vergrößernverkleinern
Mike Hanke (M.) erzielte gegen Freiburg sein erstes Saison-Tor für Gladbach © getty

Der Matchwinner gegen Freiburg lässt die Fohlen gar wieder von einer direkten Rettung träumen - und dankt dem Erzrivalen.

Von Christian Paschwitz

München/Mönchengladbach - Der Haupt-Matchwinner glänzte auch nach Abpfiff - und zwar mit kessen Sprüchen:

"Schön, dass Köln gewonnen hat", sagte Mike Hanke unmittelbar nach dem 2:0 (0:0) gegen den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbachs damit verbundenem Sprung auf Relegationsrang 16 (Spielbericht).

Der Gruß an den Erzrivalen, sonst wohl ein Tabu rund um den Borussia-Park, kam dem Stürmer nur allzu leicht über die Lippen. 398846(DIASHOW: Der 33. Spieltag)

Denn auch dank der 2:0-Schützenhilfe des FC gegen Eintracht Frankfurt (Bericht) steht die Borussia vor einem kleinen Fußball-Wunder so wie 1998, als unter Friedel Rausch am letzten Spieltag noch der Sprung ans rettende Ufer gelang.

Doch kein dritter Abstieg?

Dass der dritte Bundesliga-Abstieg der Klubgeschichte wieder aus eigener Kraft verhindert werden kann, war in erster Linie aber der eigene Verdienst - vor allem von Hanke. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit seinem ersten Tor im Trikot der Borussia (80.) und der Vorlage zum zehnten Saisontrefer von Marco Reus (82.) war der Ex-Nationalspieler mehr als die halbe Miete beim Gladbacher Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt.

"Ich liebe diese Spiele. Das sind die Momente, die man genießt", erklärte Hanke - und fügte gewohnt schelmisch an:

"Gruß nach Hause an meine Mama, sie hat heute Geburtstag und ich kann nicht mitfeiern."

Hanke lässt Worten Taten folgen

Jubel kam auch so auf: Erstmals seit dem 17. Oktober 2010 verließ der fünfmalige deutsche Meister die (direkten) Abstiegsplätze.

"Die Relegation war unser primäres Ziel. Dafür sieht es jetzt gut aus", so Hanke.

Der im Abstiegskampf erprobte 27-Jährige, der in der Vorsaison erst am letzten Spieltag mit Hannover 96 den Klassenerhalt schaffte und sich bei seinem Wechsel im Winter zum damaligen Schlusslicht auch gegenüber SPORT1 markig gab ("Ich bin noch nie abgestiegen"), träumt nun von der finalen Rettung.

Reus "zu 100 Prozent sicher, dass wir drin bleiben"

"Jetzt haben wir es selbst in der Hand", blickte Hanke auf den Saison-Showdown beim Hamburger SV. Mit einem weiteren Sieg hätte die Borussia zumindest die Relegationsspiele gegen den Tabellendritten der Zweite Liga sicher.

Ähnlich sah es Reus: "Dass wir jetzt nicht mehr auf einem Abstiegsplatz stehen, ist sehr viel wert. Wir wollen jetzt das letzte Spiel unbedingt gewinnen, dann bin ich zu 100 Prozent sicher, dass wir drin bleiben."

Und womöglich kommt es sogar zum direkten Klassenerhalt - sofern der punktgleiche VfL Wolfsburg bei 1899 Hoffenheim Federn lässt.

Topraks Ampelkarte mitentscheidend

Dass die Borussia gegen Freiburg bis zu Ömer Topraks Gelb-Roter Karte wegen wiederholten Foulspiels (66.) allerdings weitgehend gehemmt agierte und der SC mehr vom Spiel hatte, war Lucien Favre hinterher auch Warnung.

"Es war sehr schwer für uns. Wir hatten wenig Torchancen, weil Freiburg sehr gut organisiert war. Wir hatten im Spiel nach vorne Mühe", sagte der Coach.

[kaltura id="0_70kw0cn7" class="full_size" title="Effenberg plant Revolution"]

Anders als noch vor knapp zwölf Wochen hat Favre seit seiner Amtsübernahme am 14. Februar der Mannschaft indes den Glauben an die eigenen Stärken zurückgegeben.

Aufschwung dank Favre

Sieben Punkte betrug damals der Rückstand auf Platz 16, Gladbach wurde als Schießbude der Liga verhöhnt. Doch unter Favre holten die "Fohlen" in zehn Spielen 16 Punkte und ließen nur acht Gegentore zu.

Nach den Siegen über Dortmund (1:0) und in Hannover (1:0) stand auch gegen Freiburg die Null zum dritten Mal in Folge.

"Favre leistet hervorragende Arbeit. Er stellt uns sehr gut auf die Gegner ein", lobte Hanke.

Eberl kontert Effenberg

Da gerieten auch die vielen internen Störfeuer wie durch Klub-Kritiker und Ex-Spieler Stefan Effenberg und dessen Opposition "Initiative Borussia" vorerst ins Hintertreffen:

"Es geht um diesen Klub", konterte Max Eberl bei LIGA total! die Anwürfe des "Tigers".

"Es ist auf der einen Seite eine Ehre, wenn Dich so große Fußball-Koryphäen ständig attackieren ? dann bist Du auf jeden Fall im Blickpunkt und im Gespräch", ergänzte Gladbachs Sportdirektor.

Und ergänzte: "So schlecht machen wir es auch nicht - das sieht man jetzt auch!"

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel