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Seit seiner Rückkehr zu Werder hat Claudio Pizarro 41 Tore für Bremen geschossen © getty

Claudio Pizarro verkündet im SPORT1-Interview seine Treue zu Bremen. Vor dem Duell mit Dortmund prophezeit er einen harten Kampf.

Von Daniel Rathjen

München - Er ist mit 141 Toren der erfolgreichste ausländische Torjäger der Bundesliga-Geschichte.

1999 kam Claudio Pizarro zu Werder Bremen und hat nach Zwischenstationen beim FC Bayern und dem FC Chelsea auch bei seinem zweiten Engagement in der Hansestadt nichts von seiner Torgefahr verloren.

In dieser Saison hatte der peruanische Stürmer lange mit Verletzungen zu kämpfen und konnte nur 21 Spiele für Bremen bestreiten. Auch deshalb blieb Werder hinter den Erwartungen zurück und geriet in Abstiegsgefahr.

Mit einem Sieg gegen Dortmund (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) kann Werder aber schon am 33. Spieltag den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen (SERVICE: Der Tabellenrechner).

"Wir müssen jetzt auf die Zähne beißen, alles andere ausblenden und kämpfen, damit wir in der Liga bleiben", fordert Pizarro.

Im SPORT1-Interview spricht der Peruaner über seine überstandenen Verletzungssorgen, die Bremer Schwierigkeiten in dieser Saison und Trainer Thomas Schaaf.

SPORT1: Herr Pizarro, Sie kommen pünktlich zum Saisonfinale wieder auf Touren. Sind Sie topfit?

Claudio Pizarro: Auf jeden Fall. Diese Saison war schwierig. Ich hatte viele Verletzungen und Schwierigkeiten, meinen Rhythmus zu finden. Aber jetzt fühle ich mich gut und hoffe, dass ich noch ein paar Tore machen kann. Mein Torhunger ist noch da (lacht).

SPORT1: Es ist eine Qual für jeden Fußballer, zuschauen zu müssen. Haben Sie das auch so empfunden?

Pizarro: Ja, das ganze Jahr musste ich kämpfen und es war kein schönes Gefühl, der Mannschaft nicht helfen zu können, als es nicht lief. Es war kompliziert, wir haben viele Spiele verloren. Nicht schön das mitanzusehen.

SPORT1: Mit einem Sieg gegen Dortmund kann der Klassenerhalt gesichert werden. Haben Sie erwartet, dass es so eng wird? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Pizarro: Ich habe schon länger gesagt, dass es ein großer Kampf bis zum Saisonende wird. Aber ich habe auch immer an uns geglaubt, nun wollen wir dieses Spiel gewinnen, die drei Punkte einfahren und endlich Sicherheit.

[kaltura id="0_dk5ng3hv" class="full_size" title="Allofs Wir brauchen nur noch einen Punkt "]

SPORT1: Von der Spitzenmannschaft zum Abstiegskandidat - wie konnte es dazu kommen?

Pizarro: Das hat viele Gründe. Aber der Hauptgrund war, dass viele wichtige Spieler lange verletzt waren und wir zu selten mit unserer stärksten Mannschaft antreten konnten.

SPORT1: Sie leben von Pässen aus dem Mittelfeld, haben Sie Zuspiele vermisst, die in der letzten Saison noch von Özil kamen?

Pizarro: Das ist auch ein Grund für die Krise. Plötzlich war Özil weg, Markus Rosenberg weg, Hugo Almeida weg. Wir haben uns nie richtig gefunden, weil wir nie mit der gleichen Mannschaft spielen konnten.

SPORT1: Dennoch wurde an Trainer Schaaf festgehalten. Eine gute Entscheidung?

Pizarro: Das war sehr wichtig für das Team. Thomas Schaaf hat eine große Bedeutung für Werder und viele Titel gewonnen. Bevor wir gegen Wolfsburg verloren haben, waren wir acht Spiele ungeschlagen. Das hat uns wieder ein Stück weit zusammengebracht und bewiesen, dass es richtig war, an Schaaf festzuhalten.

SPORT1: Reicht der Zusammenhalt nach dem Rückschlag gegen Wolfsburg für drei Punkte gegen den Meister?

Pizarro: Wir stecken im Abstiegskampf - da gibt es nicht viel Freude. Aber wir haben noch immer ein gutes Team. Wir müssen jetzt auf die Zähne beißen, alles andere ausblenden und kämpfen, damit wir in der Liga bleiben.

SPORT1: Dortmund ist durch. Wittern Sie deshalb eine erhöhte Chance?

Pizarro: Es ist nach wie vor schwierig. Sie sind Meister, haben viele gute junge Spieler und sind fußballerisch klasse. Einfach wird es auf keinen Fall. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich hängen lassen werden.

SPORT1: Werder spielt in der nächsten Saison nicht international. Ihr Vertrag läuft bis 2012. Bleiben Sie in Bremen?

Pizarro: Ja, auf jeden Fall. Ich werde hier bleiben. Dass wir nicht international spielen, ist natürlich schade. Aber vielleicht läuft es in der Bundesliga ja wieder besser.

SPORT1: Vorausgesetzt, der Klassenerhalt wird geschafft...

Pizarro: Es wird ein harter Kampf, aber davon gehe ich jetzt mal aus.

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