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Nach einem Jahr auf St. Pauli trennen sich die Wege von Stanislawski (li.) und Asamoah © imago

Coach Stanislawski geht, ein anderer Liebling könnte bleiben. Gerald Asamoah lässt bei SPORT1 den St.-Pauli-Anhang hoffen.

Von Daniel Michel und Christian Stüwe

München - Welch trauriger Tag für den FC St. Pauli.

Wenn der FC Bayern am Millerntor gastiert (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER), droht der Abschied von Trainer-Held Holger Stanislawski und der Abstieg auf einen Tag zu fallen.

"Ich habe schon etwas Angst", gab "Stani" zu, der in der kommenden Saison die TSG 1899 Hoffenheim trainieren wird (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Es wird schwer werden, aber ich möchte versuchen, diese spezielle Atmosphäre und das St. Pauli-Flair noch einmal zu genießen."

Für ihn wird es vorerst letzte Mal sein - nach 18 Jahren als Spieler, Sportdirektor und Coach geht eine Ära zu Ende.

"Man kann 'Stani' nicht einfach ersetzen. Er ist für diesen Verein nicht nur der Trainer, sondern eine absolute Identifikationsfigur?, bekräftigt Gerald Asamoah im Gespräch mit SPORT1.

Auch für den Ex-Nationalspieler könnte es der letzte Auftritt im braunen Dress sein. Im Falle des Abstiegs wird sich der Offensivallrounder Gedanken über seine Zukunft machen.

Entscheidung nach Saison

"Erst einmal spielen wir nun noch diese Saison zuende, dann werden wir sprechen und weitersehen", sagt der 32-Jährige.

Noch hat St. Pauli theoretisch eine Chance auf den Klassenerhalt. Das Tabellenschlusslicht hat zwei Spieltage vor Schluss fünf Punkte Rückstand auf Relegationsplatz 16 (SERVICE: Der Tabellenrechner).

Nur ein Sieg zählt

Um die Hoffnung am Leben zu erhalten, muss ein Sieg her. Wahrlich keine einfache Aufgabe, will der Rekordmeister als Tabellendritter mit einem Sieg seine Chance auf Platz zwei wahren.

Doch nichts ist unmöglich. Der letzte Heimsieg gegen die Bayern datiert aus dem Jahre 2002.

Die Norddeutschen hatten damals den amtierenden Weltpokalsieger mit 2:1 besiegt - in der Abwehr überragend: Holger Stanislwaski.

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Für den nun scheidenden Coach hat Sportchef Helmut Schulte diese Woche mit Andre Schubert vom SC Paderborn einen Nachfolger präsentiert (zum Bericht).

Asamoah warnt davor, die Art von Stanislawski nachzuahmen.

"Ich denke, man darf nicht versuchen ihn zu ersetzen oder ihn zu imitieren, sondern muss einen ganz neuen Weg einschlagen, sonst werden immer Vergleiche gezogen."

Nach dem Derby ging es abwärts

Menschlich hat es zwischen Trainer und Team stets gepasst, doch sportlich haperte es gehörig.

Die Hinrunde beendete St. Pauli noch auf Platz 15 mit 17 Punkten. Dann folgte noch der Saisonhöhepunkt, nach 24 Jahren ein Derby-Sieg gegen den Hamburger SV durch einen Treffer von Asamoah, ehe die Talfahrt begann.

Nach einem Sieg gegen Mönchengladbach, holte das Team in zehn Spielen nur ein einziges Pünktchen.

"Nach dem Derby ist nichts Besonderes passiert. Wir waren in diesen zehn Partien nur in Dortmund und Nürnberg unterlegen, konnten sonst immer mithalten oder waren spielbestimmend", blickt Asamoah zurück.

Er erklärt die Pleitenserie mit der mangelnden Bundesliga-Erfahrung des Teams:

"Am Ende hat uns vor dem Tor oftmals die Kaltschnäuzigkeit gefehlt und in der Defensive haben wir leider in wichtigen Phasen die entscheidenden Duelle verloren und Gegentore kassiert."

Coach schuldlos

Der feststehende Abschied von Stanislawski habe die Mannschaft nicht negativ beeinflusst, wiegelt Asamoah, der diese Saison sechs Tore erzielt und sechs Treffer vorbereitet hat, ab.

"Er hat in den zurückliegenden Wochen, im Vergleich zur Hinrunde oder zum Rückrundenstart, nichts anders gemacht."

An seinem Engagement liegt es sicher nicht, dass der sympathische Kultklub nun erstmal trauern muss.

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