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Marek Mintal (l.) erzielte in 119 Bundesligaspielen 32 Treffer © imago

Nürnbergs verpasste Chance auf die Europa League rückt in den Hintergrund: Ein bewegter Marek Mintal verabschiedet sich vom Club.

Nürnberg - Es war ein trauriger Tag für den 1. FC Nürnberg.

Zum einen ist seit Samstag der Traum von der Europa League beendet. Vor allem aber sorgte der letzte Heimauftritt von Publikumsliebling Marek Mintal für ganz große Emotionen beim Club.

Mit seinem dreijährigen Sohn Sebastian im Arm und Tränen in den Augen verabschiedete sich der 33-Jährige von den eigenen Fans, die ihn nach dem 1:2 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim auf einer Ehrenrunde noch minutenlang mit Standing Ovations und Marek-Mintal-Sprechchören euphorisch feierten. (Spielbericht)

"Es waren acht tolle Jahre im besten Verein der ganzen Welt mit den besten Fans der Welt. Ihr habt immer hinter mir gestanden. Ich liebe euch", rief ein wehmütiger Mintal den Anhängern zu und weinte dabei hemmungslos. 398846(DIASHOW: Der 33. Spieltag)

"Mein Herz blutet"

Ein Abschied mit einer Niederlage sei die eine Seite, "der Abschied mit den Fans und den Mitspielern die andere", sagte er weiter: "Ein Auge lacht, das andere weint - und mein Herz blutet."

Der Slowake, der in Nürnberg das "Phantom" genannt und als "Legende" verehrt wird, hat bisher 208 Pflichtspiele für den FCN absolviert und dabei 77 Treffer erzielt.

Sein Vertrag läuft aus. Was Mintal künftig machen wird, ist unklar. Der Club hat dem ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönig, der seit 2003 im Verein ist, einen Dreijahresvertrag angeboten - als zentrale Figur in der Nachwuchsabteilung.

Mintal aber ziert sich. Er will unbedingt noch zwei Jahre Fußball spielen, am liebsten weiterhin in Deutschland: "Wir fühlen uns hier sehr wohl."

Auch Gündogan, Schieber und Ekici gehen

Doch nicht nur Mintal, der in der 63. Minute gegen Hoffenheim unter dem lautstarken Jubel von 48.548 Zuschauern eingewechselt wurde, wird dem Club und seinem Trainer Dieter Hecking in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen.

Neben dem Angreifer verlassen den Verein Ilkay Gündogan, der für rund vier Millionen Euro zum deutschen Meister Borussia Dortmund wechselt, sowie die Leihgaben Julian Schieber (zurück zum VfB Stuttgart) und Mehmet Ekici (Bayern München).

Verpflichtet wurden bisher Tomas Pekhart von Sparta Prag und Alexander Esswein (Dynamo Dresden).

Hoffenheim dreht das Spiel

Dass es für den Club letztendlich nicht für einen Platz im internationalen Geschäft reichte, hatte sich bereits seit einigen Wochen abgezeichnet. In den vergangenen sieben Spielen gab es nur einen Sieg, zudem blieb der Club in den letzten vier Heimspielen ohne Dreier.

Dabei begann der FCN gegen Hoffenheim vielversprechend: Philipp Wollscheid, der unter der Woche seinen Vertrag bis 2014 verlängerte, brachte die Gastgeber früh in Führung (16.).

Doch Roberto Firmino (40.) und Gylfi Sigurdsson (86.) drehten das Spiel. Doch selbst ein Sieg hätte dem Club angesichts des Erfolgs von Konkurrent Mainz nichts mehr gebracht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Er war ein Musterprofi"

Entsprechend entspannt war Hecking auch. Die Niederlage sei "unter dem Gesamteindruck des Nachmittags nur Nebensache", meinte der Club-Coach und würdigte vielmehr die Leistung von Mintal.

Und weiter: "Marek hat eine tolle Karriere absolviert. Ich ziehe den Hut vor ihm. Er hat die Mannschaft immer mitgezogen, hat Verantwortung übernommen hat. Er war ein Musterporofi. Wir hätten ihm gerne zum Abschied einen Sieg geschenkt."

Auch Torwart Raphael Schäfer würdigte eine "einzigartige Karriere" des 25-maligen Nationalspielers.

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