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Hoffenheims Demba Ba, Carlos Eduardo und Vedad Ibisevic (v.l.) © getty

Vor dem Top-Spiel zwischen Hoffenheim und den Bayern beginnt das verbale Säbelrasseln - auch da schlägt sich der Aufsteiger gut.

Von Thorsten Mesch und Matthias Becker

München/Mannheim - Für Bayern-Manager Uli Hoeneß ist es das "Spiel der Spiele", sein Hoffenheimer Kollege Jan Schindelmeiser spricht von einer "wunderbaren Konstellation" und Bastian Schweinsteiger ist richtig "geil auf solche Spiele gegen einen direkten Konkurrenten."

Als hätten es die Verantwortlichen der DFL bei der Erstellung des Bundesliga-Spielplans geahnt, kommt es im letzten Hinrunden-Heimspiel der Münchner zum Kräftemessen zwischen dem Spitzenreiter und dem Tabellenzweiten (Tabelle) .

Dass der Aufsteiger dabei die Rolle des Gejagten und der FC Bayern nur die Rolle des Verfolgers einnimmt, hätte vor Saisonbeginn jedoch wohl kaum jemand gedacht.

Hoeneß: Hoffenheim zahlt viel mehr

"Ich habe von Anfang an gesagt, dass die Hoffenheimer eine gute Truppe zusammenhaben. Aber dass sie so in die Runde reinkommen, ist erstaunlich", sagt Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann.

"Erstaunlich", findet auch Hoeneß, "dass es so gekommen ist, aber ich freue mich wahnsinnig darauf"

Allerdings kommt die "Abteilung Attacke" nicht ohne verbale Spitze aus. "In Hoffenheim wird mehr bezahlt als sie rumerzählen", erklärt Hoeneß. "Aber die Leistung der zweiten Halbzeit von Leverkusen reicht auch gegen Hoffenheim."

Kampf um die Herbstmeisterschaft

Nach dem souveränen 2:0-Sieg in Leverkusen haben die Bayern nun zumindest eine theoretische Chance, schon am Freitag an Hoffenheim vorbeizuziehen.

Ein Sieg mit mehr als drei Toren Unterschied würde reichen, um den ersehnten Platz an der Tabellenspitze zu übernehmen.

"Im Fußball ist alles möglich", sagt Daniel van Buyten (Spielerporträt) zu Sport1.de. "Wenn wir Herbstmeister werden wollen, müssen wir Tore machen, aber auch hinten sehr gut stehen."

Klinsmann gelassen

Sollte der Sprung an die Spitze noch nicht gelingen, wäre es aus Münchner Sicht aber auch zu verschmerzen.

"Für uns wäre es schön, das Ganze von der ersten Position aus zu betrachten. Wenn es nicht klappt, ist das nicht schlimm", gibt sich Klinsmann vor dem Gipfeltreffen gelassen: "Unser Anspruch ist es, irgendwann ganz oben zu stehen."

Beckenbauer: Sieg ja, Herbstmeisterschaft nein

Siegessicher zeigt sich derweil Franz Beckenbauer "Ich gehe davon aus, dass die Bayern Hoffenheim zeigen, wo der Bartel den Most holt, und gewinnen", sagte der FCB-Präsident.

"Hoffenheim wird nach vorne spielen, weil sie nicht anders können. Das ist die Chance für die Bayern."

Der "Kaiser" geht jedoch nicht davon aus, dass die Roten nach der Hinrunde ganz oben stehen werden.

"Ich glaube, dass Hoffenheim Herbstmeister wird - obwohl sie in München verlieren werden. Aber sie gewinnen dann gegen Schalke."

Hopp bescheidener als seine Spieler

Auch Beckenbauers Freund Dietmar Hopp rechnet mit dem Halbzeit-Titel für seine Überflieger. "Eine tolle Geschichte, als Tabellenführer nach München zu fahren. Das Spiel endet 2:2", tippt Hoffenheims Mäzen Hopp, der momentan noch in seinem Feriendomizil in Florida weilt.

Mit einem Unentschieden wollen sich die Spieler jedoch nicht zufriedengeben.

"Wir fahren dahin, um zu gewinnen", erklärt Kapitän Selim Teber (Spielerporträt) selbstbewusst. "Ich hoffe, dass wir genauso cool und erfolgreich in München spielen, wie bisher", ergänzt Kollege Francisco Copado.

Der früherer Unterhachinger Torjäger sorgt aber für den Fall eines negativen Ausgangs schon mal verschmitzt vor: "Bayern kann ruhig Herbstmeister werden - wenn wir Meister werden".

Rangnick selbstbewusst

Von der Meisterschaft würde Trainer Ralf Rangnick natürlich nicht sprechen, Selbstbewusstsein strahlt aber auch der Coach aus.

Auf die Frage, was sich sein Team für den Auftritt in der Allianz Arena denn vorgenommen habe, antwortete er vielsagend: "Was glauben Sie?", nur um sich die Frage gleich selbst zu beantworten:

"Wir wollen ein richtig gutes Spiel machen und drei Punkte holen."

"Bayern ist nicht Bielefeld"

Bei allem Selbstbewusstsein wollen die Badener eines im Vorfeld des Spitzenspiels aber nicht haben: die Favoritenrolle.

"Bayern ist nicht Bielefeld", stellte Copado fest, zog aber auch gleich positive Schlüsse aus der Stärke des Gegners und der Bedeutung des Spiels:

"Wir haben eine schöne Woche vor uns, auf dieses Spiel freut sich die Mannschaft am meisten."

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