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Sami Khedira (r., gegen Schalkes Engelaar) hat bisher sieben Bundesligatore erzielt © imago

Sami Khedira hatte seinen Anteil am VfB-Sieg über Schalke. Im Interview spricht er über das Spiel, seine Verletzung und den Trainer.

Aus Stuttgart berichtet Thorsten Mesch

Stuttgart - Die Entscheidung in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena fiel in der 83. Minute:

Schalkes Jermaine Jones und Sami Khedira prallen im Kampf um den Ball mit voller Wucht zusammen.

Während beide am Boden liegen, spielt Khediras Teamkollege Pavel Pardo gedankenschnell in die Gasse zu Mario Gomez, der zum 2:0-Endstand trifft.

Während seine Teamkollegen jubeln, krümmt sich Khedira am Boden und wird mehrere Minuten lang behandelt. Dann die Entwarnung.

Khedira steht auf und verlässt unter dem Applaus der Zuschauer den Rasen.

"Es war wichtig, dass Sami sich geopfert hat"

Nach dem Spiel erhält er ein Sonderlob des neuen Teamchefs.

"Es war wichtig, dass er sich da für die Mannschaft geopfert hat", sagte Markus Babbel, der sich nach dem 1:1 im UEFA-Cup in Stuttgart über einen gelungenen Bundesliga-Einstand freuen durfte.

"Märtyrer" Khedira kam leicht humpelnd aus der Kabine, doch die Freude über den Sieg war größer als die Schmerzen.

Im Sport1.de-Interview spricht der U-21-Nationalspieler über die Bedeutung des ersten Bundesliga-Sieges im November, die Arbeit von Markus Babbel und das nächste Spiel in Cottbus.

Sport1.de: In der Szene, die zum 2:0 geführt hat, sind Sie mit Jermaine Jones zusammengeprallt. Zuerst sah es so aus, als sei es ein böses Foul von Jermaine Jone gewesen. Er sagt, er sei gefoult worden. Wie beurteilen Sie die Szene?

Sami Khedira: Es war ein normaler Zweikampf. Er wollte zum Ball, ich wollte zum Ball, konnte aber nicht mehr abbremsen. So etwas passiert im Fußball.

Sport1.de: Sie lagen lange am Boden und wurden behandelt. Wie geht es Ihnen?

Khedira: Den Umständen entsprechend. Ich habe eine Prellung am Brustkorb, die schon schmerzhaft ist.

Sport1.de: In der ersten Halbzeit wirkte der VfB zaghaft und verunsichert. Was hat den Ausschlag gegeben, dass das Team nach der Pause ganz anders aufgetreten ist?

Khedira: Vor der Pause haben wir einfach nicht selbst agiert, sondern immer nur reagiert und gewartet, was der Gegner macht. Das kann es nicht sein, vor allem, wenn man zuhause im vollen Stadion spielt. In der zweiten Halbzeit sind wir selbstbewusster aufgetreten, haben dann mehr Mut geschöpft und schließlich verdient gewonnen. (Ergebnisse und Tabelle)

Sport1.de: Schalke hätte das Spiel zu diesem Zeitpunkt allerdings schon entschieden haben können. Hat der Gegner den VfB durch die vergebenen Großchancen erst aufgebaut?

Khedira: Wir haben in der ersten Halbzeit vieles nicht richtig gemacht. Zum Glück hat uns Jens Lehmann mit dem gehaltenen Elfmeter im Spiel gehalten. In der zweiten Hälfte haben wir dann alles besser umgesetzt.

Sport1.de: Spürt man schon Markus Babbels Handschrift?

Khedira: Die Arbeit mit Markus Babbel und Rainer Widmayer ist sehr positiv. Sie sprechen uns Mut zu und bereiten uns taktisch sehr gut vor. Jeder weiß, wo es lang geht, wo er hinlaufen muss. Ich denke, das sieht man schon auch manchmal in unserem Spiel.

Sport1.de: Ist auch der Zusammenhalt in der Mannschaft besser geworden?

Khedira: Wir sind Profis genug, den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft zu schaffen. Der Trainer hilft uns dabei ungemein.

Sport1.de: Jetzt geht es nach Cottbus, dann kommen die Bayern. Was kann der VfB noch bis zur Winterpause erreichen?

Khedira: Wir wollen in Cottbus den nächsten Dreier einfahren. In unserer Situation hilft nichts anderes. Wir müssen auf Sieg spielen.

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