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Volker Finke ist seit dem 1. Februar Sportdirektor in Köln © getty

Kölns Interims-Coach und Sportchef hat bei der Trainersuche offenbar einen Favoriten. Zudem stellt er seinen Rücktritt in Aussicht.

Von Tobias Wiltschek

München - Beim 1. FC Köln kehrt keine Ruhe ein.

Auch nach dem enorm wichtigen Sieg im rheinischen Derby gegen Bayer Leverkusen muss sich Sportdirektor und Interimstrainer Volker Finke mit der Vergangenheit herumschlagen.

Nach wie vor sieht er sich der Kritik ausgesetzt, den bei den Fans beliebten Ex-Coach Frank Schaefer öffentlich demontiert zu haben.

Auf SPORT1-Anfrage wollte sich Finke aktuell nicht zu den Vorwürfen äußern und verwies auf die kommende Woche.

"Bin kein Königsmörder"

In der "Sport Bild" hatte er zuvor sein Vorgehen der letzten Tage und Wochen verteidigt.

"Ich bin kein Königsmörder", betonte der 63-Jährige, der nach dem Rücktritt von Frank Schaefer die Verantwortung als Trainer für die drei restlichen Spiele der laufenden Saison übernommen hatte.

Der Vorwurf, er habe Schaefers Autorität untergraben, ärgere ihn sehr.

"Denn ich habe nicht ein einziges Mal in die Trainingsarbeit eingegriffen", so Finke.

Auf Trainersuche

Dass er über die Saison hinaus Chefcoach in Köln bleibt, schließt Finke definitiv aus. Vielmehr sei er "bereits dabei, einen neuen Trainer zu suchen".

Nach Informationen des Schweizer "Tagesanzeiger" könnte der neue Mann Thorsten Fink heißen.

Der ehemalige Bayern-Profi steht bei Meister FC Basel unter Druck und müsste bei einer verpassten Titelverteidigung wohl mit seiner Entlassung rechnen.

Fünf Spieltage vor Schluss liegt Basel zwei Punkte hinter Spitzenreiter FC Zürich auf Platz zwei.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mehrere Kandidaten

Zuvor waren bereits die derzeit arbeitslosen Michael Skibbe, Marcel Koller, Huub Stevens und Bernd Schuster gehandelt worden.

Erst einmal habe aber nicht die Trainersuche, sondern der Klassenerhalt oberste Priorität, sagte Finke.

Der Klassenerhalt ist trotz des ersten Heimsiegs gegen Leverkusen seit 14 Jahren noch nicht gesichert.

Horror-Szenario vermeiden

Eine Pleite beim direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt am Samstag würde die so auswärtsschwachen Kölner sofort wieder in Abstiegsnöte bringen.

Schließlich wären die vom ehemaligen Kölner Coach Christoph Daum trainierten Hessen dann wieder auf einen Punkt herangekommen.(SERVICE: Der Tabellenrechner)

Dieses Szenario will Finke unbedingt vermeiden und den noch fehlenden Punkt zur Rettung holen.

"Müsst keine elf Freunde sein"

Dabei setzt der Ex-Freiburger auch auf die richtige Einstellung seiner Mannschaft, die sich zuletzt nicht als Einheit präsentiert hatte.

"Ihr müsst keine elf Freunde sein, aber Profis, die zusammenarbeiten", habe er seinen Spielern vor der Bayer-Partie gesagt.

"Konzentriert euch trotz der schwierigen zwei Wochen, die hinter euch liegen, voll auf den Fußball."

Rücktritt nicht ausgeschlossen

Sollte am Ende tatsächlich der Klassenverbleib gesichert sein, wird in Köln wohl eher Erleichterung als Euphorie herrschen.

Dafür ist in den vergangenen Wochen im Umfeld des Traditionsvereins zu viel passiert.

So viel, dass Finke auch im Fall des Klassenerhalts einen Rücktritt nicht ausschließt: "Ich werde keine Kämpfe führen, die ich nicht gewinnen kann."

Das klingt weniger nach Aufbruchsstimmung als nach Resignation.

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