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Das Dreigestirn (v.l.): Miroslav Klose, Luca Toni und Franck Ribery © imago

Luca Toni, Miroslav Klose und Franck Ribery sind eine der explosivsten Mischungen der Liga und vor dem Topspiel in Bestform.

Über den FC Bayern berichten Daniel Rathjen und Mathias Frohnapfel

München - Treffen sich ein Deutscher, ein Franzose und ein Italiener...

Was klingt wie ein Witz, ist eine der explosivsten Mischungen der Bundesliga.

Miroslav Klose, Franck Ribery und Luca Toni sind vor dem Gipfeltreffen mit Tabellenführer 1899 Hoffenheim am Freitag in Bestform und im Zusammenspiel kaum aufzuhalten.

Köln-Fan Lukas Podolski scharrt im Hintergrund mit den Hufen.

Doch für den "Prinzen" ist in diesem Dreigestirn längst kein Platz mehr. Er erhält im Sommer wohl die Freigabe für eine Rückkehr nach Köln.

Und die Vergleiche mit dem magischen Dreieck, das einst beim VfB Stuttgart mit Balakov-Elber-Bobic wirbelte, muss das Bayern-Trio nicht scheuen. Im Gegenteil.

Blindes Verständnis

Kurios: Verbal können sich die drei Stars kaum verständigen. "Aber wahrscheinlich funktioniert das deshalb so gut", sagt Toni und lacht.

"Wir kennen uns mittlerweile immer besser, mögen uns gerne", ergänzt Ribery.

Fußballer brauchen auf dem Rasen ohnehin nicht viele Wörter, um sich zu verstehen. Sie lassen Tore oder wahlweise auch Vorlagen sprechen - wie beim 2:0 in Leverkusen oder 3:0 gegen Steaua.

Klose wie verwandelt

Vor allem Klose dreht nach einer langen Form-Talsohle wieder auf. Er agiert wie ausgewechselt, geht weite Wege und entschlossen in die Zweikämpfe. Sein Plus: Er kreiert Chancen und hat selbst welche.

"Wir kommen ganz gut in Schwung und dann passen auch die Laufwege. Die Frische kommt zurück", sagt Klose.

Den Vorwurf, Bayern lasse noch zu viele Chancen leichtfertig liegen, will er so nicht gelten lassen.

"Sicherlich ist es nicht von Vorteil, wenn wir nur jede dritte Möglichkeit zu einem Tor nutzen. Das muss besser werden. Aber es ist schon gut, dass wir uns überhaupt so viele Chancen erspielen."

Der 30-Jährige profitiert besonders vom Trainingsstil unter Jürgen Klinsmann und seinen Assistenten. "Ich fühle mich fitter, erhole mich schneller und bin körperlich total stabil", beschreibt er seine Pyhsis.

Toni hat Blut geleckt

Ähnlich geht es Luca Toni. Nach seinem Premieren-Tor in der Champions League und dem wichtigen 1:0 gegen Bayer (das Tor in 3D!) hat er Blut geleckt und will noch mehr.

Seine Mentalität wird von Klinsmann über alle Maßen geschätzt. "Ich sage ihm immer: Du musst das Tor erzwingen. Aber der Luca ist sowieso einer, der hungrig bleibt", weiß der Coach.

"Aus seinem Kaliber sind Torjäger gemacht. So einen brauchen wir und deswegen sind wir sehr froh, dass er bei uns ist", adelt er den 31-Jährigen.

Auch für Klose hat der Coach warme Worte übrig: "Miro lässt sehr viel Kraft für seine Mitspieler. Und Arbeit wird immer belohnt, wenn einer hartnäckig ist."

Ribery thront über allem

Toni und Klose gehören zweifelsohne zur Creme de la Creme der Bundesliga, doch "König Franck" thront momentan über allen.

"Er ist eine Ausnahmeerscheinung und kann jederzeit den Unterschied ausmachen", zollt Toni seinem Kollegen Respekt und sagt sogar - wenn auch mit einem Augenzwinkern -, dass sein Spiel "zu 99 Prozent" von dem des quirligen Wirblers abhinge.

"Für mich gehört Ribery zu den drei besten Spielern der Welt", stellt er anerkennend klar, auch wenn das zumindest die Juroren bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres anders sahen.

Rivalität gibt es beim stürmischen Trio ohnehin kaum. Sie haben Respekt voreinander und gönnen sich gegenseitig die Treffer.

Rechtzeitig in Form

Warum es plötzlich läuft, erklärt Ribery. "Vergangene Saison hatten wir einen unheimlich guten Start, jeder war gut vorbereitet, dann kam irgendwann die Müdigkeit", blickt er zurück.

Er weiß: "In diesem Jahr ist es genau umgekehrt. Erst waren Spieler verletzt und kamen spät zurück, jetzt sind wir aber topfit."

Für die gemeinsamen Ziele beißen Toni, Klose und Ribery gerne auf die Zähne. Nur Podolski vergeht dabei das Lachen.

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