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Rudi Assauer (l.) war insgesamt 18 Jahre Manager beim FC Schalke 04 © getty

Der Ex-Manager holt zum Rundumschlag gegen die Schalker aus. Für Andreas Müller wird angeblich schon ein Nachfolger gesucht.

München - Auf Schalke kehrt nach den schmerzhaften Pleiten gegen Manchester City und den VfB Stuttgart keine Ruhe ein.

Die "Bild"-Zeitung berichtet, dass die Ablösung des im Kreuzfeuer stehenden Managers Andreas Müller schon beschlossen sei und ein Nachfolger gesucht werde.

Müllers Vorgänger Rudi Assauer könnte sich eine Rückkehr vorstellen, ist aber offenbar kein Thema.

Zumal er sich mit deftiger Kritik an den Verantwortlichen des Klubs zu Wort meldete:

"Die Leute, die jetzt am Ruder sind, müssen sich eingestehen: Verdammte Hacke, wir haben Fehler in der Einkaufspolitik gemacht. Das, was wir geholt haben, funktioniert nicht."

Einmal in Fahrt, legte er noch nach: "Ich habe nicht den Eindruck, dass sie einen Arsch in der Hose haben und Fehler zugeben. Dazu fehlt ihnen der Mumm", sagte der 64-Jährige dem "Express".

Ohrfeige für Engelaar

Für die Einkaufspolitik seines Nachfolgers Müller hat Assauer nur Hohn und Spott übrig. Beispiel Orlando Engelaar:

"Engelaar ist für mich ein Spieler, der höchstens unteres Bundesliga-Niveau hat. Der könnte in Hannover spielen, nicht auf Schalke", sagte der ehemalige Manager.

Engelaar war zu Saisonbeginn für geschätzte 5,5 Millionen Euro von Twente Enschede nach Schalke gewechselt. Der niederländischen Ehrendivisionär ist am Mittwoch daheim Gegner der Königsblauen (ab 20.15 Uhr LIVE). Von Twente kam auch Trainer Fred Rutten, dessen Stuhl auch schon wackelt (Kommt Stevens zurück?) .

"Die Bälle werden nur nach vorne gekloppt. Mit Fußball spielen hat das nix zu tun. Das sind Zustände wie bei einem Würfelabend oder einer Lotterie", sagte Assauer zum Spiel des Tabellen-Neunten.

"Schalke hängt in einem Loch, das immer größer wird. Es tut körperlich weh, Schalke zu sehen. Ich leide. Ich habe Angst, dass es nicht besser wird. Denn die Qualität ist nicht da."

Comeback möglich?

Ein Comeback auf Schalke könnte er sich nur vorstellen, wenn absolute Not am Mann ist.

Assauer: "Ich habe mit Schalke abgeschlossen. Es sei denn, es geschieht etwas Außergewöhnliches. Dann würde ich noch einmal für ein halbes Jahr einspringen."

In der "Bild" schränkt Assauer allerdings ein: "Ich helfe nur aus, wenn ich nicht mit Leuten zusammenarbeiten muss, die mich damals zum Rücktritt gebracht haben. Das wäre für mich unvorstellbar."

Müller-Nachfolger wird angeblich schon gesucht

Schalkes Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies mahnt vorerst zur Besonnenheit: "Es wird keine Kurzschlussreaktion geben. Wir müssen Ruhe bewahren und die letzten drei Spiele möglichst erfolgreich überstehen. In der Winterpause setzen wir uns dann zusammen."

Das klingt nicht so, als müssten sich Müller und auch Trainer Fred Rutten keine Sorgen um ihren Job machen. Die "Bild" will auch erfahren haben, dass die Suche nach einem Müller-Nachfolger schon auf Hochtouren läuft.

Das angebliche Anforderungsprofil: Es soll kein Schalker Ehemaliger, sondern eine anerkannte Kraft von außen sein. Damit fiele etwa Marc Wilmots aus, der im Führungszirkel des Vereins diskutiert worden sein soll.

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