roman Weidenfeller einen hervorragenden Reflex zeigte.

Owomoyela erleidet Außenband-Teilabriss

So hat Dortmund am Ende, wie Klopp bestätigt "zum dritten Mal in Folge zu null gespielt."

In der nächsten Partie bei Arminia Bielefeld wird in der Defensive Patrick Owomoyela fehlen. Der 29 Jahre alte Außenverteidiger zog sich in der Partie einen Teilriss des Außenbandes im rechten Sprunggelenk zu erlitten. Dies ergab eine Kernspintomographie am Montag.

Der ehemalige Bielefelder und Bremer steht möglicherweise am 12. Dezember im letzten Hinrundenspiel gegen Borussia Mönchengladbach wieder zur Verfügung.

Borussia ohne Esprit

Trotzdem sind die Mängel auch für den Trainer der Borussen-Elf offensichtlich: "Nach vorne hat uns der Esprit gefehlt."

Erst Jakub Blaszczykowski brachte überhaupt Schwung in die zweiten Dortmunder 45 Minuten. Generell fehlt dem Dortmunder Angriff die Durchschlagskraft.

Der erfolgreichste Offensivspieler bleibt, der in den letzten Wochen vom Trainer viel gescholtene, Alexander Frei mit vier Treffern. Doch auch der Schweizer blieb im Spiel gegen Wolfsburg blass. Für die meisten Tore sorgt nach 15 Spieltagen immer noch ein Abwehrspieler: Subotic(Spielerportrait) traf bereits fünfmal.

Auswärtsfluch bleibt bestehen

Doch auch die "Wölfe" treten nach dem Remis auf der Stelle und warten weiter auf den ersten Erfolg in der Ferne.

Und das, obwohl sich der VfL gegen den Auswärtsfluch einen besonderen Psychotrick ausgedacht hatte: Das Ortschild von Wolfsburg wurde in Dortmund vorsorglich auf dem Kabinentisch montiert. Möglicherweise haben nicht alle Spieler das Schild gesehen, deshalb reichte es wohl auch nur fast zum Sieg.

So erklärt es auch Zvjezdan Misimovic: "Vielleicht hätten wir dann die drei Punkte mitgenommen."

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